Deine vollgeträumte Speisekammer
Wird heut von Eis und Schmaus geräumt
Du denkst, noch schlafend: Was für’n Jammer!
Hast dich im Liegen aufgebäumt
Und ärmeltief ins Mett gekrallt …
War’s auch mehr Wärme denn ein Halt!
Hast satt zu sein im Traum versäumt?
Nun hat der Raum sich ausgeträumt
Es scheut sich der Tag zwar, die Nacht zu berühren
Doch lässt sich das Nichts schon im Blinddarm verspüren
Selbst gröbste Selbstverständlichkeiten
Lümmeln sich auf beiden Seiten
Man wird’s dir mit berstenden Grenzen erklären
Mit der Tendenz zum Ungefähren …
Doch ist’s, dass die Fülle der Schönheit nur blitzt
Weil in ihrer Hülle ihr Abwesen sitzt
Stippvisite zum Geburtstagsslam in Dresden. Leder ging die Sightseeing-Zeit diesmal für Leipzig drauf, deshalb muss der Neustädter Bahnhof als einziges Motiv herhalten
Odysseus
Bindet mich an den Mast der Stadt!
Ich mag den Sirenen lauschen …
Will seh’n, welche Farbe mein Sargboden hat
Mich an südlichen Rogen und Drogen berauschen!
Sichert mich sorgsam vorm Sog der Gefahr!
Und sei’s mit der Schlinge vom Strang …
Denn, wer in das Auge der Inbrunst nie sah
Der lebt seit Geburt schon zu lang!
Bahnhof Leipzig Mitte. Tief gesunken, groß geraten.
Genug
Heikle Schnitte durch die Kehle
Vorlaufdritte, Ukulele
Angepisste Islamisten
Schleimhautzyste, Popos fisten
Kopftuchnot der Rechtsmuslima
Pokemon und Konfi-Beamer
Infernal und Staatsgewalten
Alle mal die Fresse halten!
Selbst ein gutes Gedicht
Bringt es ja nicht …
Und steht hilfloser in der Welt
Als jeder stinknormale Drink
Und sei es nur das nächste Bier
Das, alter Freund, ich gern mit dir
Auch auf das Wohl der Lyrik trink‘
Bleibt sie doch ein Glas, das sein Inhalt erhellt
Letzter Tag in München (bzw. nähere Nachbarschaft), bevor es wieder auf Tour geht.
Eibsee
Du bist flüssiger Berg, ein Gedächtnis von Masse
Zu Klarsichtfolie geleetiert
Erstrahlst in opalen-karibischer Klasse
Dass alle Gestelztheit des Lebens gefriert
Ich tu in Demut meine Züge
Und lass mich durch die Felsen treiben
Ich schlucke Kiesel zu Genüge
Und sink gen Gipfel, dortzubleiben
Traut euch hinein in dieses Gedicht!
Könnt ihr euch benehmen, erschlägt es euch nicht
Sonst setzt es Haue wie einstmals bei Etzel
Ein beschauliches Gemetzel
Wie „Das woll’n wir doch mal seh’n!“?
Mancher wird’s wohl nie versteh’n:
Wer würd‘ in ein lyrisches Ich investieren
Könnt‘ dies nicht das lyrische Euch massakrieren?
Zwischendurch auch mal wieder in München. Und der Blick aus dem Fenster.
In München
Gut, frag mich, was mir so gefällt, dort in München!
Nun, als Erstes wohl, dass ich hier bin
’s gibt Dinge im Leben
Die ändert man eben
Und treibt einmal da- oder anderswo hin
Doch zwischen dem Treiben
Glaubt man an das Bleiben
Und das gibt dem Heute ’ne Masse an Sinn
Der Stadtteil zu Füßen der Festung von Luxemburg heißt Grund. Nicht ohne selbigen, würde ich sagen.
Spaziergang durch Grund
Und wieder weicht dein Blick nach oben
Irrt vom treulichen Fluss unbeirrt in die Höh‘
Sag, wolltest du nicht deinen Füßen geloben
Am Boden zu bleiben, inständig? Doch, nö
Schon scheint dir die oberste Zinne der Feste
Für kommende Schritte das optimal Beste
Und alles darunter nicht wirklich gesund
Es trutzen vom Felsen die wehrhaften Mauern
Jeder Blick schweift gebietend ins kniende Rund
Gewappnet fürs stattliche Welt-Überdauern
Schier ewigkeitsnah liegen Steine sich wund
Felsenfest wiegt der alten Feste Macht
Weil stets auf ihr zähes Bestehen bedacht
Denn auch resistente Residenzen
Stößt die Zeit an ihre Grenzen