Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Beehren Sie, Fräulein, mich baldigst zum Tee
In meinem verheerenden Balz-Separee?!
Wo der Kitsch meiner Kissen aus Plüsch und aus Samt
Schon selbst nicht mehr wissen will, woher er stammt.
Hier wirkt noch des alten Stils vorletzte Chance,
Hier wirbt noch der Wirklichkeit Resteleganz,
Hier stirbt unvollendet mein Dasein als Geck,
Mir dünkt den Einspruch, Euer Ehren,
In Eurem Namen abzuwehren:
Wir sind am Punkt, da Diskussionen
Noch nicht einmal als Übung lohnen –
Man schmückt sich nur noch mit Gebelle
Und rückt kein Stück mehr von der Stelle –
Drum lasst uns unsern Blutdruck senken
Und nicht noch weit’re Zeit verschenken!
Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen –
Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
So ungestüm einfach – führt’s schlichtweg zur Pracht!
Da macht es sich der Herr Poet doch mal wieder sehr einfach …
Auflösung von Wolkenfeldern,
Auszahlung von Fördergeldern,
Ablösung von Nachtwachtschichten,
Ansammlung von Kurzgedichten –
Jeder kann in schweren Zeiten
Einen großen Beitrag leisten!
Vielleicht wetzen wir die Messer
An minder hassenswerten Tagen?
Man würd‘ sich dann wohl besser
Und angemessener betragen.
Ich schaff‘ (oder vermag)
Den Tag nicht auszublenden.
Obschon ich Schärfe mag –
Für heut woll’n wir’s beenden!