Du Erkältungssymptom in der herbstlichen Sonne,
Bist verknittertes Elend, entblätterte Wonne,
Mit schwerem Atem und erleichtertem Sinn.
Auch wenn’s anstrengend scheint – heut bekomm ich was hin!
Ich weiß, diese Krankheit ist nicht überwunden,
Doch ich zerr aus dem Würgegriff fröhliche Stunden –
Ja, Herbst und Erkältung, ihr kriegt mich nicht klein!
Denn die Sonne scheint auf meiner Seite zu sein.
Disziplin ist eine ewige Lehre,
Die Tag um Tag neue Nuancen erklimmt,
Dass niemand der Anderen Störung begehre,
Sich im Schwinden der eigenen Sichtbarkeit trimmt.
Disziplin ist ein ewiger Kriegsschauplatz
In der Negation eigenen Willens,
Killt Exzess, Dekadenz, tillt Radau und Rabatz
Für den Herdentrieb sicheren Drillens.
Die Panik hat sich an dein Ruder gesetzt –
Schon hat’s dein Genick, tauber Bruder, gefetzt!
Dem Vorsatz, aller Fensterscheiben-
Betouchung fern- und fortzublieben,
Hast du, als eben jener Sperber
Mit jedem Flügelschlag dir näh’r war,
Jäh blindlings aufgegeben.
Die Begabung meines Deutschlandtickets
Bewahrt mich beharrlich in der Illusion,
Ich wäre ein tief in den Kosmos geschicktes
Versprechen. Dass nur Zufall ist, dass ich hier wohn‘,
Wo ich Tag für Tag allzusehr stoisch verweile –
Denn ich strotze vor Ausweg (an dem ich noch feile)!
Ich bin für die Welt – und die Welt für mich – offen.
Aber heut in der Enge des Gleichklangs ersoffen …
Wie sich entscheiden, was man will?
Bist du ein Chamcha, ein Gibril?
Wie weit reicht dein Radius, Dinge zu fassen?
Wie schwer fällt’s dem Schicksal, dich fallen zu lassen?
Wie sehr bist du fähig, dies zu akzeptieren
Und was darf als mildernder Umstand passieren,
Der als Alibi taugt, sonst an allem gebricht?
Und wie lang darfst du sagen: „Ich weiß es noch nicht“?