Den künftigen Jüngern
Bitte beiliegende Heiligkeit uneilig zu beachten!
Das Leiden eines Heilands mag man beiläufig betrachten –
Doch Beiwerk bleibt bei kleiner Zeit
Im Eisprung seiner Möglichkeit!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.
Den künftigen Jüngern
Bitte beiliegende Heiligkeit uneilig zu beachten!
Das Leiden eines Heilands mag man beiläufig betrachten –
Doch Beiwerk bleibt bei kleiner Zeit
Im Eisprung seiner Möglichkeit!
Letzte Hoffnung Mutter
Wenn Ungemütlichkeiten
Das übel überschreiten,
Was wir simplen Gemütern
Noch zumuten würden,
Soll’n Mütter uns geleiten,
Der Blümchen Güte Weiten
Als künftig zu spüren
Im Jenseits der Bürden,
Um fort uns von Gütern
Der Phython zu führen.
Sommerinsektenandacht
Die Bienlein toll’n im Pollenschlüpfer
Von Stempelchen zu Stempel,
Das Zierpen eingegraster Hüpfer
Beteppicht stur den Tempel,
Der sich aus Schwärmerei errichtet –
Und fehlt’s ihm auch an Sichtbarkeit:
Ein Wärmeschwall hat ihn gedichtet
Und all dem Schwirrgetier geweiht.
Entflogen
Es flog hinfort der Kolibri
Und ward nicht mehr gesehen,
Man fühlt vorm Ortseingang zum Nie
Ihn seine Runden drehen.
Der Schwerelosigkeit Schwere
Was Astronauten so aus den Händen fällt,
Landet nirgends, nimmermehr,
Trudelt durch eine nicht endende Welt –
Und die gibt als All all dies nie wieder her.
Die Einsamkeit brüht nachschublos
Den x-ten Aufguss aus Resten.
An jeder Luke droht ein Stoß
Von ungebet‘nen Gästen.

Ungläubige Zuschauer
Will die Kirche im Dorf sich erneuern
Nach dem dreckigen Kolonialismus,
Muss sie den Wert unsres Kreuzzugs beteuern
Gegen Hexen-Kannibalismus.
Wer in Glaubensfragen Abstand wahrt
Gitscht im Bodensatz unserer Werte!
Die Kluft wird schnell ein schmaler Grat
Und die Gastfreundschaft schwindet in Härte.
Denn jeder, der nicht bei uns mitglaubt, der zahle
Mit dem schwär’nden Verdacht, er sei selbst Kannibale.

Von wegen Kannibalismus
Nun ist der Kannibalismus ja nicht per se schlecht –
Man nehme zum Beispiel die Eucharistie!
Wie „Blut und Leib Christi sind da ja nicht echt!“?
Solch Zweifelbereitschaft ist fast Blasphemie …

Die Gilde der Ugandischen Märtyrer
All das Sterben ist ne Strafe Gottes
Und Aids die Klinge des Schafottes,
Aber wir als belesene Messe-Kadetten
Werd’n eure besessenen Seelen erretten!
Ab ins Virengeseuch diabolischer Mächte
Führt uns unser Kreuzzug und Gott, der Gerechte!
Ferne Dörfer soll’n nun in Kaskaden
Von Weihwasser und Gospel baden!
Es ist Aids das Werk kannibalistischer Hexen –
Die müssen den Trog der Verantwortung exen,
Bis aus höhnenden Körpern die Stigmata schäumen,
Wenn gottlose Bestien das Feld dröhnend räumen!
Unser Kruzifix sagt: Die führ’n Gutes im Schilde.
Ihre ugandische Märtyrergilde

Hexenjagd
Da kreucht es flink im Hexennest –
Ein sattes Glied entsetzt!
Der Inquisitor bebt und bellt,
Das Schlüpferchen benetzt,
Wenn Phantasie mit kühnstem Strich
Verpeinlicht das Befragen,
Dass schlimmster Ahn bestätigt sich –
Kaum lässt es sich ertragen! –
Doch da wir schon so tief gebohrt:
Wie deep drang JENER ein?
Enthemmt ergießt sich Wort auf Wort,
Erlöst von all der Pein.
Ein Stigma ist ein hohler Schlund,
Den Eifernde verfüllen.
Es braucht dazu nicht viel an Grund,
Nur unbeürrten Wüllen!

Holy Spirit Mobile Forces
Oh, durch diesen Krieg müssen die Geister uns lenken!
Denn die Siegchance der irdischen Leben
Offeriert doch zu viele plausible Bedenken
Gegen’s Stöcke und Steine Erheben.
Wenn die Unsittlichkeit dieses Staats dich zerfrisst,
Komm zur Holy Spirit Mobile Armee,
Wo der Oberbefehlshaber ein Medium ist,
Stets auf Empfang gottgewollter Idee!
Ein Kommandoschrei reicht in die Sphären der Predigt:
Unser Glaube kann Berge versetzen!
Schon gewähren wir – montaner Deckung entledigt –
Den Regierungstrupps uns zu zerfetzen.
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