Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Gebäude & Urbanes

Gedichte, in denen Gebäude und Bauwerke oder städtische Areale die Hauptrolle spielen.


  • Lux & das achthunderteinundvierzigste Gedicht

    Kino Lux in Turin

    Die Schma(ro)tzer

    Gasseneleganz gelt Glanz
    In das Flair der Ären
    Und Epochenfirlefanz
    Pocht an unser Gären
    Zu historieverschlingenden Lebenslustfrönern

    Noble Schönheit lässt sich durch Genuss noch verschönern


  • Plaisance & das achthundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Vorort Victoria Seychellen

    Afrikarand

    In den Vororten und zweite-Reihe-Hausreihen
    Hockt die Folklorefreiheit Afrikas
    Freundlich auf dickfleischigkrautigem Gras
    Doch sie kann die Exotik nicht gänzlich entweihen
    Immer schwänzt eine Palme, ein Dickicht
    Das keiner Gartenwelt Halmung entspricht

    Hier sind das Cruisen, die Bässe noch warm vom Versuch
    Hier wird niemand die Scheinwerfer blenden
    Ist das Eiland ein einig „Ich kenn’n den!“
    Alle Globalisierung bleibt ein fremder Geruch
    Lehrt das Leid, nicht zuviel zu erwarten
    Harkt die Zeit die Option
    Zwischen „noch nicht“ und „schon“

    Ein sehr unverbindlicher Garten


  • Modersohnbrücke & das siebenhundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Modersohnbrücke

    Berliner Boden

    Hier ist das Pflaster noch Teil einer Wunde
    Klatscht der Schritt über Härte zurück in das Bein
    Im Gestein klebt das Wimmern getretener Hunde
    Ist die Coolness ein Bittbrief, hier glücklich zu sein?


  • Gendarmenmarkt & das siebenhundertdreiundachtzigste Gedicht

    Die Kugelahorne vom Gendarmenmarkt

    Die Kugelahorne vom Gendarmenmarkt

    Wenn Kugelahornfälldebatten
    manch kluges Naturell beschatten
    Wenn Niedrigäst und Blätternest
    versag’n im Platzverwertungstest
    Wenn Häuptlinge vom Stamme Nimm
    den Stämmen drohen, ist das: schlimm

    Sind Zweigstellen mit Kindchenschema
    wirklich kein Touristenthema?

    Ist das gernegroß-ulkige „Ick bin zufrie’n …“
    nicht sinnbildlich baumelnd für „Ditt is Balin!“?

    Wohlan, ihr Stadtentwicklungstucken
    es gilt in Reue sich zu ducken!
    Ihr sollt bei jedem „be Berlin“
    den Kugelahorn einbezieh’n!
    Und lehrt es auch noch eure Blagen:
    Wer A sägt, muss als B versagen!


  • Fluten & das siebenhundertsiebzigste Gedicht

    Eisbachwellekanal

    WC-Spülungen

    Kaum, dass jemand abgezogen
    Rumpeln durch die Wand die Wogen
    Um mit Hast und dumpfen Brüllen
    Jenen Kasten zu befüllen
    Der der Spülung Masse fasst
    Plus der Wasser Märsche Last

    Horcht! Es schießt aus vollen Rohren
    Ungestüm und ohne End‘!
    Weh! Schon scheint dies Haus verloren
    Wenn den Strom kein Moses trennt!

    Die

    Geister werden mehr und Meer!
    Wer wird nun der Wasser Herr
    Eh die letzten Speicher leer?

    Der-

    Weil der Meister es verschlief
    Dass ich ihn um Hilfe rief
    Steigt der Schwimmer aus dem Tief
    Um den Zufluss vom Abort
    Wo die Wasser sich ergießen –
    Drohend, als sei’s immerfort –
    Ganz allmählich zu verschließen

    Da muss sich der Quell verengen
    Klingt’s, als wenn die Wasser sängen
    Die sich durch den Restspalt zwängen
    Bis ihr Wille abgeebbt
    Von Furor auf Stille zappt

    Ja

    So verfügt unsrer Installateure Verschluss
    Dass alles, alles enden muss!


  • Auf Abwegen & das siebenhundertfünfundsechzigste Gedicht

    Biergarten am Kleinhesseloher See

    Deutsches Museum, Seitentrakt

    Dieser taube Wissenszipfel im Abseits
    Hat seit Eröffnung des Hauses noch nie int’ressiert
    Weshalb dein: „Ach, schau mal hier – wusstest du das?!“
    Den rüde Geweckten komplett irritiert


  • Berliner Inseln & das siebenhundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Spreebrücke am Berliner Hauptbahnhof

    Rummelsburger Bucht

    Lass uns

    In den Speckgurt zieh’n,
    Wo in Legebatterien
    Kleinfamiliengroßstadtleute
    Harren als Idyllenmeute;

    Lass uns

    Tüchtig Freilandbabys züchten,
    Die dann in solch Schmähgedichten
    Eines Tages lesen müssen,
    Dass sie doch halt zum gewissen
    Grade Massenware sind.

    Schade, doch egal, mein Kind!


  • Tor 22 & das siebenhundertsechsunddreißigste Gedicht

    Märchenwelt der Linzer Grottenbahn

    Im Friedrichshainer Märchenbrunnen, restauriert

    Hier, zu Hufen von vier Hirschen
    im Rondell mit andren Tierschen
    küssen sich d‘ Liebespärschen
    und erzähl’n sich wieder Märschen
    Turteln sich was zwischen niedlischen Putten
    glauben sich das, zwitschern friedlisch vom gutten
    Gefühl, das zwischen ihnen herrscht
    Ob davon auch der Hirsch was merscht?

    Da steht der drüber, liegend zwar
    links, rechts – als je entzweites Paar
    das keines Blickes würdigt sich
    im Abgewandtsein brüderlich

    Doch wer sieht auch die Hirsche? Man kommt ja hierher
    um d‘ Putten zu gucken, zu rätseln, welch Mär-
    chen sich hinter jedweder sandsteingefestigt
    verbirgt und verbürgt, dass das Happy End mächtig
    ist und techtelmechtig bleibt
    Egal, was sie und ihn noch treibt

    Nur: panta rhei – hier in Kaskaden
    Wer alles will, der nimmt auch Schaden
    Die Hirsche wird’s nicht interessier’n
    die musst‘ man auch nicht restaurier’n


  • Tor 15 & das siebenhundertneunundzwanzigste Gedicht

    Linz Donaubrücke

    Ein Tief überm Hochofen Duisburg­Nord

    Ein Tief überm Hochofen Duisburg-Nord.
    Sieht aus, als geschieht hier heut Nacht noch ein Mord …
    Fauchend stiebt Glut sich durch Eisen und Schlacke,
    Ein Schummel-Schimanski seufzt planlos: „Attacke!“
    Und das Tief schaufelt Wolken aus Finsternis.

    Schummrig erzählen erwählte Relikte,
    Von Marxloh schrillt willig ein türkisches Fest,
    Am Straßenrand lungern nach Hochfeld Geschickte,
    Und stets flüstert einer: „Das ist nur ein Test!“
    Ständig bleckt der Überbiss.

    Und dann ist auch das wieder alles Geschichte.
    Als Tatort verdorrt – nur noch Hort der Gedichte
    Von Arbeit, Arbeit, Migration,
    Vom Strandurlaub im Ungewiss –
    Wer länger bleibt, der kennt es schon.


  • Tor 11 & das siebenhundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Starnberger See

    Auf Urlaub

    Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist: grau.
    Das Haus dort am See? Nö. Die Berge? Genau!
    Außerdem noch: Die Wiese, der gestrige Stau,
    Die Kühe, die Sonne, der See – alles grau!

    Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist: bunt.
    Ja, Kerl, dat is Käse – du lügst doch, du Hund!
    (Wir steh’n vorm erloschenen Hochofenschlund)
    Dies Metallischmattgraue, dies gräuliche Schwatt
    Der düstere Himmel, die hässliche Stadt
    Von hier oben ins schwärzliche Nichts zu seh’n und
    Sich dran zu erfreuen, na, das nenn ich: bunt.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler