Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
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Vom Balkon der erhöhten Maxvorstadt ins Netz gesetzt.
Zeugen der Dichtung
Ich habe mein Heim nicht über den Dächern
Sondern siedle bescheiden im Dache
Wo Vogelvisiten betäuben und krächern
Beobachtungszögerlich, was ich da mache …
„Na, Gedichte, du Piepe! Und zwar über dich!“
Das Angesicht zu Angedicht
Behagt den frag’nden Vögeln nicht
Und solch Fokusse fürchtend, verpissen sie sich
Für die einen ist es das pompöseste Einkaufszentrum der Welt, für die anderen ist es einfach Duplo: Die Schloss-Arkaden Braunschweig.
Das Schloss
Des Schlosses Tor ist aufgeschlossen!
Schon strömet das Fußvolk mit pilgernden Riten
Selig gewahr, dass die Herrn auf den Rossen
Über Braunschweig, Saturn und das Weltbild gebieten
Wie fiel Männer und Butlers hier verkehren!
Dort preist man Thalia, da segnet Apollo!
New Yorker Gesandte die Stadt heut beehren
Und mittenmang, schaut!, residiert Marc O’Polo!
Und mit Esprit, Nanu Nana
Besieht man, was kein Volk je sah!
Welch Pracht! Auf die kraft Ladenschluss
Man kurz entschlossen warten muss
An manchen Stellen sieht Bielefeld dann aus wie Bayern. Oder Schottland? Gibt’s doch gar nicht.
Ginikön von Westostfalen
Ja, ganz ohne viel an der Welt rum zu dreh’n
Kann jeder die Liebe in Bielefeld seh’n
Das fällt dir nicht leicht oder fällt dir gar schwer?
… Debilefeld macht auch was her!
Sicherlich nicht das Schönste an Bad Tölz, aber von der Stadt irgendwie zum Wichtigsten erkoren: Der Bulle von Tölz. Hier eines der Denkmäler.
Bob, der Bademeister (Stölz & Vorurteil)
Er ist’s, dem die Welt oft ins Schwimmen gerät
Wenn er zur Bestimmung der Buchstaben späht
Auf das Meer eines Striche- und Bogengerölls
„Da vorn das ist … Bauklotz?! Vielleicht auch Bad Tölz?“
Feste Größe im Rock’n’Roll-Kalender: die Gartentage Fürstenfeldbruck.
Am Fürstenfeldbruck
In einer nach Hochadel dürstenden Welt
Der Bauer die Felder der Fürsten bestellt
Dass sie gut gedeih’n bis zur baldigen Ernte
Dann kappt man jed‘ Sprössling, drischt jene entfernte
Brut der Herr’n vom hohen Stand
(gehätschelt von der rohen Hand)
Zu Brei, verpackt sie fei – und guck:
Grad fährt ’ne Ladung übers Bruck!
Ein themenbedingter Rückgriff auf das Foto-Repertoire von den Berliner Streifzügen.
Handpuppenschicksal
Es war’n der Kapser und die Heske
Vermutlich ja nicht einmal untalentiert
Doch hat in das Genre der Puppen-Groteske
Wohl niemals ein Kind ohne Not sich verirrt
Aus der von kleinen Teilen der Bevölkerung durchaus geliebten Serie der Münchner Unzuchtverse.
Das Deutsche Museum (sehr interessant!)
Das Deutsche Museum ist sehr interessant.
Zwölf Penisattrappen häng’n dort an der Wand.
Mei‘ Frau hätt‘ den Hoeneß so fast net erkannt!
Ja, das Deutsche Museum ist sehr interessant.