Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Einakter

Alles, was zwölf Zeilen überschreitet.


  • Loisach & das eintausendsechshundertneunzigste Gedicht

    Blick auf den Lauf der Loisach vom Jochberg

    Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

    Wetten Dass

    Früher war mehr Lagerfeuer
    Und das Publikum war treuer.

    Früher, da war eine Show noch verbindlich
    Unter dem Motto „Wer nix kann, gewinnt nich’“.

    Früher gab’s mehr echte Stars,
    Deutlich wen’ger Kameras.

    Früher, da wurde noch feist überzogen,
    Früher, da hat man meist feiner gelogen.

    Früher musst es samstags sein –
    Und die Auswahl war beinahe auswahllos klein.

    Früher sah’n’s gleichzeitig zwanzig Millionen –
    Früher schien sich das zu lohnen.

    Früher war mehr Wetten Dass
    Und Lametta. – Bitte? – Spaß!


  • Landhahn & das eintausendsechshundertachtundachtzigste Gedicht

    Hahn in Bayrischzell

    Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

    Der Grantler

    Im Sturm befohlen guter Laune ragt stolz dein Mast empor,
    Du moserst miesepeterigst den Gegenpol ins Tor.
    Dein Griesgram schimpft sich große Kunst,
    Die du genießt voll Innenbrunst.

    Dem kollektiven Anstandszwang
    Bist du so dringlich zumutbar,
    Dem Wohlfühlregulierungsdrang
    Bleibst stur du deflorierend nah,

    Du Hartnack an der Aneckfront
    Im Grummelunmutsbrummbärfell –
    Wenn Kantigkeit treibt’s so gekonnt,
    Macht Düstres unsren Erdball hell.

    Und wokt die Welt harmonisch bieder,
    Reiß lustvoll ihren Schutzschild nieder!
    Die Triebkastrierten hab’n schon Schiss,
    Tönst du: „I sog amoi, wies is …“


  • Quetzalgrün & das eintausendsechshundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Walchenseeufer bei Urfeld

    Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

    Der Quetzal

    Der Farben Pracht und Dynastie
    Sind still in ihm vollendet –
    Und so erklär ich hiermit die
    Befragung für beendet,
    Welch Schöpfung unsre Welt bekrönt,
    Die sonst vor Eitelkeiten dröhnt.

    Der Löwe zu herrisch, das Schaf wirkt zu dumm,
    Der Adler zu aggro, der Wal bleibt zu stumm,
    Der Mensch ist ein breitflächig andres Problem –
    Doch dazu benötigt’s ein eignes Poem.

    Sich Unschuld in Brillanz zu leisten,
    Ich denk, darauf versteh’n die meisten
    Hoch geschätzten Stars sich nicht –

    Dem Quetzal steht es im Gesicht.
    Er macht selbst den räubrigsten Dschungel noch fromm –
    Auch mein Dümpeln als Mausklick
    Fand durch seinen Anblick
    Den Link auf die Seiten von Gott(dot)com.
    Doch braucht’s für dies Bildnis
    Den Gang in die Wildnis,
    Denn er wird in Gefangenschaft
    Vom Freiheitsdrang hinweggerafft.


  • Angelsaisonstart & das eintausendsechshundertsechsundachtzigste Gedicht

    Anglerboot auf dem Walchensee

    Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

    Olivenschiffchen

    Wie viel Stück Olivenschiffchen
    Benötigt der Haushalt vom Menschenverstand?

    Eins, um stilecht aufzutischen,
    Ein weitres zur Pflege vom Faible für Tand,
    Zwei, um für beide Ersatz zu besitzen,
    Drei mit zur Fruchtgröße passenden Schlitzen –
    Von jenen empfiehlt’s sich, die gängigsten Farben
    (im besten Fall sechsfach) auf Vorrat zu haben!
    Und hat man mal keine Oliven im Haus,
    So zieht man sein schlitzloses Schiffchen heraus.

