Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Es ist, einmal enttarnt, der gewöhnlichste Duft
Nur er schlüpft als exotisches Ahnen
Und verfolgt deine Sinne als zähester Schuft
Er verhöhnt deine Freude als zahnen-
Des Sehnen nach etwas mehr Orient und so
Auf leicht zu becircendem Glaubensniveau
Dass du, Haremsberechtigter, schlürfst erste Dosen …
Und die Sprache in Reinform trägt noch immer Melone
Sie wirkt wie in tausend Krawatten gesteckt
Pfeift auf alle Blasiertheit – doch tut’s auch nicht ohne
Das Restweltparlieren scheint hilflos verdreckt
Nie emporte sich jemals ein Rückgrat so aufrecht
Kein Königreich führten mehr Fährten zum Wort
Doch im hintersten Kneipenraum gibt man sich rauf-echt
Und stampft über manch Pietäten hinfort
Ripostegedicht zu Erich Kästners „Maskenball im Hochgebirge“
Am Mittwoch nach Maskenball
Ab Mittwoch wär wieder was frei im Hotel
Und man freue sich auf den Besuch
Die Tanzabende vorerst zwar ohne Kapell‘
Doch Schnee gäb’s noch immer genug
Im Garten wär jetzt so ein Massengrab
Und auch manch totes Reh
Der Vollmond vom Maskenball nähm wieder ab
Im Gegensatz zum Schnee
Du zweifelst: „Vielleicht fahr’n wir doch nicht dorthin?
Der Hausherr heißt Erich, mein Bester …
Ich bin in solch Vers-Tecken nich so gern drin
Denn der Mörder ist immer der Kästner!“
Ein aus Wolken gepurzeltes Sahnebaiser
Aus pudrig gerieselten strichzartem Schnee
Das steinhart erzählt vom symmetrischen Fall
Despotisch wie ein Eiskristall
Diese Gassen verbannen den Autoverkehr
Und die Neuzeit schafft’s auch nur als Blitz
All die Hektik zwängt sich als ein Dogma hierher
Der Trubel hat hier seinen Sitz
Sieh dich vor, dass an dir hier kein Rattenzahn nagt
Dass kein Tandrausch zerrt dich aus der Zeit
Jeder Sprung hier rein scheint so klein, dass man ihn wagt
Man sollte nur wissen, wie weit
Von den steten Gefährten weht’s keinen hier lang
Und die Enge bleibt ewiglich fremd
Man hat fast alle Balken, doch keinen Empfang
Ein Salzband bemustert dein Hemd