Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Allgemein


  • Städtespeicher & das neunundzwanzigste Gedicht

    Speicherstadt Hamburg

    In keiner Stadt bin ich so oft umgezogen wie in Hamburg. Ja, überhaupt bin ich in meinem Leben noch nie so oft umgezogen wie in den viereinhalb Hamburger Jahren. Gestern bei Wind und Wetter alte Adressen abgelaufen. Und irgendwann in der neuen Speicherstadt gelandet.

    Und irgendwo ein Hafen

    Viel Haar, mon amie, ist dir nicht mehr gegeben
    Die After-Work-Orks meucheln elbisches Leben
    Geschmeichelt träumt die Speicherstadt
    Von spätem Pomp und Streicher satt
    Beim Vorwort bin ich eingeschlafen …

    Und irgendwo rumort ein Hafen.


  • Lüneburg & das achtundzwanzigste Gedicht

    Lüneburg IHK

    Abstecher nach Lüneburg. Das achte Mal. Das letzte Mal. Und jetzt schon wieder in Hamburg.

    Ein Gedicht zum Preise Lüneburgs (nebst etwas Selbstkritik)

    Du heidehässliches Idyll
    Du Stolz in Hansetransentüll
    Du backsteinbekackter Studi-Hort
    Emporgesalz’ner Niemandsort!

    (Warum muss ich beim Städtepreisen
    Immer irgendwie entgleisen …?)


  • St. Pauli & das siebenundzwanzigste Gedicht

    Superbude St. Pauli

    Zum Start der letzten Runde im Norden meinem alten Lehrmeisterslam „Hamburg ist Slamburg“ einen Besuch abgestattet. Hier habe ich 2002 von Tina und Hartmut meinen ersten Startplatz für die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Bern bekommen. Zusammen mit Wehwalt Koslovsky. Der Rest ist Geschichte.
    Zu der gehört in Hamburg seit nunmehr einigen Jahren die Unterbringung der Poetry Slammer in der Superbude St. Pauli, von der viele Kollegen aufrichtige Fans sind – und in die mich die netten Menschen vom Kampf der Künste gleich drei Nächte einquartiert haben. Und da ich hier ungefähr so oft geschlafen habe wie daheim, bekommt die Superbude zum Abschied auch ein Gedicht. Is nur fair. Aber mehr als dies ist mir auch nicht eingefallen:

    Superbude (Sternschanzen & Herrnchancen)

    In seiner Stube
    Will der Bube
    Am Abend nicht alleine sein
    Sudelige Puderpuppen
    Lädt er in die Superbude
    Und auf zwei, drei Weine ein


  • Die Tour & das sechsundzwanzigste Gedicht

    Green Mill Poetry Slam

    Bevor ich mich morgen mit der ersten Viererrutsche von einigen meiner liebsten Höhlen im Slam-Norden verabschiede, soll noch schnell ein Slogan-Gedicht als poetischer Soundtrack zum Tourfilm veröffentlicht sein:

    Hashtag Abschiedstournee

    Zwischen Löwen und Möwen
    Zwischen Aachen und Sachsen
    Zwischen Mal-wieder-Kind-sein
    Und endlich erwachsen
    Pend’le ich in einer Tour
    (starker Abgang? Schwachsinn pur?)


  • Fernweh & das fünfundzwanzigste Gedicht

    Wailea Beach

    Wenn die letzte Wäsche gewaschen und neubeduftet im Kleiderschrank verstaut ist, bleibt sich nur einzugestehen: Ist durch, die Nummer. Um so lakonischer stimmend fällt der Anblick der gesammelten Fotodokumente aus.

    Urlaubsreprise

    Hotels, Hotels, Ressorts und mores
    Der stete Nachhall eines „Woahs!“s
    Im Labsalluxus-Wiegeschwung

    Und jetzt schon: nur Erinnerung


  • Zurück in München & das vierundzwanzigste Gedicht

    Balkon Tengstraße

    Nach einem Stelldichein beim „Wo ist Hola?“-Slam in der Landebahnstadt Frankfurt und der freundlicherweise für zwei Nächte gebuchten Unterkunft zur Jetlag-Verarbeitung sind wir nach München zurück gelangt. Und bereits etwas melancholisch.

    Fragestellungen und andere Positionen

    Fragtest du mich, woran ich hänge, ich hinge
    An dem Kalkül der vergänglichen Dinge

    Doch so bewahr‘ ich, ungefragt
    Nur alten Kram, schon hoch betagt


  • Jetlag & das dreiundzwanzigste Gedicht

    Backstage Wo ist Hola Slam

    Irgendwo zwischen dem Auftritt in Seattle und der Ankunft in Frankfurt wurde der 20. Januar verschluckt. Bin zu müde, um der Sache nachzugehen.

    Nicht in der Lage – die verschobene Zeit

    In Frankfurt hab ich eine Jetlagablage
    Zu der ich, Frank, flugs meine Koffer noch trage
    Denn die MEZ holt sich pardonlos ihr Stück
    Des bei Hinfahrt verlängerten Tages zurück


  • Der Weg zurück, schlaflos nochmals & das zweiundzwanzigste Gedicht

    Seattle Underground

    Die Uhr auf dem Foto sagt alles. Der Morgen nach dem Slam ist der Aufbruch zur Rückreise. Macht die Sache nicht besser. Viele Stunden Flug, viele Stunden Zeitverschiebung. Ich rechne lieber gar nicht erst nach …

    Die Frühaufsteher

    Jede Menge
    Sonnenaufgänge
    Tagesanfänge
    Vogelgesänge

    Aber an Schlaf:
    Nachholbedarf


  • Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

    Blick von der Seattle Needle

    Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman’s Flair. Gefällt.

    Mein Tag in Seattle

    Seattle Needle
    Und Grungerockgegniedel
    Dann Poetrybattle
    Und Schalfentzugschäddel

    Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
    Ein kleiner Seat – auf Schwäbisch: Seatle
    Die Aussprache driftet dann doch eh’r zu
    Seemann Kuddel Daddeldu


  • Schlaflos nach Seattle & das zwanzigste Gedicht

    Amtraktrain von Vancouver nach Seattle

    Früh genug: Der Amtraktrain von Vancouver nach Seattle. Die beschauliche Fahrt bietet aber gleichsam ausreichend Zeit, zehn Zeilen zum gegenwärtigen Zustand zu verfassen.

    Gähn!

    Ein ächzendes Gähnen, in die Halbnacht gejault
    Dann stups‘ ich bestimmt an den Kern meiner Glieder
    Der sperrt sich noch, bettschwer, protestierend, und faucht
    „Was, in aller Welt, willst denn du jetzt schon wieder?!“

    Doch unbeirrt zerr‘ ich in Tritt auf Schritt
    Den matten Wust an Körper mit

    Verschlafen straft mich mein Gesicht
    Und selbst der Kaffee schmeckt noch nicht
    So schlepp‘ ich mich zäh zur Moral des Gedichts:
    Da musse wohl durch, ej, et hilft ja nichts!


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