Überdurchschnittlich
Für diese Frise, Herr Frisör
Beförd’re i ‚Se zum Fri-Sir!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Überdurchschnittlich
Für diese Frise, Herr Frisör
Beförd’re i ‚Se zum Fri-Sir!

Nach dem Vorsatz
Nach einem Resthauch Eleganz
Späht’s aus dem alten Leib
Ich wed’le ihn zum Zeitvertreib
Durchs erste Meer von Ranz
Doch die Sonne in Wintern bleibt nie lang
Da empfiehlt’s sich, man hängt sich an Treues
Kein Januar schenkte uns je wirklich Neues
Alles geht seinen stetig verlangsamten Gang

Heute killt der Regen die sorgsam über Wochen angesammelten Schneeberge. Eine Erinnerung.
Der Burnouter zum Schnee
Schnee, du alles bedeckende Ruhe
Bleib mir weg von meine Schuhe!
Denkst du Held, mit weißen Rändern
Ließe sich die Welt verändern?!
Obwohl das sein mag, alldieweil
Ich ahn‘ längst, dass das Gegenteil:
Schwarze Ränder unter Augen
Als Weltenveränd’rer gar nix taugen

Von den Zuschauern der Lesebühne „Poetry & Parade“ wurde sich vor Kurzem ein Ripostegedicht zu Leonard Cohens „Halleluja“ gewünscht. Anlässlich des nahenden dritten Jahrestags meiner München-Übersiedlung wurde daraus ein fröhlich auf die Karaokeversion des Songs zu singendes Lied über meine hiesige Integration – die sich mit dem gestrigen sonnigen Ski-Ausflug ins nahe Elmau freilich nochmals gefestigt hat, wie der Rückreisestau aus Münchner KFZ-Kennzeichen bewies.
Luja! (My Bavarian Integration)
Zunächst hab ich stets das „Grüß Gott!“ überhört
Und mit „Juten Tach!“ meine Nachbarn verstört
Nun sag ich selbst „Servus!“ und denk gehört irg’ndwie dazu, wa?
Das ist noch nicht Einsicht, da ist auch kein Zwang
Ich spreche kein Bayrisch und fang’s auch nicht an!
Doch diesen Schritt geh ich – wag mich mit ’nem Hellen dazu, ja
Und dann sog i „Luja!“, sog i „Luja!“
Sog i „Luja!“, sog i „Lu-u-Jodler-ja!“
Ich hab auch die Kunden beim Bäcker verstört
Für mich war’s ironisch – doch sie war’n empört
Ich dacht; wenn ihr so was nicht rallt, seid ihr einfach nicht cool, wa?
Nun werd ich dort längst wieder höflich empfang‘
Man sagt zu mir „Saupreiß!“, doch küsst mir die Wang!
Geht ungefragt zu meinem Biertisch, gesellt sich dazu, ja
Und dann sog i „Luja!“, sog i „Luja!“
Sog i „Luja!“, sog i „Lu-u-Jodler-ja!“
Erst wusste ich nicht, was „a Reherl“ wohl ist
Und wie man „sei Weißwurscht“ denn artgerecht frisst
Doch vor zwölf was Warmes – da kommt man ja eh nicht oft zu, wa?
Nun ess ich mein Radi und Steckerlfisch auch
Den Obatzten ramm ich mir pur in den Bauch
Gebt mir noch a Brezn und stellt mir ein Helles dazu, ja?
Und dann sog i „Luja!“, sog i „Luja!“
Sog i „Luja!“, sog i „Lu-u-Jodler-ja!“
Mein Leben lang habe ich „CHina“ gesagt
„CHemie“, „Walentin“, „Wiktualienmarkt“
Heut tu ich das nur noch zum Spaß, weil für Euch klingt das schwul, wa?
Das ist noch nicht Einsicht, da ist auch kein Zwang
Ich spreche kein Bayrisch und fang’s auch nicht an!
Doch diesen Schritt geh ich – wag mich mit ’nem Hellen dazu, ja
Und dann sog i „Luja!“, sog i „Luja!“
Sog i „Luja!“, sog i „Lu-u-Jodler-ja!“

