Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Allgemein


  • St. Theodul & das eintausendeinhundertelfte Gedicht

    St. Theodul in Davos Dorf

    Crossover-Riposte zu „Der Tantenmörder“ von Frank Wedekind und „Der Zauberer Korinthe“ von James Krüss.

    Der Krüss’sche Tantenmörder

    Es hatte Herr Frank Wedekind
    VerWie?-, VerWo?, Verwandte –
    Doch dezimierte deren Zahl
    Sein Raubmord an der Tante.

    Die alte Dame war ja schon
    Ganz schwi-, ganz schwa-, ganz schwächlich!
    Dass dennoch ihr am Leben lag,
    War hier dann nebensächlich.

    Denn insgeheim war diese Frau
    VerMuh!, verMäh!, vermögend.
    Und ihr Geschnaufe in der Nacht
    War einfach nervensögend!

    Da schlachtete der Fränkieboy
    Die Ton-, die Tun-, die Tante
    Und hieb so tief in ihren Leib,
    Dass sie massivst entspannte.

    Ins schwache Fleisch der Neffe stieß
    Sein Muss, sein miss-, sein Messer
    Und dachte dabei mitleidslos:
    „Nun geht’s doch allen besser!“

    Des Leichnams Schwere zerrt‘ er in
    Den Kill!, den kal-, den Keller.
    Vom Tiefgang ähnlich wie ein Grab –
    Nur geht es so viel schneller!

    Ja, so beerbt man vor der Zeit
    VerWie?-, VerWo?, Verwandte:
    Man taucht ganz einfach seinen Dolch
    Ins Bauchfleisch einer Tante.

    Und wenn ihr mich verurteil’n wollt,
    Herr Ruch, Herr Rach-, Herr Richter,
    Legt bei der Strophe Versmaß an –
    Ich bin doch nur ein Dichter!


  • Begleitung & das eintausendeinhundertzehnte Gedicht

    Eichhörnchen in Davos

    Mein Hier (Auf der hohen Promenade zu Davos)

    Die hohe Promenade ist mein
    Saft’ges Winterwonderland –
    Hier atme ich des Winters Kraft ein
    Und trag Schühchen an der Händ.

    Unterm watt’gen Schneestapf schlummert
    All die Hast und Last auf Erden,
    Und mein schwaches Herzchen wummert
    So, als wollt’s noch achtzig werden!

    Von den Tannenspitzen rieseln
    Eichenkätzchen, hochpossierlich!
    Sänftwärts schwebt hinweg mein Kriseln –
    Gänzlich tänzelnd latscht’s mich hierlich!


  • Davos & das eintausendeinhundertneunte Gedicht

    Ausblick auf Davos Platz

    Weltwirtschaftsgipfel

    Man rüstet sich zum Legoland,
    Dem Fetisch der Fassaden.
    Das Mägdlein wird vom Herd verbannt
    Und man fleht um die eigene Gnade.


  • Rhätische Bahn & das eintausendeinhundertachte Gedicht

    Rhätische Bahn

    Dieser Nebel Schuld

    Der Nebel hier schuldet mir so viel an Gegend,
    Das krieg‘ ich doch nie mehr ersetzt!
    Im trägen Verdacht mischt sich alles, was lebend –
    Das Grau ist hier bestens vernetzt.

    Das Graugewölk schuldet mir so viel an Ausblick,
    Hier wurd‘ ein ganzer Ort geklaut!
    Keinen Dunst, wie ich mich aus der Ebene rausklick –
    Hätt‘ ich mich vorher umgeschaut!

    Die Nebel-App schuldet mir so viel Erfahrung!
    Nur Layer folgt Layer auf Schicht …
    Dahinter – vermutenswert – liegt Offenbarung –
    Verzettelt in diesem Gedicht.

    Der Nebel hier schuldet mir so viel an Gegend,
    Mich führt kein Comeback wieder her!
    So pack‘ ich als Wissen, die Schwaden umschwebend,
    Ein scheues Vielleicht, ungefähr.


  • Davoser See & das eintausendeinhundertsiebte Gedicht

    Davoser See

    Den Toten vom Bodensee

    Der Winter lässt den See wie verkleinert entglänzen
    Und die Schwimmer – wie immer – zumutiger werden,
    Die dann derart entlernt in der Ferne auf Erden
    Ozeane durchkraul’n im Vertrau’n neuer Grenzen.

