Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Wintermond & das eintausendneunhundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Winterlicher Vollmond am Tegernsee

    Gerafft?

    Sehr schleierhaft, wie Schleierhaft
    Es leis in manch‘ Geseier schafft,
    Ein Zeichen freier Kraft zu sein.

    Sie bleibt ein Eid auf Heiland Schaft,
    Gebenedeit vom Eiersaft
    Jahrhundertreifer Wundenpein.


  • Wintersonne & das eintausendneunhundertsechsundachtzigste Gedicht

    Winterlicher Sonnenuntergang am Tegernsee

    Winterliches Ausfälligwerden

    Diese Kälte ist wie ein Verbrechen
    Und lügt mir eisglatt ins Gesicht.
    Der Frost lässt für jeden Spaß blechen
    Und überall mangelt’s an Licht.

    Du salbaderst, solch Prüfung sei alldieweil nötig,
    Den Frühling gebührend willkommen zu heißen?!
    Noch so’n frommen Spruch, Arsch, und ich töt dich,
    Ich kack dir den Mund zu, du Pisser – geh scheißen!


  • Tegernseeufer & das eintausendneunhundertfünfundachtzigste Gedicht

    Seepromenade Tegernsee

    Jesses, jetzt ist Weihnachtszeit!

    Wenn die Blagenmeute schreit:
    „Wir woll’n mehr Behaglichkeit!“ –
    Jesses, dann ist Weihnachtszeit!

    Fachet an der Kerzen Lichter!
    Wärme strahlt als Erbstreitschlichter
    Und das Wachs glänzt golden.

    Ruhe liegt im sanften Flackern –
    Uns soll nach dem trüben Ackern
    Sinnlichkeit besolden!

    Brennt das Haus dann lichterloh,
    Ist das auch sehr sinnenfroh.

    Wenn ob der Geborgenheit
    Sorgen sich die Rettungsleit‘ –
    Jesses, dann ist Weihnachtszeit!


  • Winterabend & das eintausendneunhundertvierundachtzigste Gedicht

    Abendstimmung am Tegernsee bei St. Quirin

    Land der Karren

    So ein wenig werd immer dies Bayern ich hassen
    Als Letztbastion der Automassen!
    Hier bullert die „packmascho!“-Selbstherrlichkeit
    Und überall, Kerl, steht ein Traktor bereit!

    Letztlich wird uns der Seppi nie hinreichend Mann,
    Weil er viel zu oft nicht mit der Axt schlägt. Und dann
    Ist sein Triumphgeheul hernach so leise –
    Wir johlen und jodeln auf kernige Weise!

    Herr, schütze uns Bayern vor Weicheigebrechen,
    Vor ungenutzten Ladeflächen!
    Gib uns einen Grund zum Besorgungenmachen
    Und mag deine Huld unser Brennholz bewachen!
    Lass unseren Lieben kein Unbill passieren
    Und mich meinen Führerschein niemals verlieren!

    So ein wenig werd immer dies Bayern ich hassen
    Als Letztbastion der Automassen!
    Hier bullert die „packmascho!“-Selbstherrlichkeit
    Und überall, Kerl, steht ein Traktor bereit!


  • Justizviertel & das eintausendneunhundertdreiundachtzigste Gedicht

    Dachschmuck von Justizpalast und Oberlandesgericht München

    Vergeudete Patronen

    Und wieder zieht so Kleinkramscheiß
    Meinem Tag die Stunden!
    Wenn ich alsbald ins Nachtgras beiß,
    Kau ich nur auf Wunden!

    Das „Dieser Tag war nicht verloren“
    Hängt mir längst aus beiden Ohren!
    Statt Behördenkleinstkramscheißer
    Wär ich Größtwilddarmaufreißer!

    Doch werd mit dem Schiss ich mich weiter bescheiden …
    Und an ungescheh’nen Trophäen mich weiden.


  • Weihnachtsstern & das eintausendneunhundertzweiundachtzigste Gedicht

    Laternenbespannung am Univiertel in der Luisenstraße

    Pizza Diavolo

    Was haben wir denn hier …? Oha, insgesamt
    Siebenundzwanzig Pizzamodelle!
    Ich denk: ‚Inspirierend.‘ Zugleich auch: ‚Verdammt,
    Wie nun wählen auf die Schnelle?‘
    Es gibt ja die Dinger mit jedem Belag –
    Seit neulich auch ohne Tomatensoß! –
    Hier reiht sich einand‘, was ich grundsätzlich mag
    Und tummelt die Auswahl erst groß.
    Doch Schinken, Sardellen und Kapern? Heut nicht.
    Auch andere Meeresfrucht: Muss nicht sein.
    Ich mag etwas Übersicht auf höchster Schicht –
    Schon schrumpft jener Pool wieder ein.
    Ja, wenn ich mal Pizza ess, dann gerne scharf!
    Artischocken find ich sehr oft fade,
    Bei Ei und Spinat gibt’s kein’n Nachholbedarf …
    Findet noch was meine Gnade?
    Es drängt die Entscheidung, der Kellner ist da!
    Was sich bewährt hat, bleibt abermals gut.
    Ihr scheint meine Wahl etwas langweilig zwar –
    Doch sagt wer, es gänge um Mut?

    Okaygesättigt fragt’s dich, ob du
    Zufriedener wärst, griffst du einfach daneben.
    Nun, es kommt schon irgendwann dazu!
    Vermutlich erst in einem späteren Leben.


  • Astgekrakel & das eintausendneunhundertachtzigste Gedicht

    Bäume mit Kormorannestern im Zoo Berlin

    Wie sich ein Gedicht schreibt

    Thema finden,
    Verse binden,
    Hehren Anspruch überwinden,

    Schreibfluss lindert,
    Unvermindert,
    Und zu viel Zuviel behindert,

    Plötzlich sind da:
    Schöne Kinder –
    Und du strahlst als vormals Blinder!


  • Totenkopfäffchen & das eintausendneunhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

    Totenkopfäffchen im Affenhaus im Zoo Berlin

    Und noch ein schnelles Gedicht für das Programm der Lach- & Schießgesellschaft, das heute bei der Aufzeichnung Premiere feiert:

    Zusammenhalt der Gesellschaft

    Focus Locus Reisebus:
    Es ist purer Hochgenuss
    Was in ihm uns widerfährt –
    Sei’s drum, dass er nie mehr fährt!
    Wenn uns etwas nicht gefällt,
    Trägt Schuld daran die Außenwelt.
    Wir seh’n die Drinn’n-und-Draußen-Spaltung
    Als Hauptgewinn der Stau-Erhaltung.


  • Bonobo & das eintausendneunhundertsechsundsiebzigste Gedicht

    Bonobo Schimpanse im Affenhaus im Zoo Berlin

    Auf einmal gibt es eine Pause im neuen Stück der Lach- & Schießgesellschaft, das morgen eine kleine Vorstellung zwecks Aufzeichnung gibt – und ein schnelles Gedicht musste her:

    Aufgestaut Pausenrückblick

    Da reagierte Maria grad doch etwas scharf!
    Entsprechend besteht im Bus Reglungsbedarf
    Und so zwingen im Cockpit nun Daniel und Jean
    Die Lenkraddespotin zur Koalition.

    Doch dass drei Parteien sich einigen –
    Das können auch andre bescheinigen! –
    Ist hart. Überall sich an- und abzugleichen –
    Ein Fall für die Drei Fragezeichen!
    Und so schuf unsre Taskforce aus Weh!, Ach! und Au!
    Den Maßnahmenkatalog “Bus muss durch Stau”.

    Aber sehen Sie selbst!


  • Steinbockfelsen & das eintausendneunhundertdreiundsiebzigste Gedicht

    Steinbockfelsen im Berliner Zoo mit der Zuchtgruppe Sibirischer Steinböcke

    Rat for the Ratless (Dem Franz B.)

    Nach seligem Versuch, mal besser als die Welt zu sein,
    Stach, stetig wie ein Fluch, das Messer auf den Helden ein.

    Versteifst du dich in Absichten, so schütz erst deinen Bauch!
    Du reifst ja eh gen Grablicht – überhitz nicht beim Verbrauch!


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