Ich werd weiterhin nie etwas Wichtiges schreiben,
Denn die Wichtigkeit trieft schon vor Wort.
Sie droht Leichtes und Lichtes aus Neid zu zerreiben,
Deklamiert ihre Gültigkeit stets ab sofort!
Glüht ein Themenfeld, mag es ein andrer beackern –
Auch wenn sein Ertrag mich bezirzt.
Mein Ziel bleibt, mir selbst an den Grabstein zu tackern: Er hat unser Leben verkürzt.
Es
Ist
Ein
Jüngst gefällter Stamm,
Den ich in seinen Standpunkt ramm‘,
Aufrecht monolithenhaft,
Wie ein strammer Männerschaft!
Manche meinen zwar, die Äste
Sei’n an ihm das wahrhaft Beste –
Ich neig‘ dazu zu behaupten,
Dass die andernorts belaubten
Nachästigen Gabelungen
Ungemein gelungen
Sind. Empfindest
Du da eh nich‘
Ähnlich?
Denn seine
Zweige
Adeln
Nad
el
n
!
Sie setzten sich so, dass ich gar nichts mehr seh –
Sie halten sich wohl für ’ne Aussicht!?
Und mich für Ihr Instagram-Fangirl in spe?
So hör’n Sie: Das bin ich durchaus nicht!
Sie sind zwar von reiner Durchschaubarkeit beim
Notorischen Selfie-Posieren –
Doch fehlt meinem Blick nun ein brauchbares Heim
Im schambloßen Schlachtfeld der Ihren!
Und mit einem Mal weiß ich:
Oh, 2030
Ist doch sehr sehr fern
Und würd ich auch gern
Es lebenden Auges besehen,
Muss sicherlich vorher ich gehen.
Denn vor Geburtstag 62
Rechne ich damit, es rächt sich
Des Lebensrauschs Fülle
An sterblicher Hülle.
Dann wird’s nix mit mir und Jahr 2030 –
Da kann ich mich auch nicht beschwer’n, Herr, das weiß ich.
Andrerseits gibt’s Register,
Die blieb’n ungezogen:
Hatt‘ lebenslang Schiss vor zu heftigen Drogen –
Und ein Achteljahrhundert nur Verse Verfassen
Schafft auch wenig Zunder für’n ungesund krassen
Lebenswandel.
Hält dann vielleicht mein Daseinsbandel
Doch noch in die Dreißiger?
Fraglos freudlos, scheißiger.
Und plötzlich Zweifel: Wird’s nich‘
Doch eh’r 2040?