Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Achtzeiler


  • Helsingin Yöt & das hundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Helsinki Domplatz

    Das letzte Gedicht aus Helsinki. Zu den letzten Stunden des Tages. Oder den ersten Stunden der Nacht. Und dem fehlenden Unterschied.

    Das nicht schwindende Tageslicht des Nordens

    Nachts sind alle Straßen blau …

    Als stünde der Tag da noch grade im Stau
    Auf seinem Weg ins All zurück

    Doch spart er sich das letzte Stück
    Und bläut hinein in schwarze Nacht
    Man freut sich, dass er das so macht

    Auch Reiseweg-technisch scheint es äußerst schlau:
    Das Dunkel durchströmende nordische Blau


  • Warmes Helsinki & das hundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Helsinki

    Der dritte Tag war dann wieder schön.

    Warm

    Nichts ist so warm wie der Tag nach dem Tag nach dem Tag des gebrochenen Sommerversprechens
    Man strauchelt zurück an den Ort des Verbrechens
    Und ich wag und ich wag und ich mag es kaum hoffen
    Hinterm Vorhang steht einer und ruft: Überraschung!
    Das Ende des Vorgangs steht immer noch offen
    Ich sag mir: Nu lüg dir nich selbs in die Tasch, Jung!
    Es ist noch nicht Sommer, komm, bild dir nichts ein!

    Doch allein von der Wärme, da könnt er’s fast sein …


  • Graues Helsinki & das hunderteinundzwanzigste Gedicht

    Wie gesagt, grau war der Tag.

    Grau

    Kein Grau ist so grau wie das Grau jenes Tages:
    An dem Tag nach dem Tag, da man glaubte
    Es würd‘ schon wieder sommerlich

    Am neu empfundenen Sonnenschein lag es
    Dass solche Hoffnung hoch man schraubte
    Doch so schnell kommt der Sommer nich‘

    Wie jedes Jahr keinerlei Zuwachs an Schläue
    Nur weitere Tiefe am Maßband für Gräue


  • Leaving Amsterdam & das hundertundsiebte Gedicht

    Amsterdam

    Der Zeitplan drängt und man lässt überall halb erledigte Städte zurück. Was man nicht alles nicht schaffen kann …

    Das Ungeschriebene

    Im Keller der Versagerträume
    Stieß ich heut auf Lagerräume
    Dort steckt das Verbliebene
    Von mir Ungeschriebene

    Du musst bereit sein
    Diese Lager zu räumen
    Teil dir die Zeit ein
    Und hör auf zu träumen


  • Amsterdam & das hundertunddritte Gedicht

    Grachtenhäuser

    Weiterhin mit gewogenen Grüßen aus Amsterdam.

    Die Schweigenden

    Diese Häuser, sie hecken wahrscheinlich was aus
    Wie sie konspirativ aneinander sich schmiegen
    Zärtlich beneigt, als sei Plan ihres Baus
    Zum Zweck der Gemeinschaft die Balken zu biegen

    Wir sollten jetzt nicht mehr von Zufällen sprechen
    Wenn etwas herabfällt, wenn Dächer zerbrechen
    Es gibt diese Pläne, sie breiten sich aus …
    Von Giebel zu Giebel, von Haus zu Haus


  • Leaving Potsdam & das achtundneunzigste Gedicht

    Potsdams Park Sanssouci

    Und noch ein letztes lyrisches Mitbringsel aus Potsdam.

    Im Garten

    Das alles hier hatte mal einen Namen
    Fest verstrebt pferchten Lettern den Grundbesitz ein
    War’n dem Platz in der Welt jener nötige Rahmen
    Um zeitlich befristet ein Ich-Reich zu sein

    Nun nistet ein Schwalbenpaar in diesem Bogen
    Der war vielleicht mal ein O, war vielleicht Konsonant
    Wohl zig mal bebrütet, noch öfter durchflogen
    Stand hier mal ein Name, den jemand gekannt


  • Aarebrücke & das sechsundachtzigste Gedicht

    Aarebrücke Olten

    Auf dem Weg zur Schützi Olten. Der Fluss summt Simon & Garfunkel.

    Bridge, trouble, water

    Was weiß denn das Wasser vom Trouble der Brücke?
    Vom zähen Verankern auf beiderlei Seiten
    Vom Dinge Verbinden, vom Schließen der Lücke
    Vom Menschen zu anderen Ufern Geleiten

    Selbst massiges Gleiten
    So stur wie bedächtig
    Strömt es durch die Zeiten
    Und glaubt, es sei mächtig


  • Tourblues & das vierundachtzigste Gedicht

    Isarauen

    Und schon wieder auf Achse. Beim Aufbruch schon Heimweh. Na, Gottseidank geht’s in die immer vergnüglich stimmende Schweiz – das mag uns Gedichte folgender Strickart ersparen (die nach der Strickart Zwei zufällig ausgewählte Anfangszeilen weiterschreiben im Dienstagsslammer Workshop aus mir purzelten):

    Die Dahlien 2.0

    Immer, wenn die Dahlien blüh’n
    So spät im Jahr noch frisches Grün
    Blick‘ ich verdutzt
    Aufs schlecht genutz-
    te, nun schon fast vergang’ne Jahr
    Und frag‘ mich, ob es nicht vielleicht
    Nicht jetzt erst, da die Zeit mir weicht

    Von Anbeginn verloren war


  • Rathen-Wehlen & das sechsundsiebzigste Gedicht

    Bahnhof Stadt Wehlen

    Irgendwo zwischen Rathen und Wehlen geschrieben, mit Schlamm am Schuh und Blick auf das Elbsandsteingebirge. Am Bahnhof Stadt Wehlen fotografiert, Selfie 2.0.

    Wild West

    Hier liegt die Prärie meiner Inspirationen
    Ich weiß, dass da tausend Gedichte drin wohnen
    Doch manchmal ist’s so, dass – zu meinem Bedauern
    Ihn’n all meine Worte vergeblich auflauern

    Du fragst, ob an solch‘ Waidmannsleid ich mich störe?

    Das gleitende Schreiten der Dichter-Flaneure
    Zieht auch im leeren Schritt und Tritt
    Sich stets ein Bild der Wildnis mit


  • Albertplatz & das vierundsiebzigste Gedicht

    Dresden Kästner-Museum

    Beim x-ten Dresden-Aufenthalt immer noch keinen Besuch des Kästner-Museums am Albertplatz eingebunden. Aber der Skulptur mit dem Zitat aus „Als ich kleiner Junge war“ einen kurzen Besuch abgestattet.

    Als ich ein kleiner Junge war

    Als ich ein kleiner Junge war
    Hab ich selbiges Buch Erich Kästners gelesen
    Der war zwar selbst schon nicht mehr da
    Und ist dennoch mir irgendwie nahe gewesen

    Solltest du, Bub, im Papier mal verweilen
    Da ich längst geworfen vom Rappen der Zeit
    Schnapp dir die Zügel der passendsten Zeilen
    Gib Spuren die Sporen, blick vorwärts und reit!


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