Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Hohenwaldeck & das eintausendzweihundertvierundneunzigste Gedicht

    Hohenwaldeck & das eintausendzweihundertvierundneunzigste Gedicht

    Ich erinnere, wir sannen Großes

    Ich erinnere, wir sannen Großes
    Bei dem ersten Gefühl in der Stadt.
    Jede Aussicht versprach Grandioses –
    Wir wurden nicht müde, nicht satt.

    Allein, wir haben nichts getan –
    Und das merke ich heut in den Straßen.
    Längst sind die Züge abgefahr’n
    Mit dem Zeugs, das zu tun wir vergaßen.

    Ich erinnere, wir sannen Großes –
    Doch dann warteten wir viel zu lang.
    „Stand mal alles bereit!“, weißt du. Bloss es
    Geschah niemals was ohne Zwang.

    Und jetzt? Zieht’s uns nach nirgends hin –
    Wir sind sehr informiert, aber gähnen.
    Kein Einsatz macht noch irgend Sinn –
    Und das kostet uns nicht einmal Tränen.


  • Museumsdorf & das eintausendzweihundertdreiundneunzigste Gedicht

    Museumsdorf & das eintausendzweihundertdreiundneunzigste Gedicht

    Im Bukolischen

    Keiner könnte so fremd sein,
    Dass ihn hier niemand grüßt.
    Der Ort flößt ungehemmt ein,
    Dass die Welt dafür büsst,
    Nicht überall derart bukolisch zu sein.

    Du machst dich – ironisch – mit alldem gemein.

    Doch da glimmt eine Sehnsucht,
    Die sich schürt zum Magnet,
    Die dir bis ins Versteh’n flucht:
    „Hier schnurrt ein Planet –
    Und du stammst aus ihm außerirdischer Welt!“

    Oft hoffst du auf Fragen, die niemand dir stellt.


  • Clouds & das eintausendzweihundertzweiundneunzigste Gedicht

    Clouds & das eintausendzweihundertzweiundneunzigste Gedicht

    Angebot schafft Nachfrage

    Siehe da: Mein Schamhaarklon
    Im Angebot von Amazon!

    … und täglich flüstert mir Alexa:
    „Du, ich wüsst‘ da einen Waxer!“


  • Die Wörth & das eintausendzweihunderteinundneunzigste Gedicht

    Die Wörth & das eintausendzweihunderteinundneunzigste Gedicht

    Halo

    Wir kreisen im unverwandt Gleichen,
    Gebannt, Lob und Preis zu erreichen.
    Indes ein Dunkles um uns hängt
    Und unsre Sichtbarkeit versengt.

    Wir werden das Lob und den Preis niemals seh’n
    Und in den Halo übergeh’n,

    Des Ungescheh’ns Materie sein
    Und neuen Lichtern blinder Schein.


  • Rathaus Hannover & das eintausendzweihundertneunzigste Gedicht

    Rathaus Hannover & das eintausendzweihundertneunzigste Gedicht

    Innenpfui

    Der Hausrat
    Vom Rathaus
    Schaut fad aus.

    War da der Etat
    Aus dem Bau-Referat
    Schon verbraten nach Mauern der Außenfassade?

    Dieser Inhalt
    War nie in halt –
    Das ist ausgesprochen schade!


  • Mendebrunnen & das eintausendzweihundertneunundachtzigste Gedicht

    Mendebrunnen & das eintausendzweihundertneunundachtzigste Gedicht

    Die Überwältigende

    Hier übersteigt das Sein die Minne
    Und hält der Held vorm Sprachlos inne –
    Will nur noch um und in sie denken,
    In Deinseinstiefe sich versenken,

    So ortsverloren ihr Befinden
    Mit aller Demuts Grund verbinden.


  • Revolution & das eintausendzweihundertachtundachtzigste Gedicht

    Revolution & das eintausendzweihundertachtundachtzigste Gedicht

    Kunst und Politik, Teil II (In den Niederungen)

    Beschluss der Unvereinbarkeit.
    Bewusstsein der Parteilichkeit.
    Von all dem milden Stuss befreit,
    Bemusternd, ob die Kunst noch weiht
    Mit Hochgenuss und Lust hoch Drei?

    So gebet zum Beschuss sie frei!


