Sarawakeis
An einem Fluss Malaysias
Mit Hochgenuss mal Eis i aß
Samt mangroovigen Palmensaft „Gula Apong“.
Das gab meiner Labsal Kraft/machte sie strong.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Sarawakeis
An einem Fluss Malaysias
Mit Hochgenuss mal Eis i aß
Samt mangroovigen Palmensaft „Gula Apong“.
Das gab meiner Labsal Kraft/machte sie strong.
Schmierfingern
Unter einem Palmölteppich
Schlummert ein Rhinozeros,
Das durchs Horn – ganz wohlstandspeppig –
Als Potenzschub sich ergoss.
In die Palmölgluckerfluten
Taucht ein Orang-Utan.
Wir, als die besorgten Guten,
Trinken uns grad Mut an.
Und die Palmölwedeldecken
Meucheln weitre Tiere.
Wir, die ihre Finger recken,
Stehen dabei Schmiere.
Sonnenwasserstrahl
Im winddurchpflügtem Schwappgewell
Fängt sich das Sonnenlicht.
Dann färbt sich Blei zu gleißend Hell,
In dem der Strahl sich bricht.
Fast scheint’s, als sei’s der Sonne Pflicht,
Heut länger zu verweilen –
Denn manchentags sieht man sie nicht
Einmal vorübereilen.
Dschungelexkursion
Makakenattacken,
Mückenzerdrücken
Und immer den Blick in die Kronen,
Wo die Wildnis regiert,
Als Gebild irritiert
Von niemals erschließbaren Zonen.
Gespringe, Gesinge,
Wurzelgepurzel
Und immer den Blick in die Wipfel.
Wenn Genickstarre droht
oder Krokodiltod,
Ersehn‘ ich der ersten Welt Zipfel.
Rhinozeros Hornbill, near threatened
Ich hab zwei der letzten 500 geseh’n –
Jetzt gilt es mich selber zu schützen!
Denn wenn die 500 bald gänzlich verweh’n,
Kann ich dem Gedächtnis noch nützen.
Diese liebschaftbesiegelnde Paarturtelei
War die letzte von 250.
Vielleicht entspringt dem Akt ein Ei
Und entbrütet sich ihm noch ein Künftig.
Auch möglich, dass es der Welt noch zerbricht.
Um so nötiger scheint’s, dass ich’s heute bedicht‘:
Es ist flatternd geschehen. Und ich war dabei.
Die 500 letzten – und davon gleich zwei!
Unter Tigern
Europas Überholspurdasein –
Längst wird es zur Ausfahrt gedrängt.
Es ist, das sollt‘ dem Lenkrad klar sein,
Von Südostasien abgehängt.
Normromantik
Romantik nimmt Platz auf den günstigsten Plätzen
Per „Man muss mich mögen, so stumpf, wie ich bin!“
Mit Ansprucherheben wird man sie vergrätzen –
Sie gibt sich den gängigsten Strickmustern hin:
Rosen, Sonnenuntergänge,
Dösende Pianoklänge,
Weinglas-Paar (besonders teuer),
Schummrig Light und Lagerfeuer,
Venedig- und Paris-Ausflüge,
Komplimente bis zur Lüge,
Schnell zufrieden, voll empathisch,
Niedrigschwellig, demokratisch.
Romantik ist – einfach – für alle – zu haben –
Die unprätentiöse der wertvollen Gaben.
Sri Aman
Chinesische Shophouses säumen die Straßen
Und alles geleitet zum breitbraunen Fluss.
Ein Blechkrokodil mahnt uns (die’s lange vergaßen):
Dem Dschungel dient jedes Motiv als Genuss.
Das Ur- unsrer Wälder gilt scherbenbesiegt –
Doch die Fallzahlen prahlen mit Splittern.
Die Spatzen bezetern, dass niemand mehr fliegt
Im Geblitze von leeren Gewittern.
Zwischen Rückzug und Aufbruch wird so viel gedeutet
Und im Fort lauern greise Kanonen.
Vielleicht wird noch manches Mal Manches erbeutet,
Doch die Stadt, sie beschränkt sich aufs Wohnen.
Und der Rauch der verlegenen Streetmarket-Stände –
Er verfliegt ohne weitere Noten.
Doch der Strom, er verbirgt noch zu schreibende Bände –
Darum bleibt weiters Vorsicht geboten!

Taxifahrt am Morgen, stadtauswärts
Das Höhenflugrausch-artige,
Fremdstädtisch Taxifahrtige
Lässt den Tanz der Verkehre genießen.
Das Einsaugen von Athmosphären,
Als wenn sie Augentauchgrund wären –
Bald ganz in sich zerfließen …
Bei geöffnetem Fenster, vom Fahrtwind gekühlt,
Hat sich mir die Stadt in die Arme gespült.

Calle 62, Meerseite
Erst wenn jedes Korn im Korps beschließt:
„Wir sind heute doppelt seidig!“
Ist jener Punkt erreicht – da fließt
Um Knöchel Sand. Fast gleit‘ ich
Durch dessen Weichheit, schrittverführt –
Gewahr, wem Ehre hehr gebührt.
An dem bekannten Strandabschnitt
Stand der Belag, den ich durchschritt,
Im monumentsten Schmeidesaft
Von sanftigster Bestreichelkraft.
Vollendet als mehlgleicher, sämiger Sand –
Oh, was für’n füßelnd Allerhand!
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