    Wenn nun jemand fragt: „So viel Schiffchen – weswegen?
    Ich esse Oliven vom Glas aus der Hand!“

    Es gilt, kleine Dinge als Schätze zu pflegen
    Als zwingende Vorschrift vom Menschenverstand.


  • Präsenteheimat & das eintausendsechshundertneunundsiebzigste Gedicht

    Geschäftsfassade in Bayrischzell

    Zum reifen Geburtstag

    Du hast ja schon recht oft Geburtstag gefeiert –
    Ich frag mich: Wann hast Du’s verlernt?
    Dass dich Dein „Ach, keine Geschenke!“-Geleier
    Von just jenen Zeiten entfernt,
    Da Dir sehr bewusst war: „Geburtstag?! Mensch, Klasse!
    Der Cäsar in der Resttagmasse!“

    Heut bettet ein Samtflor Dich fürsorglich,
    Flötet morgens die Amsel das erste „Für Dich!“ –

    Da solltest Du dich nicht lang schämen,
    Mit vollsten Händen anzunehmen!

    Bescheidenheit als Zier? Das rächt sich!
    Denn an dreihundertvierundsechzig
    Tagen ist Deine Geburt schnurzegal,
    Dann feiern fairerweise mal
    Die zahllosen anderen Leute.

    Aber du zählst (und zahlst) für uns ganz allein – heute!


  • Osterseepanorama & das eintausendsechshundertdreiundsiebzigste Gedicht

    Blick über den Großen Ostersee

    Vierte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Angst vor dem weißen Blatt, Discounter, Kratzbäume, Joggende, Porzellanservices und atomare Endlagerung.

    Joggende

    Man glaubt’s kaum, doch ich trau’s dir zu,
    Du fandst noch grad vorm Spiegel „Whooo!
    Ich schnittigflotter Sausewind
    Feg gleich durch alle Gassen!“
    Laut schreit dein Outfit „Gott ist blind“,
    Vom Mindestmaß verlassen.

    Jede Zeit hat ihr Debakel
    Von ästhetischer Natur –
    Bald huschst du als Gehweg-Makel
    Zum „Das geht echt gar nicht!“ pur.

    Magst du dich nicht hinbegeben,
    Wo man unverdächtig schwitzt?
    Eh durch das gepflegte Leben
    Ständig dein „Ich trau mich!“ blitzt?!
    Bürgersteige sind dem Sporte
    Selten zugeneigte Orte.


  • Höhepunkte & das eintausendsechshundertdreiundsechzigste Gedicht

    Am Starnberger See bei Schloss Possenhofen

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Schulsport, Schwerpunktwahl: Gymnastik/Tanz

    Hab die Anmut mehrfach gebeten zum Tanz –
    Dass sie nicht lauthals lachte, war pure Kulanz.

    Mit Keulen, Ball, erst recht mit Band
    War ich so minderelegant!
    Und was ich überwand, war bloß
    Mein Stolz – „Was soll’s?!“ – und hemmungslos
    Gymnastikte ich jede Kür.
    Mein Selbstbild seufzte: „Kerl, wofür?!“

    Nur weil die Grazie grad nicht will,
    Halt ich nicht einfach artig still!
    Eh wir vom Schulstress uns entfernen,
    Lass uns noch etwas Coolness lernen:
    Man kann sich im Dreikampf mit Anstand platzieren
    Oder beim Freitanz mit Abstand verlieren.
    Mein ungelenker Loser-Ritt
    Wär heut geschenkter YouTube-Hit!

    Die Anmut und ich hab’n nach schmerzhaften Stunden
    Uns dann über anderen Wege gefunden.


  • Dreischlösserweg & das eintausendsechshunderteinundsechzigste Gedicht

    Auf dem Dreischlösserweg im Schwangau

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Mein Garten

    Ich schotter meinen Garten zu,
    Leg all des Rottkrauts Saat zu Ruh,
    Und reines Steinsein überdeckt,
    Was unbefugt gen Wuchs sich reckt.