  • Schlachtspiegel & das eintausendzweihundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Schlachtspiegel & das eintausendzweihundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Der Umtrieb

    In meinem Schuh wächst graues Moos,
    Sein Kniegelenk bebt stumm.
    Wo bleibt die Zielgerade bloß?
    Was treibt mich wieder um?
    Ich wink‘ die Welt an mir vorbei –
    Auf mich soll niemand warten,
    Und klaube aus dem Zehenbrei
    Verfaulte Handgranaten.

    Wenn ich heut nicht nach Hause find‘,
    Werden andere Ziele besehen.

    Ich bleib‘, bis ich mich überwind‘,
    Wie angewurzelt stehen.


  • Ihmeufer & das eintausendzweihundertsechsundachtzigste Gedicht

    Ihmeufer & das eintausendzweihundertsechsundachtzigste Gedicht

    Alte Meister

    Ich will stille Andacht halten
    Vor dem Meistertum der Alten
    Meister,
    Wispernd: „Darum heißt’Er
    So!?“.
    Meist perlt Meisterschaftsniveau
    Von Personen, die mehr schaffen
    Als die meisten andern Affen.

    Und Schöpfung, die die Welt begeistert,
    Viele weit’re Leben meistert.


  • Meine Baustelle & das eintausendzweihundertfünfundachtzigste Gedicht

    Meine Baustelle & das eintausendzweihundertfünfundachtzigste Gedicht

    Ripostegedicht zu „Das Boot ist voll“ von Faber. Die Zuschauer haben es gewählt, ich habe mich gefügt. Interessanterweise hat der Sänger bereits selbst eine zweite Fassung des Songs angefertigt, um sie zu entschärfen. Leider hat sie sich anschließend ebenso schlecht gereimt wie zuvor. Klar, rein zu reimen bedeutet Arbeit. Ich habe mich auf eine Stunde in der DB-Lounge in Hannover eingelassen, sieben Zeilen des Originals belassen, alle Schlagworte übernommen und bei der Gelegenheit den Text wieder etwas verschärft.

    Das Boot ist voll, der Reim ist rein – gönn dir doch dieses Stündelein!

    Früher sind wir doch so schlecht nicht gefahr’n
    In Führers Schein auf Autobahn
    Wo wär’n wir denn, baute uns Volks keine Wagen?
    Was denkt ihr, wenn unsre Genies heut verzagen,
    Da alles man gleich mit dem Dritten verzahnt
    Und an die Judenbuche hängt,
    Zum ewigen Kotau gedrängt,
    Weil stetig der Wink der Geschichtsbücher mahnt?

    Du lässt dich nicht für dumm verkaufen,
    Du weißt, wie hier die Dinge laufen.
    „Das Boot ist voll!“, schreien sie auf dem Meer.
    „Unsres auch!“, setzt du dich schreiend zur Wehr.

    Wer schneller glaubt, wird schwerer klug.
    Dir wär‘ schon „null“ mehr als genug.
    Weil lügengepresst dieses Land sich verliert,
    Nur noch brav vorm As „Asyl“ pariert.
    Es brennt schon lang in manchem Haus –
    Wie findet man am schnellsten raus?
    Du kennst eine Abkürzung durch altes Denken,
    Willst selbstbestimmt die Flamme lenken.

    Besorgter Bürger, ja, ich besorg’s dir auch gleich,
    Wenn Dein’m Gewürge ich mal übern satten Bauch streich‘,
    Hey, kennst du die Zahl, an der ich deine Ansicht messe?
    Jedem 33 69 in die Fresse!

    „Jedem das Seine“, fühlst du, seien weise Worte.
    Und wer nicht gerne backt, flüchtet nun per Boot zur Torte.
    Die saufen schamlos Schampus, während du im Off verdorrst –
    Du hoffst es seh’n bald alle wie den Seehofers ihr Horst.

    Schiebt ab! – Denn du fühlst dich nicht mehr wohl in deiner Haut,
    Bist fremd im eignen Land, das man dir ohne Not versaut.
    Schieb du ab! – Denn vergleich‘ ich meine weiße Haut mit deiner
    Schrei ich: Die Blässe lügt! So fremd wie du war mir noch keiner!

    Besorgter Bürger, ja, ich besorg’s dir auch gleich,
    Wenn Dein’m Gewürge ich mal überm satten Bauch streich‘,
    Hey, kennst du die Zahl, an der ich deine Ansicht messe?
    Jedem 33 69 in die Fresse!


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler