Stranden. Im 300sten Gedicht. Ohne großen Aufwand, bitte.
Läppisch
In Inselseligkeit möcht‘ ich kiten
Lässig am Schlepptau im Wrap lauer Zeiten
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Stranden. Im 300sten Gedicht. Ohne großen Aufwand, bitte.
Läppisch
In Inselseligkeit möcht‘ ich kiten
Lässig am Schlepptau im Wrap lauer Zeiten

Tourstress. Nicht.
Der Wert ausgezogener Schuhe (Der Strandurlaub)
Ich erklär dir den Wert ausgezogener Schuhe:
Ab hier is‘ nu‘ Ferien, klar? Fresse, Kind! Ruhe.
Schon spürst du Spur’n von Wohlgefallen
Schnurrend durch die Sohlen wallen
Und Ballen, Rist und Zehen schenken
Uns Ärger-, Stress- und Wehen-Senken
Und die Meter, die barfuße Schritte erspar’n
Befördern das Endstück zum Sinnesorgan
Zum Ruhepol aller Körperfläche
Getaucht in Fußbad, Meer und Bäche
Im in Urlaubsland verstreuten Sand
Pult dösig man mit Sachverstand
Denn das ist der Wert ausgezogener Schuhe
Hasse verstanden? Dann Fresse, jetzt! Ruhe.

Wo einem Berlin noch wie Berlin vorkommt. Nach einem Schwarzbier mit Bauernfrühstück.
Unter den S-Bahnbögen
Unter den wummernden S-Bahnbögen
Gestanden sie stumm sich einander zu mögen
Befreit, beseelt sah’n sie sich an
Derweil die Bahn verschwand und dann
Enteilten auch sie, ohne weitere Worte
Doch fortan verbanden die zwei mit dem Orte
Wie nah man dort einander war
Obschon ja wirklich nichts geschah
Nachtrag:
Nun, wer den beiden zugeschaut
Schiebt dies auf im Lärm noch gefallene Worte
Doch dafür war’s dann echt zu laut
Und wer mehr versteh’n will – der lausche dem Orte!
– Mehr Gedichte über Liebe und Beziehung –

Reeller Imbiss.
Räume und Träume
Deine vollgeträumte Speisekammer
Wird heut von Eis und Schmaus geräumt
Du denkst, noch schlafend: Was für’n Jammer!
Hast dich im Liegen aufgebäumt
Und ärmeltief ins Mett gekrallt …
War’s auch mehr Wärme denn ein Halt!
Hast satt zu sein im Traum versäumt?
Nun hat der Raum sich ausgeträumt
Laszives Massiv.
Die Abwesenheit von Wasser
Es scheut sich der Tag zwar, die Nacht zu berühren
Doch lässt sich das Nichts schon im Blinddarm verspüren
Selbst gröbste Selbstverständlichkeiten
Lümmeln sich auf beiden Seiten
Man wird’s dir mit berstenden Grenzen erklären
Mit der Tendenz zum Ungefähren …
Doch ist’s, dass die Fülle der Schönheit nur blitzt
Weil in ihrer Hülle ihr Abwesen sitzt

Stille Wasser sind tief.
Karrieretief
Ich war mal important im Exportgeschäft
Then i ended up in a Start-Up …
Ach, schenkt mir ein Lächeln, wenn ihr mich mal trefft!
Weil ich schon so lang drauf gespart hab …

Gut gerüsteter Hallraum.
Pinocchio
Ach, Hall, mir macht dein ferner Schall
Bewusstig, dass ich überall
Mal konsterniert „Ach, hallo!“ sag
Mal forsch „Na, und wie geht’s so?“ frag
Und mehr abscheulich Zeug abruf
Als der, der mich dereinst erschuf
Mir in die Fibel eingelegt!
Es klagt Gepetto unentwegt:
„Was redet mein Balg bloß so blöde und schief?!“
Sei du mir, Hall, das Korrektiv!
Da ich der Stichwortgeber bin –
Berüst den Mist mit etwas Sinn!

Gott mir dir, du Land, du!
Weissblau
Der Herrgott tränkte einst dies Land
Dass aus den Blumen Butter sprießt
Und Seligkeit zum Treuepfand
Als Griebenschmalz durch Kehlen fließt
Wir sind überall Schinken
Unser Geld schwimmt im Heu
Hab’n vor allem Linken
Natürliche Scheu
Der Schmack im Fleisch, im Gras der Saft
Das Pfund im Brot, im Arm die Kraft …
Dass die Luft hier so klar ist, so sauber die Seen …
Auch die Schönheit der Berge gibt uns zu versteh’n …
Und dies ahnen genauso die weniger Frommen:
Das alles hat Bayern vom Herrgott bekommen

(…)
Die Neige
Kein glänzender Einfall grätscht jetzt noch ins Senken
Kein Wortwitz ernörgelt sich seine Notiz
Kein Reim möchte sich kurz vorm time out verschenken
Die Metrik verkneift sich verspätete Beats
Kein Strophengeäst will sich weiter verzweigen
Wenn alles errötet, heißt’s: Einfach mal schweigen

Neue Serie: Riposte-Gedichte. Heute zum Rilke-Gedicht Herbsttag
Herbst#
Zerr‘ her ein „-heit“! Unsre Zeit schreibt sich groß.
Weil ja jede Befindlichkeit Thema sein muss,
Und lass den Schreibfluss der Blogger drauf los.
Jedem Laut erlaub‘ laut Endung ein Vollwort zu sein;
Gib allen den Glauben an eigne Geschichten
Lass die Spuren zum öligen Ich sich verdichten
Und füll mit Geheule die Fässer für Wein.
Wer jetzt noch nicht drin ist, der kommt nicht mehr rein.
Muss allein mit den Eltern im Facebook-Chat bleiben,
Kann eh ma‘ zum Thema nur lamen Kram schreiben
Und wird App-umrauscht alleene sein
Nicht checkend, was die andern treiben.
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