Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Worms & das zweihundertneunundsechzigste Gedicht

    Worms

    Zu Gast bei den Nibelungenfestspielen. Mit dem dritten Teil des Buches:

    Die Hagen-Klage

    Hagen, oh Hagen – welch hässlich Betragen!?
    Dir bleibt zwar das „Sehr Gut“ in Leute-Erschlagen –
    Doch kannst Du mir sagen, was das hier jetzt soll,
    Du notorisch grimmer und grollender Proll
    Aus der B-Prominenz der burgundischen Garde?
    Ey, ich mag das kaum glauben – hast Du wirklich jetzt grade
    Dem Bübchen von Etzel den Kopf abgeschlagen?!
    Was? … Dich nerven halt manchmal die Hunnensohnblagen!?
    Klar, und schnell noch den Erzieher entsprechend verkürzt,
    Nen Spielmann per Handschlag ins Unglück gestürzt …
    Wenn Du einen Schlaganfall kriegst, werter Hagen,
    Endet manch Körper bald knapp überm Kragen!
    Und dann tönst Du vortrefflich: „Jetzt leg ich erst los!“ –
    Legst Tonnen Innereien bloß.
    Das fanden die Nazis zwar knorke wie Bolle –
    Doch mir scheint, Du hast Dich nicht unter Kontrolle!?
    Woher stammt Deine Lust an der anderen Autsch?
    Magst Du drüber reden? Hm? Da steht die Couch.
    Zuallererst sag mal: Wo liegt eig’ntlich Tronje?
    Ach, das ist eine Grafschaft von Testosteronje –
    Ein Landstrich, wo sich stets verbarg
    Ein menschenschlag’nder Menschenschlag …?!
    Sag, hat auch Vater Aldrian Dich öfter geschlagen –
    War ihm Bruder Dankwart der töftere Hagen?
    Hat Mama Dich nicht richtig aufs Töpfchen gesetzt?
    Und da damals schon Hass ward gesät, hasse jetzt
    Ständig Beef? Junge, ich frag mich: Sind Deine Hiebe
    Bloß schief eingesungene Schreie nach Liebe?
    Schon alleine, wie Du unsern Gunther umgurrst
    Als treueste Vasallenwurst –
    So pflichtergeben, ritterlich!
    Ey, Hagen, komm – ich bitte Dich:
    Für den musst Du Deinen Input aufs Schwert reduzieren
    Und Innere Werte aufs Torso-Tranchieren!
    Fühlst Du Dich dort im Wormser Land
    So als Person auch anerkannt?
    Ja, kaum sprech‘ ich es an, stehst Du voll unter Dampf!

    Übersprungshandlung: Reiterkampf!
    Schnell zu den Buhurten spurten,
    Lanze greifen, Helm umgurten –
    Heidenspaß, wenn Schilde krachen –
    Garstig schauen, schallend lachen … Hargh! Hargh! Hargh!

    Nun zurück zum Ernst des Lebens –
    Kerl, sonst war unsre Sitzung heut völlig vergebens!
    Was gar nicht zu bekritteln is‘,
    Dass Du ein 1A-Ritter bis‘ –
    Nur diese ewige Mordlust, Dein Geifer, die Wucht
    Schein’n mir wie Symptome von Eifersucht.
    Ich weiß, du verneinst es gern wild und entschlossen:
    Doch bist Du ein wenig in Kriemhild verschossen?
    Es fehlt nur an Wortschatz, dies auszudrücken –
    Und so schaffst Du bei and’ren halt Platz überm Rücken.
    „Hä, was ey?! – das kannst Du jetzt gar nicht versteh’n?
    Na, ich fass mal zusammen, was bislang gescheh’n:
    Zunächst missbrauchtest Du schändlichst Kriemhilds Vertrauen,
    Um in ihren Gemahl einen Speer zu verstauen:
    Auf die einzig verwundbare, tödliche Stelle
    Von Siegfrieds durch Drachenblut steinharter Pelle
    Hat sie Dir ein Fadenkreuz gesetzt,
    Durch das Du ihr’n Mann und dann sie hast verletzt.
    Nach dem Mord hast Du flugs ihren Hort noch verschenkt
    Und in den Rhein hinein versenkt.
    Siegfrieds Schwert steckt seither schick bei Dir in der Scheide,
    Auf dass die Kriemhild rischtisch leide…!
    Du gönnst ihr nicht den zweiten Gatten,
    Magst den’n keen Besuch abstatten …
    All dies „Etzel, nee!“ und „Kriemhild, bäh!“ zeigt mir, sofern’s nicht Feigheit ist,
    Dass Du ihr zugeneigter bist
    Als Du … Was ist mit Dir, Hagen, Du zitterst?! ‚N Krampf?

    Übersprungshandlung: Reiterkampf!
    Schnell zu den Buhurten spurten,
    Lanze greifen, Helm umgurten –
    Heidenspaß, wenn Schilde krachen –
    Garstig schauen, schallend lachen … Hargh! Hargh! Hargh!

    Noch mal zurück zum Thema Liebe.
    Nun, lassen wir Kriemhild mal weg – gut, da bliebe
    Noch Volker. Der Fiedler! Dein Lieblingsgefährte –
    Der doch etwas unkritisch von Dir Verehrte.
    Von Anfang an prägt das gemeinsame Reisen
    Ein krankhafter Drang, sich als Held zu beweisen:
    Den Fährmann enthaupten, den Paster ertränken,
    Das einzige Schiff für die Rückfahrt versenken.
    Dann mit Volker so voll cool vor Hof provozieren
    Und neckisch des Etzels Dezenz kommentieren
    „Feigling!“ – denn, hey, Ihr wollt noch eskalieren,
    Hier und da wen massakrieren,
    Euch brüderlich im Kampf beistehen,
    Hurtig Hunnen niedermähen …
    Du lobtest nun schon – ungelogen –
    Wohl zwölf mal Volkers Fiedelbogen.
    Und mit dessen Kampfwut fühlst Du Dich so symbiotisch –
    Vielleicht auch ein Fitzelchen homoerotisch?
    Treibt Euch die Angst vorm Coming-Out,
    Dass Ihr so eifrig rammt und haut?
    Zerstückelt Ihr im Schwerterfight
    Nur unterdrückte Zärtlichkeit?
    Und statt als liebende Musen müsst Ihr Euch gebärden
    Wie die derbsten Prolls auf Erden?!

    Wo ist Deine verwundbare Stelle, Hagen?
    Wart, als Dein Psychiater kann ich das wohl sagen
    Und näh Dir ein Kreuzchen – Du kennst solch Methoden –
    Auf die taube Verbindung von Resthirn und Hoden.
    Du sonnst Dich im Selbstgefall’n „Weil ich es kann!“ –
    Hältst Dich für den rühmlichsten, kraftvollsten Mann
    Du huldigst dem „Ehre und Blut“-Ideal –
    Doch Tschuldigung, Hagen – das ist nicht normal!
    Wer wehrlose Kinder noch munter zerdrittelt,
    Der scheint mir doch minder- bis unterbemittelt,
    Brutal verspult und widerwärtig –
    Ja, einmal kurz durchatmen, ich bin noch nicht fertig!
    Die Kampftreue, die Du Dir zu Tugend erhebs‘ –
    Das ist der Nibelungenkrebs!
    Dies schmierige im Pathos Suhlen,
    und als ein Held herumzuhoolen … –
    Denk nicht, dass die Nachwelt Dich dafür begnadigt!
    Zwar ham Dich die Nazis mal stalinbegradigt –
    Doch wer in Kampflust versteift, der verlässt diese Welt
    Als ein elender Abschaum – nur niemals als Held!
    Und es führt auch kein Fluchtweg aus diesem Gedicht.
    Und ’ne Übersprungshandlung – die rettet Dich nicht!


  • Verrätergasse & das zweihundertzweiundsechzigste Gedicht

    Verrätergasse Görlitz

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Verrätergasse, Abzweig Brüderstraße. Du hast die Wahl!

    Auf- vs. Abstand

    Hier die Gasse der Verräter
    Falsche Überzeugungstäter
    Die, sobald mal sie was melden
    Wird zur Straße unsrer Helden


  • Neisse & das zweihunderteinundsechzigste Gedicht

    Görlitz Neiße

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Zwischen den Ländern.

    Der Latz (Ein simples Gedicht)

    Da ruh’n die Beschwerden verschlabberter Leben
    Die selbstlos befehligt einst gaben sich hin
    Um Grenzverlauflinien ’ne Wölbung zu geben

    Die standen kurz so in den Landkarten drin
    Dann folgte der teure Strich nächsten Bestreben
    Nach Bögen, nach Streckungen, Senken und Heben
    Sei’s nur für den Blitz einer Satisfaktion
    Da verschlabbert man eben mal weitere Leben …

    Sieh zu, dass du nie mit am Tisch sitzt, mein Sohn!


  • Görlitz & das zweihundertachtundfünfzigste Gedicht

    Altstadt Görlitz Silhouette

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival.

