Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Eizenberger Weiher & das eintausendsiebenhunderteinundvierzigste Gedicht

Alter Steg am Eizenberger Weiher / Alter Weiher

Es war in Schöneberg

... im Monat Mai:
Und wieder spielt Musike,
Und wieder ist es Mai.
Oh Schöneberg, oh Schöneberg,
Du sagst zu uns: Wir zwei.

... im Monat Juni:
Du immer noch so schnieke,
Dein Partner schwärmt: "Ja mei."
Oh Schöneberg, oh Schöneberg,
Ob ich Dir je verzeih'?

Ismaning & das eintausendsiebenhundertvierzigste Gedicht

Schatten im Feld beim Ismaninger Kanal

Haben Se'n Schatten, oder wat?!

Entschuld'jen Se bitte ma, wat soll hier datt 'n?
Se steh'n da jrad feistfüßig uff meenen Schatten!
Mag sein, ditt is da, wo Se herkomm so üblich -
Vom Punkt Kultiviertheit fänd ick's ja betrüblich -
In Kenia, je'nfallz, jilt: Respekt vor die andern!
Bedeutet: Person nebst Silwette umwandern!
Hier bremsen vom Anstand errichtete Ampeln
Den Frevel, auf andrerleuts Seele zu trampeln!

So, lernt ditt jefällichst ma, Fehltrittchaoten:
Im Schatten steht imma "Betreten vaboten"!

Penzberg & das eintausendsiebenhundertachtunddreißigste Gedicht

Esel-Brunnen auf dem Penzberger Stadtplatz

Pflichterfüllung

Es flüstert der Airbag "... an mir liegt es nicht!"
Zum stumm auf ihm ruhenden Leichengesicht.

Willkommen & das eintausendsiebenhundertsechsunddreißigste Gedicht

Auf der Roter Bichl Runde in Unterammergau

Du in den Tugenbergen

In der Fremde XL seinen Namen zu finden -
Das musst du als Eindringling erst einmal schaffen!
Es gilt, sowohl Stolz wie auch Spott zu verwinden -
Schließlich nannte man dich einen Affen!
Um zu zeigen: Da ist jemand rabiat anders -
Doch wenn er sich etwas enthaart, na, dann kann das
Noch was werden mit der hässlichen Rand-Existenz -
Dem Legenden entwendenden Kinderschreck
Mit der Adern entblößenden Hauttransparenz -
Der durch Fettnäpfchen zappende Hektik-Geck!

Du pauktest beharrlich die Sprache und Sitten -
Trotz Gelächter vorm Schlupfloch zur Integration,
Hast dir als Chronist schließlich Geltung erstritten -
Etwas Geld nachgeschoben, doch war's dir zum Lohn:

So gelang unsern Affen nach den Müh'n des Beharrens
Der Aufstieg zum Ding, mit dem Status des Narrens!

Verwurzelt & das eintausendsiebenhundertdreiunddreißigste Gedicht

Wurzeln am Hang zum Isarufer

Kritischer Passagier

Ich geb zu, ich bin kein Freund von Flugzeugabstürzen!
Nun hab ich's zwar nie selbst probiert,
Aber Dingen, die derart ein Leben verkürzen,
Begegne ich prinzipiell sehr reserviert!

Schon allein das Geschrei, wenn die Nase sich senkt!
Da soll mir doch keiner behaupten,
Dass irgendwer dann "Boah, isch lieb das voll!" denkt
Von den bald ihres Lebens Beraubten!

Für mich ist das nichts - ich find, Flugzeugabstürze
Sind dämliche, neumodisch-haltlose Fürze!

Da soll niemand entgegnen, mir fehle der Mut -
Ich find diesen Hype schon als solchen nicht gut!

Eshu & das eintausendsiebenhundertzweiunddreißigste Gedicht

Eshu Statue im Museum Fünf Kontinente

A Prayer to Eshu

Oh Eshu, treuer Gott der Schelme,
Es häufen sich Gründe für Interventionen!
Die Spießer tragen wieder Helme,
Die Scheinheiligkeit fragt nach scharfen Patronen.

Man rüstet sich mit klaren Bildern,
Hat den Widerspruch eindeutig kanalisiert -
Dies eitle Wissen zu durchwildern
Scheint erlösend, da Einwandsnot langsam pressiert!

Ach Eshu, setze deine Fragen,
Bügle grautönend Wahrheit in Koexistenz,
Polter Zwang aus frisch zu wagen
Und dräng Engstirnigkeit in die Weite, sonst brennt's!

Vogelsang & das eintausendsiebenhunderteinunddreißigste Gedicht

Schnitter's Finest - this all makes Sense

Haushaltsunfall ist ein Wort -
Strotzend vor Ergiebigkeit,
Abschussorgien, Massenmord -
Effektiv beim Faktor Zeit,

Gegenknall und Aufprallschäden,
Kopfstoßwucht und Klippenstürze
Reißen an den seidnen Fäden,
Spritzen auf die Schlachterschürze.

Sport spornt an zu viel zu wagen,
Sich Verschätzen - reicher Quell,
Ziel Verfehlen - grad beim Jagen,
Stromschlag, Sturzflug, Kampfduell -

Der Tod ist wie eine Schachtel Pralinen:
Du fürchtest den Fehlgriff - doch alles schmeckt gleich.
Greifst du zu einer der Grellen von ihnen,
Wird man vor Schrecken fast ebenso bleich.

Marterl & das eintausendsiebenhundertachtundzwanzigste Gedicht

Marterl bei Valley an der Mangfall

Erlöser

Zu Nämlichem ward Er ernannt,
Der nagelfest Sein Ende fand
Und alles andre als gelöst
Noch standorttreu am Kreuze döst.

Doch können wir ergebnisoffen
Auf Lösungen im Geiste hoffen!

Fuchsau & das eintausendsiebenhundertdreiundzwanzigste Gedicht

Ausblick von Wasen auf Fuchsau in Ruhpolding

Der Ethno-Graf (resp. -Gräfin)

Wenn auffällt, dass dein Forschungsfeld
Vor Forschern anders sich verhält,
Hast du entdeckt, wie viel Subjekt
In vorschnellen Objekten steckt.

Schattenblüher & das eintausendsiebenhundertzwanzigste Gedicht

Erste Frühlingsboten im Ruhpoldinger Auenwald

Neustart Vernunft

Vermutlich wird die Wut sich richten
Nach Reboot eurer Weltansichten!

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