Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Internet & Technik

Machinengedichte und New Media in neuen Metren und alten Formen.


  • Namib & das neunhundertdreißigste Gedicht

    Namibwüste

    Fotos in Thesen

    Was die Sonne am Mittag so aussaugt an Farbe
    Das spuckt sie zur Dämmerung fünfstellig aus
    Dann steh‘n Fotografen mit hilfloser Habe
    Knipsend, knicksend
    Pixeltricksend
    In stetig versagenden Abbildungsstaus


  • Alter Botanischer Garten & das neunhundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten

    Wahre Werte

    Ein oft geteilter Tweet, mein Spatz
    Taugt leider nicht als Gliedersatz!
    Auch sechs Millionen YouTube-Klicks
    Entbehr’n der Echtheit eines Ficks!

    Der Mensch, er kann sich nicht entsinnen
    Du spürst es ganz tief in dir drinnen!


  • 42 Zeitspeckschwinden & das achthundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Bozen Altstadt

    Industria

    Alles war Räder und Tonnen an Eingriff
    Im Walzen und Dampfen giganter
    Ein gliedmaßenschluckend maschinender Siff
    Ein ölverschmiert glänzender Panther
    Verrußter Kessel Getösestaub
    Bespuckte jede Ritze der Stadt
    Den Schall durchröhrte Ressourcenraub
    Doch der heutige Grundbesitz zuckt nur noch matt
    Selbst die Ziegelsteinbrüstung aus wulstigem Dick
    Wurde substituiert von ’nem zittrigen Klick


  • 15 Blaugezüngel & das achthundertneunundfünfzigste Gedicht

    Ruhpolding Windbeutelgräfin

    Gerätelogik

    Ich drücke diesen Schalter/Knopf
    Zerr so an ’nem alten Zopf

    Und etwas funktioniert

    Tut’s das nicht, klag ich. Doch klopf‘
    Mir den Zweifel aus dem Kopf

    Bin so instruiert


  • Apollotempel & das achthundertdritte Gedicht

    Apollotempel im Schlosspark Nymphenburg

    Leck mich

    Der Gestiefelte Kater?
    Ein triefender Pater?
    Ob miefende Darter,
    Gewiefte Berater –

    Einzig qualifizert ist als Chief von Big Data:
    Ein niemals sich zierender Stiefkindervater


  • RWE & das siebenhundertvierundneunzigste Gedicht

    RWE Turm

    Neue Sorgfalt

    Ich grüße dich, biographielose Jugend!
    (Und verzichte drauf, hierfür auch Snapchat zu nutzen)
    Ihr fühlt Metropole aus Freude an Fugen
    Und erreimt euch die Freiheit im dreckigen Dutzend
    Ihr schleicht euch aus allem als User davon
    Und ihr urteilt notorisch: „Empörend!“
    Ihr generiert Content (oft nicht sehr gekonnt)
    Und könnt diesen Gruß gar nicht hören


  • Quartier 206 & das siebenhundertachtzigste Gedicht

    Quartier 206 Berlin

    Ripostegedicht zum Text „Hohes Gericht“ von Waalkes/Gernhardt/Knorr/Eilert.

    Hohes Gericht 2.0

    Angemahnter,
    Sie werd’n von uns mit Buh!s vertaggt, weil Ihr Post einen Spusi neckt!

    Ich hab den Spusi nicht geneckt, mich hat nur nach Genuss von Sekt
    Wohl ein gewisser Bruce gehackt, der mein Profil mit Schmus befleckt –
    Und das hat dann die Buhs geweckt!

    Sie haben aber in Ihren Kommentaren ganz andere Angaben gemacht!
    Ich zitiere wörtlich:
    „Ich habe grad mit Blues entdeckt, dass jemand meine Muse deckt,
    Sich keck nach ihrem Busen reckt, und innert eines Nus gecheckt,
    dass dahinter mein Spusi steckt!“
    Das wurde doch auch so geliket!?
    Herr Zeuge, können Sie das bestätigen?

