Was gab’s, was war und was geschah
Im damals ja noch neuen Jahr
Im ersten Monat Januar?
Ja nu, a-nfangs sah man da,
Dass Japan erbebte
An Neujahr, Margrethe
Von Dänemark hat abgedankt,
Ecuador
Erfasst Furor –
Vom Drogenhandel vollgetankt,
Treckerbauern und Beckenbauer
Belegen die Zitzen der Titelblattspalten.
Wo erstere sich auf Berlin-Fahrt erhitzen,
Muss jener nach Abpfiff in Salzburg erkalten.
Es enthüllt und entmüllt uns das Correctiv
Den Potsdam-Kotzkram-Vorjahrsmief –
Da erlern’n wir das Mordswörtchen Remigration
Und zu Pfingsten auf Sylt, da beherrscht man es schon.
Doch rekordzahl’nverdächtig formiert sich Protest
Zum Quod-erat-demonstrandum-Fest.
War ganz schön was los, da in unseren Straßen –
’ne Werteunion (so ganz ohne Herrn Maaßen).
Ich sitze am Smartphonefeed.
Mein Radar kommt auf Fahrt.
Ich kann mir nichts leisten, wenn die Preise fallen.
Ich kann mir nichts leisten, wenn die Preise steigen.
Warum sehe ich den Zeitenwechsel
Mit Zukunftsangst?
Bevor alles beim Alten bleibt,
Wappnen wir uns fürs Rückschritte-Rennen.
Es ist ja egal, wer nun wie übertreibt,
Da wir beide Seiten schon kennen.
Doch schon wieder ertappst du dich, mehr zu erwarten –
Treu verfolgst du die Phalanx der Prognosen!
Ob der Möglichkeit anderer Kann-Kandidaten
Hortest du Hope – in nicht-impfbaren Dosen.
Litaneien von „Eigentlich kann das nicht sein!“
Setzt Realität unter Dauerbeschuss.
Sie krächzen und ächzen ihr stöhnendes „Nein …!“,
Steh’n fassungslos vor – scheint’s gewöhnbarem – Stuss.
Wir haben das nicht mehr für möglich gehalten –
Ohne Chancen, auf and’res zu hoffen.
Es gilt, die Prinzipien im Off zu verwalten,
Als stünd das Ergebnis noch offen.
Der weiße Raja schmunzelt seinem Denkmalsturz entgegen …
Weißheit ohne Weisheit fand zu oft Erfolges Segen –
Mag sein, dass Löschbedürfnisse auch seinem Sockel gelten,
Doch in den Jalans, allgemein, sind Standardflüche selten.
Sarawak poetisiert „dum spiro spero“-Zukunftsdrang,
Von aufgeklärtem Geist filtriert (geschah gewiss nicht ohne Zwang).
Mit musealer Muße wappt der fleißig-plumpe Dachs –
Dekoloniale Säuberung? Vollzieht der Stolze lax.
Joi, bald können auch wir wieder Helden gedenken,
Kränze kredenzen und Mitgefühl schenken,
Den Stolz in die trauernden Heulsusen rammen
Und ausweglos heucheln, hier gäb‘s ein Zusammen.
Denn nie sind es die Söhne der Einsatzbefehle,
Die die Schützengräben düngen.
Nie sind es die Söhne der Uni-Hörsäle,
Die Altersdurchschnitte verjüngen.
Doch wir formen das Wording der Einladungs-Cards
Und wir kümmern uns um das Design.
Wir spiel‘n gern die Liftboys des Ranghöhegrads –
Durchaus offen, doch niemals gemein.
Wir bestatten auch Matsche (wir horten ja Würde),
Beklatschen die Opfer als unsres Volks Bürde
Beim Kränzekredenzen und Mitgefühlschenken –
So vollendet durchregt, wenn wir Helden gedenken.