Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Liebe Jogger und -innen – da rast’er!
Immer zwei Schritte schneller als ich, der Flaneur
Seid ein Pornofilm-japsendes Optikdesaster
Ich trag eure Schleppe voll Arbeitsodeur
Durch den an eurem Anblick erkrankenden Park
Den ich selbst kaum in Anspruch zu nehmen noch wag
Stiebt doch aus jedem Turnschuhtritt
Der Vorwurf: „Nun, ich halt mich fit!“
Ich werd anstatt zum Läuferleben
Doch eh’r zu dem der Säufer streben
Die zerstören sich selbst anstatt andre zu stören
Sind viel eleganter als trimmdumpfe Möhren
Der’n wackres Ackern unverhohlen
Sich abmüht, um mich einzuholen
Pah! Zur Herrlichkeit führt nur die Spur
Der ehrlichen Spazierkultur
Noch lerne und übe ich den Genuss
Im noch und nöcher Überfluss
Stopfe Löcher, die schon bedrohlich umstellt
Von der rohen und unfrohen, sternlosen Welt
Statt eines Tresors voller teurer Geschenke
Gab’s bloß das Beteuern, dass man an dich denke
Du hast noch ein „Habt Dank!“ geblafft
Dann stampftest du gen Schankwirtschaft
Ich soll Dich von der Romantik grüßen
Sie meint, Du hätt’st genug gefickt!
Mit Hundescheiße an den Füßen
Bist Du ihr in den Pelz gerückt
Doch sprachst niemals in ihrem Namen:
Du beherrscht kein Mousse au Chocolat
Woher auch entsprechende Rückschlüsse kamen …
Die Anmut hurt nicht im Ein-Euro-Basar!
Das grüne Schmuckband dieser Stadt
Ist ewig neigsam kühl und hat
Jed‘ Charmedefizit aus den Ufern gespült
Das Obergeflachte mit Plätschern befühlt
Hier gerät Langeweile noch angenehm lang
Wird Alltag zum Urlaub im strömenden Drang
Durch Dich fließt die Kraft, alle Stadt zu besiegen
Und die Blöße, mit der wir Dein Kiesbett beliegen
Ist bloß Unterwerfung – denn, sieh: Unsre Schwänze
Schaukeln im Beat Deines Triebs ihre Tänze!
Sie tauchen ein „Für immer Dein“
Erfrischt und frei in Dich hinein