Gefühlte 20
Deine Kopfhaut bewahrt sich das blanke Gefühl,
Unter früheren Haaren verborgen zu sein –
So passt auch ins forschfrisch betagte Kalkül
Bei dir noch ein weiteres Lebensjahr rein!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Jedem Körperteil sein Gedicht …

Gefühlte 20
Deine Kopfhaut bewahrt sich das blanke Gefühl,
Unter früheren Haaren verborgen zu sein –
So passt auch ins forschfrisch betagte Kalkül
Bei dir noch ein weiteres Lebensjahr rein!

Betanleitung
Mit den Füßen kann man nicht beten –
Da lohnt nicht einmal der Versuch!
Man kann sie zwei Stunden bekneten –
Dann mault jeder Gott: „Is‘ genug!“
Nein, zum Beten nimm lieber die Hände
(der Dürer zeigt anschaulich wie)!
Dann spricht Gottes Wohlgefall’n Bände:
„Gelobt sei die Anatomie!“

Ein Rumoren
Mir geht so ein Rumoren
Grad rum in meinen Ohren.
Das wummert zwar vom fernen Rand,
Doch hör ich keine Zwischenwand!
Und höhnt’s nicht hoch vom Rachen:
Bald wird’s hier richtig krachen! – ?
Das macht zum Glück und Schutz mich
Stückchenweise stutzig.

Dudu (Zum Borgen von Därmen)
Ich versenke meinen Arm
Manchmal tief in meinem Darm.
Dort hat er es mollig warm,
Doch gilt dies nur für einen!
Darum leih
Für Nummer Zwei
Dudu mir doch den deinen!

Danke für das Knie
Dies‘ wie noch nicht entschiedene Werden
Zwischen Vollzeitstudentin und Frau,
Es pflügt sich entspannt in ihr frommes Gebärden –
Man stellt sich gern ungern zur Schau.
Nun, Schönheit wurd‘ hier nicht echt üppig gesät,
Doch sie blüht ihr Gerade Soviel,
Nach dem mein verschlagener Blickgenuss späht
(Er ist nicht auf Suche nach Stil).
Was kümmern mich Moden, die ich nicht verstehe?
Dieser Hosenrock müffelt nach langer Entscheidung.
Und doch ist’s Betrübnis, die ich in ihm sehe –
Nur willenschicfehlerbekundende Kleidung.
Wohl passt’s zu der Plumpheit, mit der sie dort sitzt –
Junges Leben ergötzt sich am Warten.
Da wird Vorfreude forsch in die Achseln geschwitzt,
Braucht Erfolg noch kein Zeugnis von Taten.
Ihre Physiognomie ist bemerkenswertlos
(So was besssert sich nicht mit den Jahren) –
Wo das eine zu seicht ist, ist and’res zu groß,
All dies weckt mein Verlangen zu sparen.
Und doch bleibt mein Augenlicht mit ihr vertaut,
Mich beseelen das Dass und das Wie,
Es ist ihrer Ödnis Oase die Haut
Vom durchs Nylonschwarz schimmernden Knie.
Vermutlich hat sie der Knie zweie gehabt,
Aber ich hab das eine geseh’n.
So ist der Mensch oft nur in einem begabt.
So einsam, so wahr und so schön.

D.h.D. (Den holden Damen)
Wenn eure Busen sich entblößen,
Dann schlupfen sie aus kruden Größen,
Die knüpplig-kryptisch typisieren,
Wofür sich Dichter int’ressieren.
So trübt die Lyrik unbequem
Ein buchstäbliches Cupsystem
Plus „Längenmaß der Unterbrust“.
Was bleibt da an Beschreibungslust,
wird mir gewahr, was ich da seh‘
Ist eine 75D?!
Pur technisch wird hier ausgedrückt,
Was den Rundungserkundenden rundum verzückt,
Dem holzige Kürzel schon Körbe erteilen
Vorm frommen Verfassen der innigsten Zeilen,
In denen die bauchig sich wölbende Haut
Wie fülleumkoste Vollendung ausschaut,
In die eleganteste Kurven entfliehen.
Ach, grob wird uns schreibende Demut geziehen!
Denn wie andächtig ich auch im Wörterbrei dreh‘ –
Die Welt, sie BHrt drauf: Das ist 70C!
Und dem Sinnlichsein trichtert ein „Spaß, hey, das war’s!“
Das erbarmungslos nüchterne Maß des BHs.

Der Fettleibigen gegenüber
Auf dich und den Körper fällt kein gnädiges My
Und der Anblick von euch lässt uns schmerzen.
Deinem Lebensgeschmack ist die Würde perdu,
Er droht gültiges Glück auszumerzen.
Dein Dabeisein wird ausgelöscht von unsrem Blick,
Der im Auf-dir-sein fort von dir endet:
Dort hockt maßloser Körper, vom Hässlichsein dick,
Der nur totes Signal an uns sendet.

Durchkämmen
Die Zinken ziepen an den Haaren,
Durch die sie haarspaltreihig fahren.
Bei Spliss und Filz ist Kämmen
Gewisslich nix für Memmen.

Angebot schafft Nachfrage
Siehe da: Mein Schamhaarklon
Im Angebot von Amazon!
… und täglich flüstert mir Alexa:
„Du, ich wüsst‘ da einen Waxer!“

Der Umtrieb
In meinem Schuh wächst graues Moos,
Sein Kniegelenk bebt stumm.
Wo bleibt die Zielgerade bloß?
Was treibt mich wieder um?
Ich wink‘ die Welt an mir vorbei –
Auf mich soll niemand warten,
Und klaube aus dem Zehenbrei
Verfaulte Handgranaten.
Wenn ich heut nicht nach Hause find‘,
Werden andere Ziele besehen.
Ich bleib‘, bis ich mich überwind‘,
Wie angewurzelt stehen.
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:
* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka
– Gedichtthemen:
* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter
SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!
Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler