Nach Änderung der finanziellen Situation
Auf einmal fehlt es dir, das Geld,
Um an dem schönen Teil der Welt
(selbst manchmal) teilzuhaben.
Es weist jed Preis drauf hin, er gilt
Für dich als „Halt verboten!“-Schild –
Entwöhn dich solcher Gaben!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Nach Änderung der finanziellen Situation
Auf einmal fehlt es dir, das Geld,
Um an dem schönen Teil der Welt
(selbst manchmal) teilzuhaben.
Es weist jed Preis drauf hin, er gilt
Für dich als „Halt verboten!“-Schild –
Entwöhn dich solcher Gaben!

Was (Dichtersein vor Sonnenuntergang)
Halb knatschig raunen Wolkenschichten:
„Magst du nicht mal von uns was dichten?“
„Verzeihung, aus dem Zug der Wolken
Hab ich schon viel Gedicht gemolken!
Was bleibt nun noch an Formationen,
Die weiterer Beschreibung lohnen?“
„Was fragst du? Schau uns einfach zu!“
Was ich sodann mit Demut tu.

Der Schuldige (Raunen in den Schlachthöfen)
Warum kann’s nicht der werte Hahn
Bei einem Kräh’n belassen?
Versteift im Wiederholungswahn
Lernt er uns, ihn zu hassen.
So manchem Vegetarierschwur
Vermasselte ein Hahn die Tour.
Alle Rechte bei Oliver Resken, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft hat.

Sonnenmilchtage
Benähere dich mir an solchen Tagen,
An den’n ich nach Sonnenmilch rieche!
Ich bin dann vermutlich okay zu ertragen,
Weil ich nicht im Selbstmitleid sieche.
Du kannst an solch Tagen mir maximal schmeicheln:
„Ich hätt‘ dich fast gar nicht erkannt!“
Zur Hälfte verschwimm‘ ich in lässigen Teilchen,
Der Rest wird von Sonne verbrannt.

Gereifter Kinderdank
Danke für die manchmal nur stoisch
Gedankenabwandernd
Ab und an versandenden,
Dann rauschbelauschten Worte.
Es sind alle Kinder so minderheroisch,
Niemals zeitlich verfrüht,
Doch bald reiflich bemüht,
Um das Schmieren der ihrigen Pforte
Zurück
In das Glück
Vom noch mind’ren Bewusstsein.
Alles schlendert gen Schluss vom Gewusst in Verlust ein
Und nichts in der Welt setzt sich an jene Stelle
Dieser rüglosgenügsam verfügbaren Quelle.

Stühle hoch, Licht aus!
Im grellen Licht heißt’s Abschied nehmen
Von dem, was uns gegeben –
Lasst uns auf der Erinn’rung Schemen
Das letzte Glas noch heben!

Mein Ostererlebnis
Der Hase kennt sehr gute Eierverstecke –
Und zwar in der Heia und unter der Decke.
Dort suchten sie auch meine Finger und fanden:
Der Herr ist wieder auferstanden!

Wie im Flug
Es grenzt beinahe an Betrug:
Stunden, die vergeh’n im Flug – ?!
Jedenfalls im Flieger
Bleibt das Zähe Sieger.

Poesie & Nährwert
Dieses Gedicht fabuliert einen Startpunkt,
Von dem sich noch Linien verzweigen,
Markiert Grazie, mit der es schon vor jeder Tat prunkt,
Proklamiert Immanenz als sein Eigen.
Doch letztlich dient dieses Gedicht der Ernährung,
Schafft Eier, Kartoffeln und Brot,
Von Versen gestrickt ist es wahrhafte Währung,
Verbleibt in Punkt Anspruch devot.
Dieses Gedicht schreiben andre Poeten
Und -*innen nun vielfältig fort.
Dieses Gedicht besorgt nur die Moneten –
Ein Anfang fürs werdende Wort.
Und entgegnet mir nicht, dies sei nur ein Gedicht!
Denn es sorgt andernorts – auf ein Wort – für: Gewicht.
Alle Rechte bei Frauke Gnadl, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft hat.

Crossover-Ripostegedicht zu Tucholskys „Das Ideal“ und den Heidi-Klum-Rant von Roger Willemsen.
Der Ich-Handel (The I-deal/Dimunitiv von „selten“)
Ja, das möchste:
Du willst bei der Challenge heut voll überzeugen,
Dass all jene andren dich neidisch beäugen
Und Heidi kreischt fleischig vor Scheineuphorie,
Du hätt’st krass Personality
Und die Fashionwelt wird sich schon bald darum reißen,
Dich auf ihren Kampagnen willkommen zu heißen.
Du schwebst vom Walk auf Wolke Sieben,
Bist dabei ganz du selbst geblieben,
Gibst dich dem Netz in Gänze hin
Als mega! Influencerin,
Bekommst von dort so viel zurück:
Ein tausendfach geteiltes Glück.
Ja, das möchste.
Aber,
in Wahrheit wirst du voll verheizt
Im Tollhaus, das mit Chancen geizt,
Verkackst im Kreis beknackter Grazien,
Verlacht als Wackelkandidatin,
Die beständig, unbändig und flehentlich flennt
Vor gemeinen Designern, die eh keiner kennt.
Letztlich fehlt dir das Foto zum Model-Champ,
Du hoffst noch auf das Dschungelcamp
Und hangelst fesch von „Au!“ zu „Au!“
Durchs Dickicht dich vom Trash-TV.
Doch wie sehr man sich auch engagiert,
Dass man sich dann noch etabliert
Vorm bösen Ansturm erster Fältchen
Das
Ist seltchen.
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