Flüchtige Bekanntschaft 1: Am Buffet
„Riechen Sie mal! Hier – das riecht fast wie Käse?!
Doch es ist: … mein Ohrenschmalz!“
Die Frau schreckt hoch und schaut sähr bäse
Kurz beeindruckt, jedenfalls

Unterm Eise
Unter dem Eise
Blubberte leise
Eine Blase
In mein Ohr
Und im Gase
Hört ich Welten
Die die trübe Schicht erhellten
Unter der ich gern erfror …
Meine Arme ausbreitend
Reglos gleitend
Auf der Reise
Unterm Eise

Luisa, die wartet
Luisa, die wartet
Du mieser entartet-
er Wicht, auf dich!
Hat diese Geschichte sich
Nicht schon zig mal wiederholt?!
Dir Gör gehört der Arsch versohlt!
„Komm zu mir, bleib bei mir!“ litaneit es in ihr
Dass sie zu solch Herzleid bereit ist, scheint mir
Deiner Randint’ressantheit so unangemessen …!
Ihr trauriger Blick irrt gebannt wie besessen
Vorm Ahnungsschlund „Er kommt nicht mehr“
Und niemals war ein Platz so leer
Und er entleert sich noch weiter mit jeder Sekunde
Die Zähheit des Hoffens brennt tief in die Wunde
Der Zurückgewiesenheit
Bis zum Tod der Möglichkeit
Einer Welt, die sie sich für euch beide erdacht
Blieb einmal nur, wie’s ausgemacht ..!
Doch du ahnst nicht einmal
Dass du all dies gestartet
Und dir wär’s auch egal
Wie Luisa, die wartet

Nachdem 2016 hier in 500 Gedichten meine Poetry-Slam-Abschiedstour dokumentiert wurde, soll mindestens bis zum Erscheinen des Tourtagebuchs im Herbst 2017 weiter gedichtet werden. Über 5 Millionen Zugriffe auf die Gedichte im Jahr 2016 lassen ein lyrisches Bedürfnis im Netz vermuten, das ich gerne weiterhin bediene. Da aber der Roman zur Tour ebenfalls geschrieben sein will, heißt die Losung für 2017: Jetzt aber mal halblang!
Das soll sich keinesfalls auf die Länge der hier veröffentlichten Gedichte beziehen (die 500 Gedichte von 2016 hatten eine durchschnittliche Länge von gut zehn Zeilen) – sondern auf das avisierte Ziel von 250 Gedichten im neuen Jahr. Das scheint nach letztem Jahr beinahe wenig …
Mein Drinnenleben
Flocken die fallen und Socken die schocken –
Zwei Gründe mehr, in der Wohnung zu hocken!
Es kommt fast zwei Wochen später als angekündigt – weil ich auf der letzten Tourstation in Costa Rica lange Zeit offline, sprich: wirklich im Urlaub, war: Gedicht Nr. 500.
Ich danke für das Mitverfolgen meiner Slam-Abschiedsreisen in Bild und Vers – aber das ist erst die halbe Wahrheit: Die Prosa-Geschichten zu den Tourstationen werden im Herbst 2017 in Buchform veröffentlicht.
Nun bleibt noch zu überlegen, in welcher Form hier weitergedichtet wird. Vorschläge und Wünsche sind willkommen! Aber ich muss 2017 nicht unbedingt einen neuen Rekord aufstellen …

Ein Jahr (Slam-Danking)
Was bleibt am Ende von ’nem Jahr
Das anders als die andern war?
Buckelwale und Lemuren
Hinterließen ihre Spuren
Aras, Fahrradfahrten, Strände
War’n ein Paradiesgelände
Metropolen, Lieblingsstädte
Klar, ich wünschte mir, ich hätte
Etwas mehr Zeit dort verbracht
Als 1 Tag und eine Nacht
So fiel jeder Abschied schwer
Dafür, Slam, mein Dankesehr!
– Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:
* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka
– Gedichtthemen:
* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
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