Im unverdienten Haus im Grünen
Grienen all die Erbschein-Hünen,
Reich beferkelt von den Bachen,
Die so herzergreifend lachen,
Wenn dem Herrn ein Witz gelingt
Und ein Borstenblitz durchdringt
Hehr schwerstgrau das Grüne
Wenn die Krise sich brav vor der Hoffnung verneigt,
Ist der Teilrückzug längstens beschlossen.
Doch dein Schicksal hat wieder mal alles vergeigt,
Frönt nostalgisch den kalkigen Possen.
Du bist eigentlich Opfer vergangener Zeit,
Doch dein Leid biestert schwungvoll ins Heute.
Jeden Währungsverlust nennst du Aufrichtigkeit
Und betonst, dass sie dir was bedeute.
Und grad weil dieser See alle Ruhe aufnimmt,
Die vom ufernden Rund sich ergießt,
Scheint mein Angesicht wie von Hektik bestimmt –
Dem nie überwundenen Biest.
Denn wie viel an Gesorg ich dem Himmel vermach‘ –
Aus dem See säuselt’s: Da geht noch mehr!
Wenn lustvoll zum „Ah!“ sich verschmälert das „Ach!“,
Verdümpelt erst all das Gezerr‘.
Ich möchte längst (und immerschon)
Zur Friedlichkeit gelangen.
Wird sie mich als verlor’nen Sohn
Samt Treueschwur empfangen?
Ich legte ihr die Flügel weit,
Höchst tiefgebeugt, zu Füßen
Und würd‘ von meiner Ruppigkeit
Sie demutartig grüßen.
Nun hat über Nacht sich die Sprache geändert
Und der Brief, den ich schrieb, schwatzt verwirrt.
Sein Sinn ist von toter Beschwingtheit gerändert
Und alles verstörungsumflirrt.
Heut spreche ich längst schon in gültigen Worten.
Eine App stellt die Orthographie.
Die Umrandung wähl ich aus fast zigtausend Sorten.
Es sind Schwung und Sinn glücklich wie nie.
Beehren Sie, Fräulein, mich baldigst zum Tee
In meinem verheerenden Balz-Separee?!
Wo der Kitsch meiner Kissen aus Plüsch und aus Samt
Schon selbst nicht mehr wissen will, woher er stammt.
Hier wirkt noch des alten Stils vorletzte Chance,
Hier wirbt noch der Wirklichkeit Resteleganz,
Hier stirbt unvollendet mein Dasein als Geck,
Mir dünkt den Einspruch, Euer Ehren,
In Eurem Namen abzuwehren:
Wir sind am Punkt, da Diskussionen
Noch nicht einmal als Übung lohnen –
Man schmückt sich nur noch mit Gebelle
Und rückt kein Stück mehr von der Stelle –
Drum lasst uns unsern Blutdruck senken
Und nicht noch weit’re Zeit verschenken!
Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen –
Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
So ungestüm einfach – führt’s schlichtweg zur Pracht!