    Schelmisch grüßen die Felchen some Leichenimporte
    Und genüsslich triumphert ein Wasserhuhnflöten:
    Es schluckt gluckernd global unentwegt unser Töten!
    Ob zu anderer Zeit, ob an anderem Orte …


  • Dohaausblick & das eintausendeinhundertsechste Gedicht

    Doha von oben

    Überflieger

    Überflieger,
    Übe lieber,
    Eh du übel fliest!

    Fliesenleger,
    Wiesenpfleger
    (Auch der Bisonvieh-Erleger,
    Über den man liest)
    Haben ihr Handwerk nicht nur überflogen!

    Ich weiß, solch Kritik findest du nur verschroben,
    denn alle Kriterien sei’n nunmehr verschoben –
    Soweit, wie du das überblickst von dort oben.

    Doch vieles ward bloß in den Schoß dir gelogen!

    Dir gehör’n nicht die Wiesen, auf denen du weidest,
    Und weil du den Werteerwerb ja vermeidest,

    Füllt sich der Safe der Tarnung nicht –
    Drum nimm zur Warnung dies Gedicht!

    Zwar folgt der New Wave
    Oft ein günstiger Rave,

    Doch

    Manch früh bewurmten Überflieger
    Zervögelt man zum Unterlieger!


  • Haushalten & das eintausendeinhundertfünfte Gedicht

    Haushaltswaren in Dambulla

    Abschied vom Augenlicht

    Euch, die ihr mich treu gestützt habt,
    Hab ich oft roh berieben.
    Was euch klarlos in den Blick schabt,
    Ist uns als Rest geblieben.
    Niemals werd ich wieder schauen,
    Wie ich flüchtig jung geschaut.
    Denn schon löst sich von den Brauen
    Jahrverätzte Bindehaut.


  • Aufbruch am Morgen & das eintausendeinhundertvierte Gedicht

    Vorm Yalla Nationalpark bei Sonnenaufgang

    Das Ewige der Augenblicke

    Immer den brandungsbegischteten Strand ‚lang,
    Seh‘ ich der Sonne beim Übergang zu.

    Wenn ich in Angebotsauslagen lang‘, fang‘
    Ich mich im bildhübschen Immerzu. Du

    Magst ja Profanes als Zwangslage preisen,
    Mit sachlichen Preisen an Kassen besteh’n –

    Unverzagt werde ich innerlich reisen,
    Im Kargsten die besten Kulissen beseh’n!


  • 2018er Reste & das eintausendeinhundertdritte Gedicht

    Reste von 2018 im Olympiapark

    Zum Tee

    Ein Vorratsschrank mit Möglichkeiten
    Stand lang bei uns im Flur.
    Der schien uns ständig zu begleiten,
    Als wartete er nur
    Auf neues Dorthin!, frische Spuren.

    Nun gibt’s den Schrank nicht mehr.
    Und lustlos flüstern die Auguren:
    „Wir glauben, er war leer!“


  • Landtag & das eintausendeinhundertzweite Gedicht

    Bayrischer Landtag München

    Sechs Jahre (Zur Schließung der Neuen Pinakothek)

    Wenn in sechs Jahr’n dieser Ort wiedereröffnet,
    Werde ich, ungeordnet, fast sechzig sein
    Und schaff’s, wenn’s gut läuft, noch ein Weilchen
    Hier ohne Unterstützung rein.
    Werd manch Hoffnung und Mensch begraben haben,
    Am Restschorf vieler Narben schaben
    Und Altbekanntes wie Fremdes betrachten,
    Auf andere Konturen achten.

    Als ein chronisch ins tiefste Tal Eingepferchter
    Steh ich sechs Jahre älter dann wieder hier –
    Inmitten frischem Putz erwägend:
    Wie viel vom Ich beließ man mir?
    Für die, die im Bald keine Zukunft haben,
    Ist ein So-weit-nach-vorne-schauen
    Vorweggenomm’nes nahes Darben.
    Ich mag so weit mich vor nicht trauen!

    Mich wundert nicht der Wehmut Stärke,
    Weil ich nur allzu gut versteh,
    Dass ich die weggeschloss’nen Werke
    Nicht ähnlich glücklich wiederseh.


– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


– Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler