Urlaub 4
Schon sind alle Fünfe grade,
Schon ist es das zweite Eis –
Sonnenbad, mit Schokolade.
Bald schon ist’s vorbei, ich weiß.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Urlaub 4
Schon sind alle Fünfe grade,
Schon ist es das zweite Eis –
Sonnenbad, mit Schokolade.
Bald schon ist’s vorbei, ich weiß.

Urlaub 3
Hier ist das Geringste schon höchst fotogen
Und wir stellen uns immerzu Fragen.
Chirurgisch detailt sich ein lustvolles Seh’n,
Umströmt von Gedöns wie Behagen.

Partykeller
Wie verödet sind nun unsre heitersten Säle,
Als wär’n alle Feste entflogen –
Sodass mein Erinnern, aus dem ich erzähle,
Klingt sehr dubios bis verlogen.
Räume sind nicht die gleichen mehr ohne Personen.
Dieser Satz ist so einfach addiert.
Sie behagen den Leben, die sie rasch durchwohnen –
Und danach sind sie mumifiziert.

Verjährendes Gedicht
Die Zeilen in der Erde sind
So unerreichbar da –
Wiewohl kein Wort ich wiederfind‘,
Ihr Sinn bleibt weiters nah.
Es reicht die Tiefe im Verlust
Von selbst nicht ans Verloren.
Stell dich in seinen Schein, du musst
Nicht extra danach bohren!

Zwischen den Spaghettigängen (Heya, Enrico!)
Zwischen den Spaghettigängen
Spielst du mir das Lied vom Tod
Mit wiederkehr’nden Binnenlängen
Im Endlosschliff als Zugangscode
Zu fast mantrösem Spannungsdrill –
Unfassbar laut und greifbar still.
Als Blasebalg in Atemnot
Zu mundharmonischbangen Klängen
Wattiert mich das Dessertverbot
Zwischen den Spaghettigängen.

Säumiges
Ach, ich gewahrte viel zu spät:
War heut glatt ohne Schreibgerät
Zum Dichten aufgebrochen!
Schon kam da angekrochen:
Ein lang vermisster Geistesblitz –
Den in Ermanglung an Notiz
Ich bis zu meiner Rückkehrstund
(als bloß vom Glück bescherten Fund)
Ins Hirn mir tätowierte,
Derweil ich stur flanierte –
Im Kopf nur diese eine Zeile
Nebst meinem Willen, diese heile
Noch zu Papier zu bringen.
Es sollte mir gelingen.
Doch der Vers, den ich brav hab behalten für Stunden,
Wurd‘ dann schon recht bald für nicht tauglich befunden.
Sein wahrer Wert war offenbar,
Dass er so sehr gefährdet war.

Partyerwachen
Die aufgekratzte Stimmung war
Am Morgen schon verschorft,
Da späten Glucksens Immerdar
In neues Elend morpht.
Verdampfte Ausgelassenheit
Macht Kopfverbände klamm,
Bis jemand „Nicht zu fassen!“, schreit,
„Ich hau die Brut zusamm’n!“
Wenn Übermut im Unterschaum
Mit Scham sich arrangiert,
Fühl ich im fortgewünschten Raum
Mich sichtbar bandagiert.

Der Verweigernde
Wenn die Krise sich brav vor der Hoffnung verneigt,
Ist der Teilrückzug längstens beschlossen.
Doch dein Schicksal hat wieder mal alles vergeigt,
Frönt nostalgisch den kalkigen Possen.
Du bist eigentlich Opfer vergangener Zeit,
Doch dein Leid biestert schwungvoll ins Heute.
Jeden Währungsverlust nennst du Aufrichtigkeit
Und betonst, dass sie dir was bedeute.

Seefriede
Und grad weil dieser See alle Ruhe aufnimmt,
Die vom ufernden Rund sich ergießt,
Scheint mein Angesicht wie von Hektik bestimmt –
Dem nie überwundenen Biest.
Denn wie viel an Gesorg ich dem Himmel vermach‘ –
Aus dem See säuselt’s: Da geht noch mehr!
Wenn lustvoll zum „Ah!“ sich verschmälert das „Ach!“,
Verdümpelt erst all das Gezerr‘.

Nicht einmal die Wagenspur …
Nicht einmal die Wagenspur
Bleibt von unsrer Reise, nur
Der Fahrtwind, der sachte sich hinter uns schloss,
Erneut den von Nachfahr’n verkindlichten Tross
Wie zur allerersten Fahrt,
Vollberauscht von Gegenwart,
Auf altausgetretenen Pfaden empfängt,
Ihn sanft aus dem Sog jeder Abschweifung lenkt.
Durch die selbe Wagenspur
Zieht die Unbeschwertheit, nur
Für das, was uns rührte, bleibt ihr Auge blind.
Schon wir war’n Geführte vom uralten Wind.
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