Luft

Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Der Himmel über Essen & das sechshundertneunte Gedicht

Der Himmel über Essen

Schwuppdiekrupp

Schwupps – der Krupp vom Ruhrgebiet
Stillt den Wachstumsappetit,
Schickt den Stahl aus seinem Stall
Weltallweit ins Überall.
Von der höchsten Eisenbahn
Bis zum bösen Größenwahn –
Unser Krupp, der tut dat wuppen!
Macht Tuff-Tuff und tough die Truppen.

Aber nach zwei Weltkriegsrunden
Kann der Krupp nur kurz gesunden,
Stahl sich fort und ward vergessen:
Schwuppdiwupp, der Krupp aus Essen.

Rollfeld & das sechshundertachte Gedicht

Rollfeld FJS München

Weitengrade

Heute dacht' ich, kurz vorm Späti,
Plötzlich an die Serengeti.

Du, der Du noch niemals da warst,
Nie ein Gnu so nah im Gras sahst,
Sagst, gar weit wär's bis zum Späti.

Alter, in der Serengeti
Klebt an jedem "Ach, so weit ..."
Noch ein Stück Unendlichkeit!

Isarkiesel & das sechshundertfünfte Gedicht

Isarkiesel

Uneinig

Gleicht nicht allein ein Ei dem andern,
Weil dies Ei gleichfalls jenem gleicht –
Ein Gleichungsweichensteller eifrig
Schon Ei-chen auf ihr Ei-Sein eicht?

Weiß irgendeiner, wann ein Ei –
Auf Stufe Eins der Gleicherei –
Die eigentliche Eier-Form
Bestimmte einst zur Eier-Norm?

Du weißt das nicht, wie ich Dich kenne!
Fragst immer noch, ob Ei, ob Henne –
Wer von den zwei'n war gleich dabei?
Es kommt drauf an, Mann, welches Ei!

Du meinst, da gleicht doch eins dem andern?
Zurück zur ersten Zeile wandern!

Meerinnerungen & das fünfhundertfünfundneunzigste Gedicht

Ile aux Cerfs

Gezeitenlob vor Beizeitenerklärung

Das Meer, das Meer
macht echt was her
schon wegen die Gezeiten

(und gern erklär
ich's etwas näh'r
irgendwann/beizeiten)

Oberammergau & das fünfhundertzweiundachtzigste Gedicht

Oberammergau

Normalerweise verträgt sie den Likör ja ganz gut ...

... aber, wow, war Omma blau
Nahe Oberammergau!

Rhesus & das fünfhundertfünfundsiebzigste Gedicht

Rhesusaffe am Grand Bassin

Ach, so geht das!

Affe, Affe, Päus'le mache!
Nie zu lang an einer Sache!
Putz nur dort, wo man es sieht!
Lebe ständig auf Kredit!

Dann wirst du Primatenknabe
Irgendwann ein prima Schwabe!

Taggecko & das fünfhundertzweiundsiebzigste Gedicht

Taggecko

Integration

Mit klaffenden Wunden
Zwischen schlafenden Hunden
Kläffe ich schlaff
Zweimal "Wau!", einmal "Waff!"

Antizyklonnachwehen & das fünfhundertfünfundsechzigste Gedicht

Tu es wie die Vögel, die

Tu es wie die Vögel, die
Tirälüren klammheimst in Geböschen
Und aus der jahrendigen Bilanzerie
Des Regens ZuSchauerZahl löschen

In einem von Vögeln versungenen Leben
Wird's niemiemals Regenerhebungen geben

Abreibung & das fünfhundertneunundfünfzigste Gedicht

Eisbach im Englischen Garten

Nach dem Kneippbad

Oh, Frotteezottel, trockne meine
Spindeldürren Stolperbeine

Bürste sie mit gnadenreichen
Windelweichen Wadenstreichen

Göttergleicher Walkfrottier
Es frohlockt und wallt in mir:

Ach, Feuchteverscheucher - lass dich nicht lang locken
Mache meine Beine trocken!

Frühlingsfest & das fünfhundertachtundfünfzigste Gedicht

Frühlingsfest Theresienwiese

Frühlingszenit

Überall überprall:
Frühlingshafter Überfall!

Über kurz oder lang
Sind wir übern Neuanfang -
Und als übler Hall vom Feste:

Überall nur Überreste!

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