Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Man hört im Sud des Rochens Röcheln
Den Ruth und ich in Kochel köcheln (blogfreie Version: im Kochtopf köcheln)
Und auf dem aufgeklappten Beitisch
Zappelt sichtbar noch ein Haifisch
Wie ich aus der Delphinen-Schule
All die Innereien pule!
Weiter hinten macht es Zisch:
Ruth frittiert den Tintenfisch
Da gab es ja doch schon sehr viele Gerüchte
Wir äßen niemals Meeresfrüchte
Dass unser beider Kost allein
Bestünd‘ aus totem Ochs und Schwein
Uns vielleicht noch Getier mit Gefieder errege …
Grad, da aus dem Grazer Ratssaal
Graf Zahl alles, was aus Stahl
Stahl
Sprachen barsch die Stadtbarone
Und die Grazer Grazien: Ohne
Gnade gelt’s derart missratene Grafen
Mit Zahlung gar all ihres Bargelds zu strafen
Und gewahr der Gefahr vor noch smarteren Taten
Darf nach Grazer Art die Straf‘
Garstig hart und arg geraten
Das vierte Gedicht aus der Reihe der Münchner Unzuchtverse.
Dallmeyer
Das, was ich hier im Schwall reiher‘
Ditt koofte ick bei Dallmeyer
Ja, der’n Zeig is‘ auch nach dem x-ten Zerkau’n
Noch stets appetitlich und schön anzuschau’n!
Da war doch was, sagen mir die Pusteln nach dem Badeausflug zu den Osterseen. Zeit für eine Merkhilfe in Versen.
Die Osterseen
Gut, vor Ostern geh ich eh
Niemals an den Ostersee
Doch, so riet mir wer diskret
Nachher sei’s auch schon zu spät
Weil der Wasser frühe Wärme
Brüte wahre Mückenschwärme
„Wann,“ fragt ihr, kurz vorm Versteh’n
„Ist’s denn ratsam hinzugeh’n?“
Es schwamm mal ein verstörtes Reh
Des samstags durch den Wörthersee
Ach nee, ich seh:
War gar kein Reh
Vielmehr ein Stör, den ich verreht
Des‘ Redlichkeit nun jäh verdreht
Weil ich so Wörter, die ich seh‘ –
Von denen some ich nicht versteh‘ –
Mit Tags verseh‘, die immerhin
Ergeben – wenngleich schwammig – Sinn
Doch grade hör‘ ich – quel malheur!
In Wirklichkeit war’s auch kein Stör
Da ich nun her- und hingekramt
Verbleibt der Vers voll sinnverarmt
Und entspricht als Gedicht – so gedacht‘ ich im Stillen
Absolut nicht meinem Willen
Das Schloss von Ludwigsburg überstrahlt ein wenig die übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wie zum Beispiel das Guinness-World-Records-zertifizierte größte Sparschwein der Welt.
Geschlechterkampf
„Eh ich jetzt die Wut krieg, Ludwig
Bau mir bitte schnell ein Schloss!“
Dadurch, wie die Burg dann hieß
Zeigte ihr der Schurke dies:
„Du nur Anlass, ich der Boss!“