Wenn ihr die
Hiesigen Breitengrade
Grad Unbehagen bereiten
Und ihr der Biss des Winters stinkt,
Tragen sie alsbald die Weiten
Ihrer Flügel und beschwingt
Gleitet sie gen Afrika
Für ein gutes Vierteljahr.
Dort gilt’s bloß, Hyänenzähnen
Forsch die Stinkefeder zeigen!
Und beim Anblick größ’rer Mähnen
Hoch in heiße Höh’n zu steigen,
Um auf flirr’nder Luft zu segeln
Und der Rest wird sich schon regeln
Im besagten Vierteljahr.
Heute klagt man: Afrika
Sei noch so ein Sinnbild vom Voll-Übertreiben –
Man müsse doch gar nicht so weit!
Denn die, die im Froste vor Orte hier bleiben
Wärmt Flucht als pure Möglichkeit.
Scheint, dass ich mich beim Zwiebelnschneiden
Von Jahr zu Jahr verbesser!
Natürlich müssen da andre entscheiden –
Im besten Fall, freilich, die Messer!
Ich denk ja, dass für mich das Jahr
Zweitausend sehr entscheidend war.
Vermutung nur zwar, die durch wenig zu stützen
(wem sollten Details hierzu letztendlich nützen?) –
Doch setzt das Ergebnis ein ganz klares Zeichen:
Es lässt, was man wirklich will, sich auch erreichen!
Und das Schneiden von Zwiebeln ist fürs Kochen soo wichtig!
Wer echt an sich glaubt, kann’s von selber bald richtig!
Im Jahre Zweitausend hat’s bei mir dann gefunkt,
Rein kochtechnisch ein Wendepunkt.
Diesen Rat mag zur Weihnacht ich Mutlosen schenken:
Auch tränenden Auges stur positiv denken!
So ein wenig werd immer dies Bayern ich hassen
Als Letztbastion der Automassen!
Hier bullert die „packmascho!“-Selbstherrlichkeit
Und überall, Kerl, steht ein Traktor bereit!
Letztlich wird uns der Seppi nie hinreichend Mann,
Weil er viel zu oft nicht mit der Axt schlägt. Und dann
Ist sein Triumphgeheul hernach so leise –
Wir johlen und jodeln auf kernige Weise!
Herr, schütze uns Bayern vor Weicheigebrechen,
Vor ungenutzten Ladeflächen!
Gib uns einen Grund zum Besorgungenmachen
Und mag deine Huld unser Brennholz bewachen!
Lass unseren Lieben kein Unbill passieren
Und mich meinen Führerschein niemals verlieren!
So ein wenig werd immer dies Bayern ich hassen
Als Letztbastion der Automassen!
Hier bullert die „packmascho!“-Selbstherrlichkeit
Und überall, Kerl, steht ein Traktor bereit!
Was haben wir denn hier …? Oha, insgesamt
Siebenundzwanzig Pizzamodelle!
Ich denk: ‚Inspirierend.‘ Zugleich auch: ‚Verdammt,
Wie nun wählen auf die Schnelle?‘
Es gibt ja die Dinger mit jedem Belag –
Seit neulich auch ohne Tomatensoß! –
Hier reiht sich einand‘, was ich grundsätzlich mag
Und tummelt die Auswahl erst groß.
Doch Schinken, Sardellen und Kapern? Heut nicht.
Auch andere Meeresfrucht: Muss nicht sein.
Ich mag etwas Übersicht auf höchster Schicht –
Schon schrumpft jener Pool wieder ein.
Ja, wenn ich mal Pizza ess, dann gerne scharf!
Artischocken find ich sehr oft fade,
Bei Ei und Spinat gibt’s kein’n Nachholbedarf …
Findet noch was meine Gnade?
Es drängt die Entscheidung, der Kellner ist da!
Was sich bewährt hat, bleibt abermals gut.
Ihr scheint meine Wahl etwas langweilig zwar –
Doch sagt wer, es gänge um Mut?
Okaygesättigt fragt’s dich, ob du
Zufriedener wärst, griffst du einfach daneben.
Nun, es kommt schon irgendwann dazu!
Vermutlich erst in einem späteren Leben.
Die ausgeteilten Karten
Hat sie nicht mehr aufgenommen.
Daneben, längst verkommen:
Die mit Ehrfurcht aufbewahrten
Pralinés (und nicht Pralinen
Sagt – wer preisbewusst – zu ihnen)
Von der Firma mit dem Namen
Und dem Flair vergang’ner Zeit,
Da ein Bridgetisch steht bereit
Für Partien von großen Damen
(Die sich niemals Frauen nennen
Und an Pralinés erkennen)
Und stoisch wirbt dieses verdeckte Blatt,
Da die Fotos von ihr längst verblichen.
Nichts von einst gepflegtem Trott findet noch statt
Und der Glanz der Callets ist gewichen.
Die Kühle flüstert mir zu,
Ich sei der Erste auf dem Mars.
Minus 63 Grad und du
Sprachst: „Guten Flug, monsieur – das war’s!“
Noch verspricht ein Schwerkraftgruß:
„Du wirst dich leichter fühlen!“.
Doch am Olympus Monsens Fuß
Wird sich jed Hoffnung verkühlen.
Die Berge werden immer fremder,
Kälter, höher, steiler.
Wer glaubt da an östliches Morgengedämm? Er
Setze mich auf den Verteiler!
Ich errechne noch, wie lang die Jahre nun sind,
Aber mag das Ergebnis nicht seh’n.
Es war ja der Plan, dass ich tunlichst verschwind,
Und nicht, den Planeten,
Den frostwindumwehten,
Mit Forscherelan zu versteh’n.
Sie zog die Hand so plötzlich fort
(Und sie wäre zu halten gewesen).
Zu schuldig am leicht zu verhindernden Mord
Gelobten wir, bald zu genesen.
Doch der Mond, der uns in jener Nacht sacht’ beschien –
Er wächst nicht mehr zu ganzer Fülle,
Kreuzt den Nachthimmel nach unverrückbarer DIN
Und die Taglast belärmt ein Gebrülle
Aus „Wieso?“ und „Warum?“ und „Liebst du mich noch?“
Als drei der dich suchenden Finger
Vorm bleich übers Laken sich spannendem Loch.
Und käsig thront
Über all dem der Mond –
Ein Hüter, doch auch ein Bezwinger.
Und mit jedem herbstnen Regenfall
Berichtigt sich mein Blick.
Verschwommen tropft sich auf ein Wall,
Ein unvernomm‘ner Klick
Linkt zurück ins Graueinst – nunmehr ein Idyll.
Behauptet als Raubein, steh stad ich und füll
Die Welt in den Mauern von zu kalten Scheiben
Wie ein verzwergtes Jenseits auf.
Jenes lässt vom Elan sich längst schlechter vertreiben –
Ich nehm‘s als Alter gern in Kauf,
Da das Jetzt wie zum Trotz sich mit Unverstand schmückt,
Eine kindliche Bootsfahrt mich stärker entzückt.
Bis ich dämmrig mich mit diesem Fazit versöhn:
Mein Leben war – nicht ist – noch schön.