Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
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Das Schlössl Salonlied Einstiegssong zur neuen Show im Pelkovenschlössl
Hast Du von dieser Show in Moosach schon gehört?
(sofern dich nicht bereits der Stadtteilname stört …)
Die hol’n da Leute ran, die sind scheinbar bekannt
In München-City und im Rest vom Bayernland.
Natürlich bleibt dennoch die Frage: Lohnt es sich?
Die Pichler sagt mir was – der Klötgen eher nich‘.
Unter der Woche fahr ich nicht so gern weit raus.
Ich kenn‘ kein’n, der dort wohnt, wie seh’n die da aus?
Hallo – Willkomm’n – hier im Schlössl Salon!
Ist hier irgendjemand adlig?
Naja, irg’ndwie schon.
Da Ihn’n fürstlich serviert wird
Ein feudale Freuden befeuerndes Abendprogramm.
Eine Ententantenautoantenne,
Zwei behende behindernde Hände der Henne,
Drei Saucieren von Sudresten säubernde Busen,
Vier von flennenden Felltieren fällige Flusen,
Fünf Gags der gehäckselten Ex-Heckenhex
Und Sechs, denk besessen vom Sex ich, Sex, Sex.
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein
Stellt sich bei mir stetig das Grau’n ein.
Denn hinter den Hecken- und Zaunreih’n,
Da keltern sie Biere und brau’n Wein –
Die Kerle eh’r grob, ihre Frau’n fein
(die trotzdem bestaunen der Pfau’n Schein!).
Ich mag dir den Trip nicht versau’n, nein,
Da Städter, sobald sie sich stau’n, schrei’n:
„Ihr Dörfler spielt gerne die schlau’n Lai’n,
Doch fallt im Akkord auf die Blau’n rein!“
Da kann man nur vor dem Verdau’n spei’n …
Da sollten die von solchen Klau’n Frei’n
Die sowas bewow!en verhau’n! Kein
Zweifel, du darfst, bist du down, cry’n!
Es mag nur ’ne Show deiner Laun’n sein,
Doch muss man nach Sorgendurchkau’n wein’n!
Da leisten sich die zu Genau’n ein’n
Fauxpas, weil sie voreilig raun’n, dein
Problem wär nach näh’rem Beschau’n klein –
Du hätt’st doch trotz Zeitenverrau’n Schwein!
Das kannst du den Bauern der Gau’n leih’n –
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein!
Venedig hat nun leider mal
Zu wenige Touristen,
Vieldenig ist das voll egal –
Lässt alle in sich nisten.
Optdenigs Armut liegt im Stil –
Hat nicht zu wenig, nicht zu viel.
Ich hab mir ein gutes Gebiss-Good erschissen,
WC-Bons als Investitionschance ergriffen!
Die gelten dort im Café – muss man halt wissen! –
Als Währungsersatz. Drum auch Obacht beim Schiffen!!
Collodi und Goldoni,
Kolonastik em pom pie,
Tre pizze Quattro Stagioni,
Limoncellomelodie
Und multipulti emozioni,
Monokulti Frau Meloni –
Italien, Italien …
I mag und mal di mal so hin!
Ach, hätt ich mein Gute-Nacht-Hupferl doch nicht
Schon als Nachmittagshupferl gegessen,
So müsst ich mich nicht nach verlängerter Schicht
Mit verspäteter Hungerei stressen!
Ja, „Wer spart in der Zeit,“ heißt’s, „der hat in der Not!“
Aber eh ich’s mir merke, bin ich wohl längst tot,
Und mitsamt mir geschlagener Räte vergessen.