Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Schneeglöckcheninvasion & das zweitausendachthundertzweiunddreißigste Gedicht

    Schneeglöckchen im Wald

    Zollfreies US-Medley, Teil 3
    (auf Mary Roos – Pinocchio)

    Melania!
    Donalds Püppchen, freches Hütchen –
    Jetzt bist du auch ein Leinwandstar!
    Bist die Deneuve der USA – dem Oskar nah!
    (Denn solche)
    Auszeichnungen – werd’n erzwungen,
    Weil das Haus Trump allein ersinnt,
    Wer selbst Nobelpreise gewinnt.
    Dein Mann macht’s klar,
    Melania!


  • Schuir & das zweitausendachthunderteinunddreißigste Gedicht

    Dämmerung in Essen-Schuir

    Zollfreies US-Medley, Teil 4
    (auf Udo Jürgens – Mit 66 Jahren)

    Die internationalen Verbünde sind wir leid,
    Sie zollten unsrem stolzen Land noch niemals Dankbarkeit!
    Naja! Warum! Weshalb?

    Weltklimarat und UNO, da war’n wir involviert,
    Obwohl von deren Anlieg’n uns keines interessiert …
    Naja! Warum! Weshalb?

    Der’n Themen sind uns schnuppe und Umweltschutz ein Graus –
    Für 66 Clubs heißt’s: Die USA sind raus!

    Die 66 waren dem Donald nicht genehm,
    Die 66 waren schon immer linksextrem,
    Die 66 waren Trumpisten ein Verdruss,
    Die 66 sind nun reif zum Abschuss!


  • Hitchcock-Casting & das zweitausendachthundertdreißigste Gedicht

    Krähenansammlung an der Isar

    Zollfreies US-Medley, Teil 5
    (auf Nena – Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann)

    Auf der Münchner Konferenz
    Schockte letztes Jahr der Vance.
    Aber heuer Rubio – war der gleiche Griff ins Klo
    Irres Reden, Größenwahn – entsprach erst nicht unserm Plan,
    Nun nehmen wir’s in Kauf!
    Wer nicht mitzieht, ist ein Feind
    Und so stehen dann vereint für ihren Beifall all die Speichellecker auf.

    Die hab’n erkannt: Diese Welt hab’n in der Hand
    Ein irrer Vance, irre Noem, irrer Trump.
    Sind die nur tight oder klapsmühlenbereit?
    Irrer Vance, irre Noem, irrer Trump …
    Die ganze Zeit wird nur Eigenlob geseiht
    Irrer Vance, irre Noem, irrer Trump …
    Macht euch die Welt, widdewit, bis sie zerfällt
    Irrer Vance, irre Noem, irrer Trump!


  • In der Po-Ebene & das zweitausendachthundertneunundzwanzigste Gedicht

    In der Po-Ebene

    Der Brenner

    Er beamt uns, mittelmeerbereit,
    Aus dem Grauen der Sonne entgegen.
    Im Handschuhfach: die Leichtigkeit.
    Es lauern auf Wonne die Mägen.

    Penibligkeit um Ä und E
    Wird bald schon nicht mehr zählen …
    Die Muttermilch schmeckt plötzlich bäh,
    Wenn wir uns neu vermählen.


  • San Giorgio Maggiore & das zweitausendachthundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Blick auf San Giorgio Maggiore

    Auf der wärmeren Seite der Berge

    Auf der wärmeren Seite der Berge
    Leuchtet Hügeligkeit mir so ein.
    Hierzuorts spricht das Volk oft vom Sporteln –
    Aber da sag ich inbrünstig Nein!

    Auf der wärmeren Seite der Berge
    Hat die Techniktextilie einfach keine Funktion.
    Ich mag Sonne mit nackter Empfängnis begrüßen,
    Nicht als Faktor des Tagessolls Peaksubtraktion.


  • Venedigs Alpenblick & das zweitausendachthundertdreiundzwanzigste Gedicht

    In San Polo

    Mein hintergründiger Nationalstolz

    Ja, natürlich muss Italien es forsch übertreiben:
    Mir sein Licht unters oberste Nasenloch reiben
    Nebst der bunkerverbauten Kartoffeligkeit –
    Mein von Ordnungsgehorsam geerntetes Leid
    An den Provokationen der offenen Chancen!

