Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Der Marabu ist mein Begleiter
Beim Schreiten durch den Müll.
Wir sind umwolkt von Futterneid, ver-
Meiden aber still
Und schweigend, hier Formen der Missgunst zu zeigen –
Uns eint wie entbrüdert, die Kunst abzuzweigen
Von dem, was hierher abgemüllt
Und unsre simplen Mägen füllt,
Seit Bissenwissen uns umweht,
Von dem, was andren obsolet.
Wir teilen als glücklose Stelzvögel hier
Die Früchte der feuchtwarmen Zone.
Uns kümmert nicht mehr, ob da Mensch oder Tier
Ist fremderleuts Herrgottes Sohne.
Grad im Regen scheint die graue Gans
Ganz asphalten beim Guck in die Luft.
Dann quatscht das Grün watschend von Nicht-Relevanz
Und die Leiter des Himmels verpufft.
Im Herbst schaut die Sonne nur brummelnd herunter:
„Ick komm heut nur wegen dem Licht!“
Schon geht sie im Rücken der Häuserwand unter –
Die scheint mir jetzt doppelt so dicht.
Die Häppchen bemüh’n sich den Fakt auszublenden:
Der Hauptgang fällt weiterhin aus!
Die Startformation ist schon ready zu wenden –
Im Schlepptau verebbt ihr Applaus.
Du windumbrauste, gischtumsäumte, möwenreichste weiße Stadt,
Die du gassenvendigst
Und fastschillernd predigst,
Sobald mal dein Untergrund Steinboden hat.
Dein Jimi-Hendrix-Erbe setzt als Möglichkeit zum Solo an.
Jim Joplin, Janis Morrison
Machten ebenfalls Station –
Ihr Restrausch verweht jetzt als Kitesurferfun.
Schauergemäuriger Meeresbelag raunt durch der Festung Wall
Den alten Namen Mogador
Zu den Rooftopbars empor –
Ein Neuanstrich riecht oft nach schnellem Verfall.
Hippies, Touris und Souk-Tradition schlucken die Zinnen des Orts.
Dann ergießt sich ins Blau der
Artistische Zauber
Des alle Vokale enthaltenen Worts.
Wüste schmeckt man immer im Gaumen
Als vom Boden reflektierter Staub.
Es drückt der entgrünende Daumen
Die Kehlen mit Flüssigkeitsraub.
Ein Flimmern massiert unsre Schläfen
Und das Licht grellt sich tief in den Leib;
Verdorrt sind der Schleimhäute Häfen
Und die Zeit zäht sich durch den Vertreib.
Eine Gastfeindschaft hat sich hier fest etabliert,
Die ist nur an Auslöschung interessiert.
Man schmiegt sich in Benommenheit,
Da alles „Nicht willkommen!“ schreit.