    Organisches gebärt Verderben –
    Auch wir, die wir fortwährend sterben,
    Haben diesen Ort nur von den Kieseln gelieh’n,
    Vom Sand und vom Staub, die ihn bald überzieh’n.

    Für all den Kreuch- und Fleuchbelag
    Läuft nur ein Zwischenmietvertrag –
    Zur Übergabe, besenrein,
    Muss alles ohne Wesen sein.

    Der Bub und Gattin Gabi wohnen,
    Schon hübsch umhüllt von Gabionen,
    In Steinegemeinschaft, von Streben umgittert.

    Es braucht ja Äonen, bis sowas verwittert.


  • Kalvarienberg & das eintausendsechshundertneunundfünfzigste Gedicht

    Der Gipfel vom Füssener Kalvarienberg

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Rot-Weiss Essen

    Sie kämpfen nicht um Meisterschalen –
    Die kann ja eh kein Mensch mehr zahlen! –
    Und viele Vereine sah man schon versumpfen
    Im Loop von den dauernden Titeltriumphen!

    Man ist gewöhnt, aus leeren Händen
    Mit Dönekes und auch Legenden
    Den Fanschal zu verzieren –

    Und dann kann’s mal passieren,
    Dass sich der Fußballgott besinnt,
    Ein weitres Anekdötchen spinnt,
    Und Jubelschreiweihe das Fanherz durchbebt
    Zum hollywoodreifen Beweise Es lebt!

    Den Ungeübten reicht ja schon
    Ein Schnüffeln an der Sensation –
    Und das verfüllt per „Weisste noch?!“
    Den Schlund vom nächsten Leistungsloch.


  • Schwanseeschwan & das eintausendsechshundertsiebenundfünfzigste Gedicht

    Startende Schwäne am winterlichen Schwansee im Schwangau

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Der große Preis

    Wenn Thoelke raunte „Risiko!“,
    Erlosch das Licht und es war so,
    Als wenn das Wort gewitterte.
    Das Quiz als Leistungsdisziplin –
    Da mich ob Wum und Wendelin
    Schon Vorfreude durchzitterte.

    Es keimte eine Hoffnung zart:
    Da werd ich auch mal Kandidat!
    Nur was wär mein Spezialgebiet?
    „Zum dritten Mal heut mit dabei: …“
    „Ich nehme Umschlag Nummer Zwei!“
    “ … sein Thema: Miezekatzelied.“

    (Was ist wohl mit Eberhard Gläser gescheh’n?
    Hat irgendwer Eberhard Gläser geseh’n?)

    Walter Spahrbiers Uniformen
    Trotzten Unterhaltungsnormen
    Wie echter Klotz aus Eichenschrank.
    Der Taxifahrer Fritze Flink
    War – unverstanden – mehr mein Ding
    Dank Spaßkanonenüberschwang.

    Schier pausenlos verlas man dann:
    „Einhunderttausend Mark geh’n an: …“ –
    Als würd die ganze Welt beglückt
    Mit mir und Wim in ihrer Mitte –
    „A bis Z einhundert, bitte!“ –
    Da die Entscheidung nahgerückt.

    (Nur findet die Kürung des Siegers nicht statt,
    Wenn Eberhard Gläser noch Einwände hat.)

    Die Kandidaten war’n bereit
    Zu Runde Drei (fast Schlafenszeit).
    Die Ratekapseln schlossen sich
    Um Wissen, dass dann Fachexperten
    Recht stumpf mit „Alles richtig!“ ehrten –
    Und den Triumph genoss auch ich!

    Ein Aktenkoffer, prall gefüllt
    Mit Kram, der Wissensdürste stillt
    Fürs „Weiterhin viel Freude mit …“ –
    So zog’n die Themenrecken los.
    Das war ihr Preis. Und der war groß.
    So wie mein Fernsehappetit.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler