Gleiches und Gleichen (und wenn alle dran glauben, dann reimt es sich auch)
Der Sound des Tatsächlichen wiegelt nicht auf –
Wir wüten vielmehr auf Prognosen
Und setzen dem Scheinlichen Ist-Stempel auf –
Die schniegeln wir mit Diagnosen.
So ist unser Wissen vom Inzest gestimmt –
Wir denken uns gleich unter Gleichen
Und küren uns dauernd – so klar wie bestimmt –
Zu Siegern in allen Vergleichen.
Es herbst schon wieder in die Welt –
Dieser Schlag lässt sich nicht mehr parieren.
Wie dünn sich heut der Tag erhellt!
Im Himmelhochblau zelten Schlieren.
Ein Abschied wiegt sich ins Gemüt,
Dessen Umfang wir noch nicht erkennen.
Wie stets ist es gefühlt verfrüht,
Sich jetzt von den Gärten zu trennen.
Heut hab ich die letzte Erinn’rung verbraucht
Und wink ihr seitdem hinterher.
Bin manche Stund‘ wehmütig in sie getaucht –
Spür Duft und Geschmack nimmermehr.
Entrissen vom Tau, das im Fluss ziellos treibt,
Verbunden allein durch Verlust.
Am End‘ ist’s die Leere, die mir von ihr bleibt:
Ich habe es einmal gewusst.
Alte Damen halten die Kiste in Gang,
Da die Grandpas schon stoisch veröden –
Die spielen die Herzogs vom mindren Belang
Und hampeln durchs eigne Verblöden.
Man muss beim Triumphbogen nicht übertreiben
Und lässt auch beim Pogo zu stumpfe Moves bleiben –
Doch letztmalig bleibt unbemerkt,
Wo sich die letzte Zeit verstärkt.
Ich mag die Tönung vor der Bräunung,
Wenn das porzellanene Rührmichnichtan
Sich antastend wagt aus der Kleidung Umzäunung
Und allürenfrei einragt ins Nackte, ja, dann
Hält der Frühling ein glühendes Körpercomeback,
Er flattert sich unbändig aus allen Zwang,
Schleudert Perlen, die ich – etwas unerlaubt – einsteck‘,
Denn ich weiß, all die Winter sind zahlreich und lang.
Wir wollen in Würde den Bruderhahn schreddern
Als Prälaten pragmatischer Liebe,
Uns nicht mehr in frommen Gedanken verheddern,
Als wenn uns ein Schuldasyl bliebe!
Wir haben der Duldsamkeit Segen erklärt –
Und stell’n ihn aus Coolness in Frage.
Wenn Unredlichkeit uns bald nicht mehr ernährt,
Verbessert das nicht unsre Lage!
Wenn die Moral-Ischen ihren Moralischen kriegen,
Geh in Deckung und sieh heut von solchiger ab!
Lass dort, wo es lässlich ist, andere siegen,
Lob die Welt, dass es nie eine feinere gab!
Und geht’s dir auch allzusehr gegen den Strich –
Nimm’s weniger schwer, Mann, und ändere dich!
Dröhnt in dir die Ahnung, das sei nicht gerecht –
Bleib Fan all der Blüten vom schönen Geschlecht!