Für jede Minute der Nacht ist gesorgt,
Das Krakeelen im Schacht hört nie auf.
Berlin hat sich alldies höchst unfair geborgt
Und hält mit dem Selfiestick drauf.
Aber all dies ist da – in den Winkeln vom Echt
Hält es bis kurz vorm Tiefschlaf mich wach!
Hier muss Welt nicht schön sein und auch nicht gerecht –
Sie versorgt uns verlässlich mit Krach.
Mir geht so ein Rumoren
Grad rum in meinen Ohren.
Das wummert zwar vom fernen Rand,
Doch hör ich keine Zwischenwand!
Und höhnt’s nicht hoch vom Rachen:
Bald wird’s hier richtig krachen! – ?
Das macht zum Glück und Schutz mich
Stückchenweise stutzig.
Bist bis zum Sterben schön gewesen
Und bliebst doch am Schluss so alleine,
Warst so begütert wie belesen –
Und so schöne Beine!
Derweil du dich so gut gehalten,
Hielt niemand deine Hand.
Hier liegt im Grab der zählbar Alten:
Ein Schatz, der kaum bekannt.
Die Schönheit der Kostüme
Frisst Body-Ungetüme,
Es lässt vom Karnevalen
Sich Unmaß überstrahlen.
Schon schluckt der Schminke Gnade
Manch Mix der Promenade
Und kurz erlöscht Vergesslichkeit
Die grund(s)ätzliche Hässlichkeit.
Der Prinzregenten Torte Schichten
Wollt‘ ich gern adäquat bedichten,
Wollt‘ des Palminglanz‘ Schokohüllen
Mit fetter Poesie befüllen.
Biskuitlich sowie cremekakaoen
Wollt‘ Vers um Vers ich schichtend bauen.
Allein, auf wirklich adäquaten
Poem gilt’s weiterhin zu warten …
Das Gemäurige umeulen heuer nur noch Spatzen
Und der Trutzburg Schatz beluchsen abgezählte Katzen.
Ihren schiefen Wall umwolfen goldene Retriever
Und des Hofs Bestand gespenstern Unternehmensprüfer.
Um Bankettgelage kelchen coole Starbucks Art-Cups,
Prunkgemächer mächtizieren zwangslegere Startups.
Der Verliese Muff berittern fusselbärt’ge Hipster,
Die „Coole Location -„, twittern, „voll die Athmo gibt’s da!“