Das dreiviertelige Gedicht auf dem Weg zur 500.
Nie ein Tier zum Scherz … (Erweiterungspaket)
Die ihr
Mühsal
Mahlenden
Muh-Seelen
Mm-mm-mm-muss man
Nicht aus
Muße
Quälen!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, die dem kindlichen Gemüt zuzuordnen sind, sowie leidige Adultismus-Poeme.

Das dreiviertelige Gedicht auf dem Weg zur 500.
Nie ein Tier zum Scherz … (Erweiterungspaket)
Die ihr
Mühsal
Mahlenden
Muh-Seelen
Mm-mm-mm-muss man
Nicht aus
Muße
Quälen!

Gut gerüsteter Hallraum.
Pinocchio
Ach, Hall, mir macht dein ferner Schall
Bewusstig, dass ich überall
Mal konsterniert „Ach, hallo!“ sag
Mal forsch „Na, und wie geht’s so?“ frag
Und mehr abscheulich Zeug abruf
Als der, der mich dereinst erschuf
Mir in die Fibel eingelegt!
Es klagt Gepetto unentwegt:
„Was redet mein Balg bloß so blöde und schief?!“
Sei du mir, Hall, das Korrektiv!
Da ich der Stichwortgeber bin –
Berüst den Mist mit etwas Sinn!

Neue Serie: Riposte-Gedichte. Heute zum Rilke-Gedicht Herbsttag
Herbst#
Zerr‘ her ein „-heit“! Unsre Zeit schreibt sich groß.
Weil ja jede Befindlichkeit Thema sein muss,
Und lass den Schreibfluss der Blogger drauf los.
Jedem Laut erlaub‘ laut Endung ein Vollwort zu sein;
Gib allen den Glauben an eigne Geschichten
Lass die Spuren zum öligen Ich sich verdichten
Und füll mit Geheule die Fässer für Wein.
Wer jetzt noch nicht drin ist, der kommt nicht mehr rein.
Muss allein mit den Eltern im Facebook-Chat bleiben,
Kann eh ma‘ zum Thema nur lamen Kram schreiben
Und wird App-umrauscht alleene sein
Nicht checkend, was die andern treiben.

Noch anderthalb Tage Freizeit, bevor es wieder auf Tour geht.
Die Ärsche der Anderen / Generation Y
Nach dem Abi-Ball in die Charakter-Arthrose
Man postet gemeinsam ein „Ich – ich – ich!“
Empfängt jedes Like wie ’ne Baccararose
Und taggt seine Schwüre mit #weißichnochnich
Man wittert die lauernden Niederlagen
Und fordert vom Leben, mal fairer zu sein
Die Überauswahl lässt sich kaum noch ertragen
Drum richtet man sich im Ironischen ein
Und kommt überein, es sei wichtig im Leben
Sich selber mal – Yolo! – ’nen Arschtritt zu geben
Lasst den Fokus der Welt von dem hehren Ich wandern!
Entdeckt mal als Ziele: die Ärsche der Andern!

Schmeichelnd: Städte, in denen du selbst das Schönste bist
#selfierechtfertigungen
Studentinnen mit Gefühlen
Auch wenn eure Hesslichkeit beißt, meine Süßen
Die Aufgabe heißt: Keine Träne vor Giessen
Das mag euch erschüttern, das mag euch verdrießen
Erzählt’s euren Müttern – nicht mir, meine Süßen!

Zurück im Geschäft.
Eines Tages, Baby, leg‘ mal’n Halt ein
Warum nicht mal barfuß auf Rolltreppen fahren?
Eh‘ dass wir nie barfuß auf Rolltreppen waren …?
Nun, statt dich am Käse des Yolos zu laben
Sag einfach mal: Blödsinn, das muss ich nicht haben!
Zum Schulslam in Sassari. Wilder Vormittag.
Noschonung
Entscheidungen, liebe
Jungen und Mädchen
Sind die adjustier’nden Rädchen
Die im Körperwuchse wohnen
Haut nur laut und stetig rein
Stellt sie ständig anders ein
Später bleibt noch so viel Zeit
Um sich in Beständigkeit
Für das, was man niemals erreichte, zu schonen

Am Flughafen hat man Zeit, aber keine neuen Fotomotive. Daher noch etwas Herziges aus Helsinki.
Leichte Ziele
Wie konnte euch DAS grad berühren?
Da lasst ihr euch zum Händewaschen
Ins frisch polierte Bad entführen
Mit prall gefühlten Jackentaschen!?
Ihr tänzelt satt
Ich seufze matt
Weil ihr im Punkt Ergriffenheit
So gänzlich glattgeschliffen seid

Bermuda3eck, Freibeuter, Riff – wer über die letzten Jahre beim Club der Lebenden Dichter auftrat, ist zwar nur in Bochum gewesen, hat gefühlt aber trotzdem ein wenig Seemannsblut in den Adern und vermutlich einige der Original (!?) Currywürste im Magen. Und weil jene nicht zu Essen wie bei Muttern gehören, dieses Gedicht:
Baby (Die Grenzen der Erziehung)
Im Spätsommernachmittag-samtigen Wind
Hab ich dich daheim einst gebettet, mein Kind!
Doch wurdest du, ganz ungestüm
Ein asoziales Ungetüm …
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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