Big & Small
Das große Schicksal müsst sich bloß ein kleines Stück bewegen!
Es gäb damit dem größten Glück der Kleinsten seinen Segen.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Big & Small
Das große Schicksal müsst sich bloß ein kleines Stück bewegen!
Es gäb damit dem größten Glück der Kleinsten seinen Segen.

Flügge
Ganz unverwandt steht da ein altes Gedicht,
Das in mir fremder Sprache spricht,
In dem unwiderlegbare Vaterschaft ruht –
Und doch in all der Outputflut
Mir völlig unerfindlich bleibt.
Sei es, dass man jetzt verbindlicher schreibt,
Sei es, dass mich dieser Abstand verstört,
Weil noch nicht daran gewöhnt,
Dass ein Text sich so entwöhnt
Und allein sich selbst gehört.

Unüberwindbar
Irgendwann bleibt für einen von uns beiden
Die Liebe als Trauer zurück.
Trotz trostloser Stunden zeigt sich dann im Leiden
Ein unüberwindbares Glück.

Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.
Die vom Reize Gelockten
Am frühsten Morgen steht da schon
Ein kahlgefressner Tag,
So fahl wie gleißend monoton,
Verlockend wie ein Sarg.
Da jemand den Mangel als Chance offeriert,
Weil jetzt vom Banalen Belang emergiert.
„Ich geh dann mal zum Edeka“,
Seufzt Intermezzi-Not,
Gibt sich dem Strom hin, Boreout-nah,
Zermürbt vom Leerlauf-Lot.
Man klagt, dass das träge Versacken erschöpft,
Von Bunkerappell-Serien hoffnungsgeschröpft.
Der Rückzugsräume öde Muff
Schürt stetig Appetit,
Sind selbst schon nur noch Fraß und Suff,
Ein schrumpfendes Gebiet.
Erklärte wer, jetzt sei der Angriff vorbei,
Wär’n wir längst verzehrt von der Einsiedelei.

Die verdödelten Tage
Das Verdödeln der Tage
Trübt ganz ohne Frage
Wie blöde die Selbstachtung ein.
Gegen Abendrot wären
To-Dos noch zu klären
Und Stundenmüll sich zu verzeih’n.
Das Verdödeln der Tage
Muss ganz ohne Frage
Auf Kosten der Selbstachtung geh’n –
Wie mit Stubengehocke
Ich Restzeit verzocke,
Ist anders ja nicht zu versteh’n.

Der Einflügler
Du schaust auf deine gepackten Sachen,
Deren Pünktlichkeit voreilig scheint.
Du warst so bemüht, alles richtig zu machen –
Auch wenn’s niemand so streng wie du meint.
Ein Ausflug, zu dem man nicht abgeholt wird
Und ein Ferienprogramm, das nicht startet.
Du bist nicht im Vorfeld als Date-King stolziert
Und hast trotzdem schon zu viel erwartet.

Die Alten
Das „phasenweise schmerzbefreit“
Markiert jetzt einen guten Tag,
An dem man wie zum Meer bereit
Im Liegesessel lag.
Auf solch Genuss verringert sich
Die Welt im späten Leben –
Und unaufhaltbar wird es dich
Schon sehr bald nicht mehr geben.

Morgentau
Es wirft ins Spiel der Morgensonne
Sich mein Schatten als Körper der Nacht.
Da pampt die frischgeschlüpfte Wonne:
„Nun, so war das gar nicht gedacht!“
Da sich der neue Tag entpellt,
Verschärfen sich meine Konturen.
Wenn sich die Welt um mich erhellt,
Folg ich den beschatteten Spuren.
Dann unterlauf ich frühe Schwärze,
Von der Kühle als Sorglos erfrischt,
Dass alle Unbill wie zum Scherze
Sich mit Baby-Elanen vermischt.

Vierte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Angst vor dem weißen Blatt, Discounter, Kratzbäume, Joggende, Porzellanservices und atomare Endlagerung.
Discounter & Mängel
Du magst sie miesgelaunt gern dissen,
Doch ich würd die Discounter missen,
Durch die manch Kontoeingangsflaute
Ich umstandslos wie satt verdaute.
Mich labten Sonderangebote
Ganz ohne ne besondre Note.
Nur
In die Mangel, der’n „der“-Pendant ich so entkommen,
Werden reziprok die Lieferanten genommen.
Drum nährt sich der Plan, nochmals umzuentscheiden,
Eröffnen sich mir wieder weitere Weiden.

Die Originale
Aus der milchgesichtigfahlen Masse
Ragen sie wie Alhambren empor.
Es strahlt ihr Charakter im stillen Geprasse,
Es ist ihre Gegenwart reiner Komfort.
Sie umschillert die lässigste Würde
Und versagt ihrem Einfluss den Tusch.
Kein Geltungsbedürfnis befällt sie als Bürde,
Weil ihr Selbst so verständlich ist, ganz ohne Pfusch.
Im Überhast nannt ich uns Geistesverwandte,
Doch bin nur ein Mensch, der das Original kannte.
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