    Old School

    Verzeihen Sie die Schlägereien
    Die ich fröhlich diktierte dem Vers und der Hand
    Weil ich jeden Faustkick als pure Romantik
    Und Lebensbeweis aller Dichtung empfand
    Als ging es um Kräfte, Organe und Säfte
    Ums alte Gehöft für das erstmals Geäffte …

    Ich hab mich verschätzt, man mag mir das verzeihen!

    Und schau teilzeitvergrätzt auf das Strohfeuerspeien


  • Olympiaberg & das zweihundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Olympiaberg

    Noch anderthalb Tage Freizeit, bevor es wieder auf Tour geht.

    Die Ärsche der Anderen / Generation Y

    Nach dem Abi-Ball in die Charakter-Arthrose
    Man postet gemeinsam ein „Ich – ich – ich!“
    Empfängt jedes Like wie ’ne Baccararose
    Und taggt seine Schwüre mit #weißichnochnich
    Man wittert die lauernden Niederlagen
    Und fordert vom Leben, mal fairer zu sein
    Die Überauswahl lässt sich kaum noch ertragen
    Drum richtet man sich im Ironischen ein
    Und kommt überein, es sei wichtig im Leben
    Sich selber mal – Yolo! – ’nen Arschtritt zu geben

    Lasst den Fokus der Welt von dem hehren Ich wandern!
    Entdeckt mal als Ziele: die Ärsche der Andern!


  • Olympiapark & das zweihunderteinundfünfzigste Gedicht

    Olympiapark Munich Mash

    Immer noch drei Tage Freizeit in München.

    Trendsportler Wort

    Von Außen wird alles wie Freizeit ausseh’n
    Wenn wir vom Gedicht zum Kalkül übergeh’n
    Auch wenn wir uns längst schon am Magnum-Cup kühlen
    Soll es sich für andre wie Zufall anfühlen

    Man muss uns als gleichgesinnt interpretieren
    „Ja, wir geh’n – wie ihr – hier nur gerne spazieren …!“


  • Frauenkirche & das zweihundertachtundvierzigste Gedicht

    Frauenkirche München

    … und das fünfte Gedicht aus der Reihe der Münchner Unzuchtverse.

    Liebfrauenkirche – Dicht- vs. Deckkunst

    Ich trat mitsamt dem Sauentierch‘
    An den Altar der Frauenkirch‘
    Und sprach: Oh, Herr!-lich ist das Poppen!
    Nicht mal von den sauigsten Versen zu toppen …


  • Iffeldorf & das zweihundertdreiundvierzigste Gedicht

    Iffeldorf

    Zehn Tage am Stück daheim in München. Das gibt es dieses Jahr exakt einmal. Fast zu schön, um wahr zu sein … Daher an dieser Stelle ein idyllebrechendes Garstiggedicht. Vor der Kulisse Iffeldorfs (bei München, keine Angst!).

    Die Reinigung der Schuhe

    Ja, die Reinigung der Schuhe
    Nach dem Zertreten einer Katze
    Sie erfordert Zeit und Ruhe
    Mit dem Rosenzweiglein kratze
    Ich allen Grind aus dem Stiefelprofil
    Und füttere damit mein Zwergkrokodil
    Lasse, wenn ich Gassi geh‘
    All das Blut im Frühlingsklee
    Schaut, schon sind sie blitzeblank!
    Und ich lob‘ mich: Spitze, Frank!


  • Vorsicht & das zweihundertzweiundvierzigste Gedicht

    Lindwurm von Klagenfurt

    Der Lindwurm von Klagenfurt.

    Warnung vor dem lyrischen Hunde

    Traut euch hinein in dieses Gedicht!
    Könnt ihr euch benehmen, erschlägt es euch nicht
    Sonst setzt es Haue wie einstmals bei Etzel
    Ein beschauliches Gemetzel
    Wie „Das woll’n wir doch mal seh’n!“?
    Mancher wird’s wohl nie versteh’n:
    Wer würd‘ in ein lyrisches Ich investieren
    Könnt‘ dies nicht das lyrische Euch massakrieren?


  • Lodenmoden & das zweihunderteinunddreißigste Gedicht

    Loden Frey München

    Die Münchner Unzuchtverse, Teil drei. Auf Eiersuche.

    Bei Loden Frey

    Heut‘ dachte ich bei Loden Frey:
    Fehlt mir im Hoden nicht ein Ei?!
    Ach, nee – da steckt die Nummer Zwei!
    Kommt halt nix weg bei Loden Frey


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