Sieh an, Seeon, so ’ne Inselséance –
Ist ’ne sonntägliche Sensation!
Sonst ohne Kontakt zu dem Zen unsres Sohns
Schien die Seeonséance
Sehr en vogue als ’ne Chance
Zur Seelen-on-air-Liaison.
Da überm „Dann ein andernmal!“
Dräut ein „Ganz sicher nicht“.
Du hattest heute die Ems zur Wahl,
Doch warst auf „Ähms“ epicht.
Nun ist wohl ein für allemal
Das Wahllokal dort dicht.
Ich möchte die Welt gern von oben betrachten,
Um die als Hürden ausgemachten
Bürden einzuebnen.
Auf die zu viel ich geb, denn
Es hängt ihre Macht an dem Dasein im Drunten
Und Ziel war: sich endlich zu trennen.
Dass sie mich stets runterzieh’n, hat seinen Grund, denn
Von weit oben
Sind ihre erhoben-
En Fallstricke nicht zu erkennen.
Sechste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Schnitzelbrötchenverleih, Riesenrad, Scheißwetter, Geheimratsecken, Megastau und Ghosting.
Schnitzelbrötchenverleih
Der Bote vom Ortsschnitzelbrötchenverleih
Grüßgottelt: „Ich hätt‘ was für Klötgen dabei!“
„Prächtig – ich öffne, die sechste Etage!“,
Lächelt’s von mir durch die Türsprechanlage.
Doch die Anlieferung ist nicht möglich für ihn
Vorm unlängst verbindlichen Abholtermin. –
Sechs Etagen ohne Fahrstuhl sind für alle Pagen uncool.
Doch der kurze Besitz
Von Brötchen samt Schnitz-
El krönt dieses Tags, meines Lebens Begehren –
Alles war auf dem Weg,
Fehlt auch jeder Beleg. –
Ohnehin ging’s mir nie um das Wirklichverzehren.
Nur die Illusion, dass ich befugt dazu sei,
Verleiht mir der Brötchen-um-Schnitzel-Verleih:
Bezahlbar sich etwas nicht-einzuverleiben –
Und dabei nicht mal Vegetarier zu bleiben.
Die Bienlein toll’n im Pollenschlüpfer
Von Stempelchen zu Stempel,
Das Zierpen eingegraster Hüpfer
Beteppicht stur den Tempel,
Der sich aus Schwärmerei errichtet –
Und fehlt’s ihm auch an Sichtbarkeit:
Ein Wärmeschwall hat ihn gedichtet
Und all dem Schwirrgetier geweiht.