    Nee, das ist nur diffus korrekt …
    Ich hatt‘ mich hinter Gnus versteckt und grad meine To-Dos gecheckt,
    Da hat mich was am Fuß geleckt, der sicherlich ganz grus’lig schmeckt…

    Das tut doch überhaupt nichts zur Sache!

    Doch!
    Der allgemeine User checkt ja nicht, was so ein Bruce ausheckt,
    der alle CPU’s verdreckt mit irgendwelchem Fuselsekt!

    Jetzt reicht’s aber!
    Im Namen der Community,
    wenn einer seinen Spusi trackt, dass der an seiner Muse leckt,
    und dann in der’n Geschmuse hackt, dann weil in ihm ein Loser steckt!
    Wenn er jedoch Diffuses swaggt und sanft Beate Uhse weckt,
    Ihn keinesfalls Abstruses schreckt – dann sagen wir zum Gruß: „Korrekt!“
    Wir schauen, wo der Newsfluss leckt und hoffen, dass der Bruce verreckt!
    Wem der Spruch zu konfus, der eckt mit allen andern finster an,
    Das Weit’re dann auf Instagram, das hohe Gericht zieht sich zum Binge Watching zurück,
    Das Urteil lautet: Shitstorm!


  • Virtualiösität & das siebenhundertneunundvierzigste Gedicht

    U-Bahnhof Giselastraße

    Der Jüngling und das Mädchen am Fenster

    Heute bin ich displaytrunken
    Tief in ihr Profil versunken
    Spürt‘ ihr sternenklares Schimmern
    Über meine Netzhaut flimmern

    Über Netz und Netz verbunden
    Schwelgte ich für fast zwei Stunden

    Oh nähr‘, treuer Akku, du weiter dies Märchen
    Und still‘ die im Stillen behausten Begehrchen

    Wohin die Geschicke uns fortan auch treiben
    Sie wird ewig
    In der Chronik
    Meines ersten Browsers bleiben


  • Tor 24, 24 Zeilen & das siebenhundertachtunddreißigste Gedicht

    Weihnachten in der Karibik

    A Christmas Carol

    Umbrandet vom üblichen Weihnachtsgeschwafel
    Sitzt festlich gewandet der Bub an der Tafel
    Unverwandt im Bann des Drangs
    Das Ziel des Stilles-Örtchen-Gangs
    Zum Anlass zu nehmen, mal online zu gehen

    „Mensch, kannst du dem nicht einmal heut widerstehen?!“
    Mahnt der Geist der Weihnacht der Gegenwart
    Der diesen Schritt zu überlegen erbat
    Weil die Zeit, die man sich fürs „Schnell Mails checken!“ borgt
    Den Rest der Gesellschaft beschämt und besorgt

    „Du fühltest als Kind doch“, ergänzt nun der Geist
    Der vergangenen Weihnacht, „dich fast wie verwaist
    Wenn zum Fest nicht mit Ernst und mit Aufmerksamkeit
    (und natürlich Geschenken!) bespickt war die Zeit!
    Zahlst du nun die Gänze vom kindlichen Glück
    In knapp portionierten Momenten zurück?!“

    Und der für die Zukunft zuständige Geist
    Zeigt, was das für kommende Weihnachten heißt:
    „Da zahlst du dann für virtuelle Zeit
    Mit sehr realer Einsamkeit!
    Und mailst nur noch per send & bounce
    Mit Werbebots und Fake Accounts!“

    Da grimmt der Bub nicht mehr länger der Tafel
    Und stimmt mit ein in das Geschwafel …


  • Tor 6 & das siebenhundertzwanzigste Gedicht

    Berlin Spreeufer

    Die Mysterien der Chinesischen Raumfahrt

    Die Chinesen hab’n einst diese Mauer erbaut
    dass irgendwann ein Taikonaut
    vom Weltall auf die Erde schaut
    und funkt: „Can see it – man, I’m proud!“

    Ob Mao, ob Mauer (verzeiht den Vergleich!)
    viel scheint doch von Dauer im mittigen Reich


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