Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein
Stellt sich bei mir stetig das Grau’n ein.
Denn hinter den Hecken- und Zaunreih’n,
Da keltern sie Biere und brau’n Wein –
Die Kerle eh’r grob, ihre Frau’n fein
(die trotzdem bestaunen der Pfau’n Schein!).
Ich mag dir den Trip nicht versau’n, nein,
Da Städter, sobald sie sich stau’n, schrei’n:
„Ihr Dörfler spielt gerne die schlau’n Lai’n,
Doch fallt im Akkord auf die Blau’n rein!“
Da kann man nur vor dem Verdau’n spei’n …
Da sollten die von solchen Klau’n Frei’n
Die sowas bewow!en verhau’n! Kein
Zweifel, du darfst, bist du down, cry’n!
Es mag nur ’ne Show deiner Laun’n sein,
Doch muss man nach Sorgendurchkau’n wein’n!
Da leisten sich die zu Genau’n ein’n
Fauxpas, weil sie voreilig raun’n, dein
Problem wär nach näh’rem Beschau’n klein –
Du hätt’st doch trotz Zeitenverrau’n Schwein!
Das kannst du den Bauern der Gau’n leih’n –
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein!
Venedig hat nun leider mal
Zu wenige Touristen,
Vieldenig ist das voll egal –
Lässt alle in sich nisten.
Optdenigs Armut liegt im Stil –
Hat nicht zu wenig, nicht zu viel.
Ich hab mir ein gutes Gebiss-Good erschissen,
WC-Bons als Investitionschance ergriffen!
Die gelten dort im Café – muss man halt wissen! –
Als Währungsersatz. Drum auch Obacht beim Schiffen!!
Collodi und Goldoni,
Kolonastik em pom pie,
Tre pizze Quattro Stagioni,
Limoncellomelodie
Und multipulti emozioni,
Monokulti Frau Meloni –
Italien, Italien …
I mag und mal di mal so hin!
Ach, hätt ich mein Gute-Nacht-Hupferl doch nicht
Schon als Nachmittagshupferl gegessen,
So müsst ich mich nicht nach verlängerter Schicht
Mit verspäteter Hungerei stressen!
Ja, „Wer spart in der Zeit,“ heißt’s, „der hat in der Not!“
Aber eh ich’s mir merke, bin ich wohl längst tot,
Und mitsamt mir geschlagener Räte vergessen.
Wir sehen vom Run-Punkt der hektischen Maus
Selbst voll unter Stress eher lahmarschig aus.
Und steh’n wir mal ausgebremst hupend im Stau,
Ist’s nur eine Szene der Zeitlupenshow,
In der sich das Leben und Wirken slow abspielt,
Auf die selbst ein Nagetier neidlos herabschielt:
„Wie, das soll die Krönung der Erdschöpfung sein!?“,
Piepst’s höhnend vom Mausbau. „Da schlaf ich ja ein!
Soll’n wir die hier jetzt anschieben? Wie ist der Plan?
Erlöst diese Sippschaft vom Größenwahn,
Dass man sich an der Würde der Gralstempel misst,
Ohne jedes Gespür, was Normaltempo ist!“