Vom Ausfliegen
Um München herum weihern tausend Geschenke,
Die nur kurzer Bahnfahrt bedürfen –
Kaum spreizt man mal seitwärts die spröden Gelenke,
So lässt sich deren Spiegelung
Im Nu durch die Erinnerung
In öde Nester schlürfen.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Vom Ausfliegen
Um München herum weihern tausend Geschenke,
Die nur kurzer Bahnfahrt bedürfen –
Kaum spreizt man mal seitwärts die spröden Gelenke,
So lässt sich deren Spiegelung
Im Nu durch die Erinnerung
In öde Nester schlürfen.

Mein Wüten
Ich pfleg ein mir suspektes Ich:
Mal Citoyen, mal Alarich,
Mal brüstet, mal versteckt es sich,
Erst langweilt, dann erschreckt es mich,
Rast ungebremst, steht felsenfest,
Umfläzt vom Flair „Is nur ein Test“.
Werd ich mir je verbindlich sein?
Die Chance ist verschwindend klein.

Laublau
Vom Feeling schon Frühling,
Vom Wind her noch Winter.

Auf einen Tee bei von Unverbesserlich
Wie schwerfällig die Zeit sein kann,
Sobald sie auf dich trifft!
Die Leichtigkeit entweicht und dann
Schwärmt Leere aus wie Gift.
Die Unterhaltung auszuhalten,
Schwör ich mir jedes Mal –
Schon graben deine Sorgenfalten
Ein gnadenloses Tal.
Wend nun auch ich mich von dir ab,
Da alle Welt schon ging?
Ach, was – wenn du dran Spaß hast, grab!
Ich weiß, das ist dein Ding.

Schneefall
Oftmals hat ja der Schnee eine tückische Glätte
Und kein Stück von ’nem pulvrigen Zuckerbelag!
Nein, nach einem Aufstampf- und Antau-Geplätte,
Beweist sich, dass er auch ganz anders vermag.
Fällste drauf, fällt’s dir auf!

Der Teppich schweigt
Der Teppich schweigt, antwortet nicht auf mein Fragen –
Vielleicht hört er mir nicht einmal zu!
Fast bin ich geneigt etwas Böses zu sagen –
Dabei war’n wir doch längst schon beim Du!
Im Prämienheft stehen noch 20 Versprechen –
Wem soll ich jetzt davon erzählen?
Will er ein zu deftiges Aufstampfen rächen –
Wie lang darf man mich dafür quälen?
Nun rede ich schon – wie ein Geistesgestörter –
Mit dem Quatsch, den der Fernseher zeigt.
Wenn Gott mich noch etwas beachtet, dann hört er:
Einen stinkenden Teppich, der schweigt.

Humor, zeitgemäß
Lachen Sie nur
In der freien Natur
Und entschuldigen Sie sich danach bei den Vögeln!
Nun habe ich, Acht,
Wieder vögeln gesagt –
Auch das entsprrricht nicht möhrr den Rögöln!

Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.
Fanpoetry
Ich will bereits hier meine Ausführung stoppen,
Jede weitere Einschränkung meiden
Für einen Versuch, meine Dichtung zu toppen
Von den Clans, die auf meiner Alm weiden.
Jeder große Moment gebärt eine Kopie
Und muss lernen sich einzugestehen,
Dass er selbst niemals so relevant war wie sie –
Mit Rentierblick aufs frühere Lehen.
Sieh, der Spind ist geräumt und die Werkbank geputzt!
Drauf: die Sprosse zur formschönen Leiter.
Wähle sorgsam die Worte, mit der du sie nutzt,
Schreib das Unausgesprochene weiter!

Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.
Der Hochzeitsfotograf
Sein schwarzer Quader ist Pilgerstätte
Der schönsten Tage des Lebens.
Frömmelnd strömen sie selig ihm zu, so als hätte
Die Akklamation des Entschwebens
In seinem Fokus ihren Platz.
„Du schaust bezaubernd aus, mein Schatz!“
Das schönste Paar der Welt zu erschaffen
Bei gegebener Kalamität?!
Sind Belichtung und Photoshop hinreichend Waffen?
Hält der Schutzmantel der Pietät,
Um für Jahrzehnte zu verklär’n?
„Ich konnt‘ mich damals gar nicht wehr’n!“
Eisern hält der Dompteur aller Blenden
Die Kaaba zum Abschuss bereit,
Um der Euphorie Glanz als Motiv zu vollenden.
„Du hattest ein so schönes Kleid!“
So schreitet stracks ins Immerdar,
Was einen Tag lang Wahrheit war.
Und was
Beseelt solchen Zeugen von nur Schönsten Tagen?
Nun, das muss man ihn bei Gelegenheit fragen …

Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.
Marilyn’s Army
Wir wurden in die Arsenale bestellt
Für den Sturm auf die Charts einer anderen Welt,
Wir haben gewetzt und geschliffen.
Wir stimmten uns ein,
Immer lautstark zu sein,
Haben früh auf Besoldung gepfiffen.
Wir sind vielleicht längst schon die Letzten an Bord
Doch erfüllen verlässlich im Trance den Akkord,
Seit man uns für Verschworenheit bucht.
Gescheiterte zwar,
Gleichwohl immer noch da –
Vom Punkrock beschenkt und verflucht.
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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