Fünf meiner eher ungewöhnlichen Wünsche
Ich möchte an Laternen turnen
Und in Latrinen Fascho-Urnen
Mit Stofftieren versenken.
Ich möchte mich mit Dirnen tarnen,
Mein Hirn verzier’n mit deren Fahnen,
Vor allem will ich stinken.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Fünf meiner eher ungewöhnlichen Wünsche
Ich möchte an Laternen turnen
Und in Latrinen Fascho-Urnen
Mit Stofftieren versenken.
Ich möchte mich mit Dirnen tarnen,
Mein Hirn verzier’n mit deren Fahnen,
Vor allem will ich stinken.

Morgengrauengrau
Wie einsam ist’s im Morgentran –
Denn noch ist hier niemand erwacht!
Sogar die frühen Vögel hab’n
Ans Aufsteh’n nicht gedacht.
„Bisher!“, bekniet’s dich. „Nur bisher!“ Bis du begreifst: „Das wird nichts mehr …“
Dies bleibt laut den Bedarfen
Durchweg ein Tag zum Schlafen.

Herbstfarben
Du bist der begnadetste Waldmaler, Herbst!
Wenn du ihn schwungvoll golden färbst,
Wird’s allen andren Jahreszeiten
Unverwandt viel Neid bereiten.
Dort tupft sich ein Laubdach, Da hupfen Kastanien – Ein Wort wird entstaubt, ach, Das klingt wie Arkadien.
Im Wald, da geraten
Frühling, Sommer wie Winter,
Mit all ihren Taten
Ins hinterste Hinter-
treffen. Du pfefferst verlässlich mit Farben
Aufs eigentlich grässliche Tor in das Darben.

Altstadtfassadenglück
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden
Knuddeln mich beim Schlendern,
Sie laden ein, in der Historie zu baden.
Zu gern überzeugt von den Blendern,
Die Legendengeländer um jede Burg ketten,
Werde ich einfach mit restauriert zu ’nem netten
Wurstigen Stadtbursch von irgendwann früher –
Durch und durch Durch-ein-Jahrhundert-Bemüher.
Kurz einmal eintauchen kann ja nicht schaden,
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden!

Erwärmte Erkältung
Du Erkältungssymptom in der herbstlichen Sonne, Bist verknittertes Elend, entblätterte Wonne, Mit schwerem Atem und erleichtertem Sinn. Auch wenn’s anstrengend scheint – heut bekomm ich was hin!
Ich weiß, diese Krankheit ist nicht überwunden,
Doch ich zerr aus dem Würgegriff fröhliche Stunden –
Ja, Herbst und Erkältung, ihr kriegt mich nicht klein!
Denn die Sonne scheint auf meiner Seite zu sein.

Japan, Zwischenbilanz
Japan strahlt, dann ist man’s über, Manches darbt und viel ist drüber, So viel Feinheit, doch auch Grobes, Kritisch bleiben, voll des Lobes, Fremd wird manche Tiefe bleiben, Höhenangst vorm Zu-Doll-Treiben.
Und umfassend bricht Vieles alle Rekorde,
Unfassbar klein ist die Panik der Horde.
Und ja, am Ende war es der Strand,
Der mich mit dem Land verband.
Ich kam vom entferntesten Sonstwo hierher
Und doch bloß getrennt durch das einende Meer.

Expo 2025
Es gefällt uns zu feiern, uns graust vor Erhellung –
Sind wir schon in der „Welt Aus!“-Stellung?

August (Jahresrückblick 2025)
Urlaubszeit, wir sind ohne To-Do’s, Der Block-Prozess blockiert die News Sowie Sommerferiendiskussionen – Man muss mal die Journaille schonen. Es brennt in Spanien, Portugal – Wie nächstes Jahr wohl überall, Die Koalition geht auf Harmonietagung – Und mancher entgeht einer näh’ren Befragung: Epstein, Epstein – alles muss verdeckt sein! Im Dossier und Briefverkehr und allen Akten gilt es nicht!
Die polnische Hooliganresozialisierung Erfreut Nawrockis Amteinführung. Paypal heißt jetzt „Mal Mut hab’n zur Sicherheitslücke!“ Für Gaza ’ne hilflose Hilfsflügebrücke Und Merz will die Lief’rung an Waffen beschränken, Doch erntet den Vorwurf, zu steil umzudenken. Derweil knallen die Korken für ein neues Wehrpflichtgesetz! Mit der Frage im Abgang: „Und wie machen wir’s jetz?“
„Wir schaffen das!“ – jetzt schon seit zehn Jahren gibt uns Merkels Merksatz Kraft Und die wünschen wir auch uns’ren in Abschiebehaft In Pakistan harrenden Helfer-Kontakten, Die nach schnellen Versprechen noch warten auf Fakten. „Ja, sorry, echt, äh, ihr passt grad ganz schlecht bei uns rein! Doch der Rückflug nach Kabul soll angenehm sein …“
Der Deutsche Bahnchef gesellt sich heimlich und leis‘ Aufs Goldner Handschuh Abstellgleis. Auch dieser Zug erfolgt irg’ndwie megaverspätet, Da Trump sich den Bluterguss-Handrücken knetet In Erwartung hohen Besuchs, ganz ob’n in Alaska – „Rollt rote Teppiche aus!“ „Wer kommt denn, ist’s Musk?!“ Na, Putin! Ja, mal wat andret als dieser zäh-olle Zollscheiß! Ein Bewerbungsgespräch für den Friedensnobelpreis!
Ernschhaft, grad er, ey, ’s gits do nöd?!
Naja, dieses Jahr scheint für nichts sich zu blöd!

Besch-Ei-Denheit
Es gibt solche Gelegenheiten, Da ist ein EiEin High- light.
Dann lässt sich’s zum Beleg bereiten,
Dass Unei-telkei-
t’s egg’s pride.

Kawaii
Ich schaue auf die Niedlichkeit Und frage mich: Bin ich bereit, Mich einfangen zu lassen?
Natürlich fühl‘ ich mich zu alt Und schalte daher um auf kalt – Vermeid‘ sie anzufassen.
Die Niedlichkeit schnurrt hinterher: „Na, sind wir uns zu fein, der Herr?! Ich will ja keinen zwingen …
Doch wenn der Kälte dieser Welt
Sich gar nichts mehr entgegenstellt –
Wem sollte das was bringen?“
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