Grenzgebiet (Mai in Muskau)
Lenz der Grenzentänzelei –
Jeder Trennstrich einerlei,
Nun erfolgreich eingeparkt
Und einander unterhakt.
Unverbindlich und verbunden,
Grenzen gänzlich überwunden –
So erkund ich unerkannt
Dieses nun als jenes Land.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Grenzgebiet (Mai in Muskau)
Lenz der Grenzentänzelei –
Jeder Trennstrich einerlei,
Nun erfolgreich eingeparkt
Und einander unterhakt.
Unverbindlich und verbunden,
Grenzen gänzlich überwunden –
So erkund ich unerkannt
Dieses nun als jenes Land.

Abbau Ost
In dem Ort hängen immer noch Werbehinweise Von längst aufgegebenen Läden. „Wen trifft’s wohl als Nächstes?“, umflüstert’s sie leise – Und das Schicksal schreit an die Wand: „Jeden.“
Ich würde mich an die Gerechtigkeit ketten,
Um irgendein Gut vor dem Schlechten zu retten,
Ganz unterkühlt von Traurigkeit …
Man fühlt die aufgebrauchte Zeit.

Borke
Ewige Borke, wie viele Winde Haben sich in deinen Ritzen gebalgt? Wieviel Vergor’nes ist, wieviel Zersinntes, Seither im Hirn der Gestirne verkalkt?
Borke der Ewigkeit, stämmiges Todholz, Trägst noch das Leben zur Krone! Und vor dir bücklingt sich, glücklich-devot: Stolz.
Du bist der Schöpfung Ikone.

Inschrift in spe
Ich muss immer und immerzu Inschriften lesen Von Menschen, der’n Hauptwohnsitz da mal gewesen, Die dort zu Besuch war’n, die einst hier geboren, Bevor sie ihr Leben woanders verloren.
Was mich betrifft – presst gerne klein
Dereinst in solch ’ne Inschrift rein,
Dass da steht: „Hier stand einer, der triftig und lieb
Statt nur von sich selbst über Inschriften schrieb!“

Gedanken beim Betreten der U1
23 sehr lange Sekunden Hängt der stärkere Furzgeruch um dich herum. Der schwächere Furz, er verweilt eher unten, Olfaktorisch verschmalt, windbescheiden und stumm.
Doch der stärkere schreit über Nasenhaarweiden, Diktiert deinem Anstand: „Jetzt Nachbarschaft meiden!“
Doch, wie gesagt, nach 23 Sekunden
Ist diese Hölle dann auch überwunden.

Am Frühsommertag
Ich musste mir oft schon den Nacken verbrennen, Um Frühsommertage zu ehren, Um einen Sack Willkür gleich Wandel zu nennen, Um Umkehrgelüsten zu wehren Und zudem/vor allen Dingen Meteorologen dahin zu zwingen, Als Sommer dies Wetterchen anzuerkennen.
Wie würde es sonst mir den Nacken verbrennen?!

Der Baedecker
Ich stelle einer fremden Stadt Oft zu begierig nach Und schlürfe als ein Nimmersatt Vom Schaugassenbelag.
Ich kenne, vorabinformiert,
Den Frühling, Herbst und Winter.
Doch flirrt im Hier ein Sommertag,
Dann komm ich nicht dahinter.

Morgen des Aufbruchs
Der Morgenwind am letzten Tag Ist unerfreulich frisch Und scheu betrachtet man den Sarg Als seinen Frühstückstisch.
Wenn uns die Stadt den Abschied gibt, So woll’n wir Abschied nehmen
Und widmen uns nun, unterliebt,
Den nicht gewünschten Themen!

Löwenzahnlehre
Es tränkt der Wintertage Regenmasse
Das Gelb vom Löwenzahn.
Nun leuchtet warm das vordem Nasse,
Prall angefüllt mit Blüh-Elan.
Wenn ich am steten Regenguss
Im Jahre später darbe,
Erinn’re ich den Überfluss
Als zahn’nden Quell von Farbe.

Lena legt ab
Du versteckst dich in schmelzender Hülle
Und drehst keck die Heizung auf 6 –
Deiner Blöße entfährt ein Gebrülle
Auf die Trümmer des früh’ren Verdecks.
Für mich dreht das vormals Zu Wenig
Sich ins Viel Zu Viel Ist Zu Seh’n!
Sehr fremde Aromen umweh’n mich.
Die Heizung steht scheinbar auf 10
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