    Und wie immer macht Lebensgenuss mir Avancen.

    Doch ich mich verschließen, an Heimatstolz binden
    Diese Weisheit, mein Deutschsein so scheiße zu finden.


  • Mustersammlung Murano & das zweitausendachthunderteinundzwanzigste Gedicht

    Mustersammlung im Glas-Museum auf Murano, Museo del Vetro

    Ein weiterer Songtext fürs nächste Marilyn‘s Army Album „Gold“.

    Zig Zig

    Deine Bahn fährt auf seltsamen Schleifen noch immer hier her,
    Aber jedes Gespräch drängt zum Fazit: „Das geht so nicht mehr!“
    Und ab hier lohnt es sich nicht mehr weiterzugehn,
    Denn ab hier wird sich alles von selber verstehn
    Und das einzusehn fällt ja nach all den Jahrn nicht mehr so schwer.

    Und du findest – zwar umwegreich – immer noch sicher hier her,
    Man begrüßt dich da butterweich: „Alle vermissten dich sehr!“
    Und alles scheint richtig – so viel wurd zum End klar:
    Das ist die Richtung, es ist unabwendbar.
    Die Stadt verspricht: Hier wird dir nichts mehr geschehn!
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.

    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig „Ich scheiß auf euch alle!“ in deinem Lauf!
    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig Zig – in deinem Lauf!

    Deine Bahn fährt wohl weiter auf ewigen Schleifen hier her,
    Du hältst deinen Nebenplatz frei, doch es kommt niemand mehr.
    Denn ab jetzt lohnt es sich nicht mehr hier rumzustehn
    Und ab jetzt wird heir alles ganz leise vergehn.
    Plötzlich fällt’s dir leicht, nichts von dem wiederzusehn
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.

    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig „Ich scheiß auf euch alle!“ in deinem Lauf!
    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig Zig – in deinem Lauf!

    Und du fliehst über seltsame Schleifen zu Fuß von hier fort.
    Es grüßt deine stete Genervtheit und nimmt dich beim Wort.
    Diese Stadt zieht dich runter auf die Null von der Zehn –
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.


  • Brenner & das zweitausendachthundertzwanzigste Gedicht

    Auf dem Brenner i Südtirol

    Instagramabler Tourismus am Beispiel Südtirols

    Das Etschtal in seiner gesamten Breite
    Reicht von der rechten Seite bis nach links!

    „Boah, krass“, ruft Mancher, „was ’ne Weite!
    Das ist ja fast so wie in … Dings.“

    „Ja, ja“, sagt das Etschtal, „das mach ich auch extra!“

    Da geht der Besucher. Und schon kommt ein nächster.


  • Schäfflerlightshow & das zweitausendachthundertneunzehnte Gedicht

    Schäfflertanz-Installation auf der Kaufinger Straße

    Unter der Dusche (Eine Interaktionsinitiative)

    Ich habe jetzt tapfer den Punkt überwunden,
    Zu dem kaltes Wasser für zwei, die Sekunden
    Sich durch den erwachenden Duschkopf ergießt.

    Die Folter traf mich voll entblößt –
    Hätt gern im Bett noch fortgedöst –
    Oh, welch hinterhältig Biest!

    Nun lässt mich ein Wärmeschwall wieder gesunden …
    Nun, hab die Tortur zu extrem ich empfunden,
    Weil derlei mir nicht den Gesamttag vermiest?

    Doch „Warm“ gewählt, dann kalt umflößt!
    Normal, dass man sich daran stößt!?

    Schreib mir gern, wie du das siehst!


  • Speisegast & das zweitausendachthundertsiebzehnte Gedicht

    Blaumeise an Meisenknödeln

    Generationengap in der RB

    Die Rotzfahnen-Twens mit all ihrer Sickness
    Der veganunterfütterten Widerstandskraft
    Hustet mich an, dass auch ich wohl bald Wick ess.
    Die Regio-Luft tränkt bazilliger Saft.

    Eure Laune dagegen ist minderansteckend –
    Ihr wähnt euch als Aufmupfes Kinder aneckend
    Und bekommt von euch selbst nicht genug.

    Zelebriert über Handys ’ne Abstandsgewalt
    Und schon fühl ich durch euch mich grad unsagbar alt –
    Trotzdem sitzen wir im selben Zug!


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