Ich bin in den Museen am Montag das „Heute ist geschlossen“-Schild.
Ich weiß, wie sich die Welt
Verhält –
Bin über dies (und das!) im Bild,
Doch rette meinen Non-Bedarf mit Funktionalität,
Verbleibe in der Auftrennwut als einer, der noch näht.
Der April, der April, der sagt: „Brudi, chill!
Es gibt das Weed, den Shit ab jetz
Ganz ohne Stress mit dem Gesetz!“
Nun, was die Welt betrifft, erwacht
Jetzt mancher „Wohl bekifft?!“-Verdacht.
Da reist Babo Steinmeier in die Türkei,
Als Gastgeschenk einen Spieß Döner dabei,
Die AFD bückt sich vor Russland und China
Und ist so gefügiger Doppelverdiener.
Vom Bystron kraht es auf dem Mist,
Auch Höcke heckt sich aus als List:
„Gilt hier Cannabis-Amnestie,
Dann auch SA-Spruch-Amnesie.
Echt ma easy, Landgericht,
War wohl damals mächtig dicht!“
THC bringt auch Briten enorm durcheinander –
Die exportier’n Flüchtlinge jetzt nach Ruanda!
Das UN-Gericht spricht uns vom Völkermord frei
Und ein Teil unsrer Wirtschaft performt richtig high!
So früh schon im Jahr gibt es ’nen neuen Rekord
Für die treuen Getreuen vom Waffenexport!
Ja, der Gazakrieg wird immer zäher,
Raketentests in Nordkorea,
Das Drohnengedroppe toppt jetzt der Iran
Und China droht so wie gewohnt gen Taiwan –
Bro, die brauchen da Waffen und zwar ohne Ende!
Und wir reib’n uns jointdrehend räudig die Hände …
Da müssen wir Volkswagen gar nicht groß retten –
Der wahre VW aus D, der läuft auf Ketten
Mit April-Chillum-chilligen, willigen Drift!
Dem folgen wir fortan gern vollends be… -herzt.
Der M(a)erz, er folgt dem Februar
(wohl auch dem Scholz im nächsten Jahr) –
Ja, vor eig’ner Dummheit kann man nicht laut genug warnen!
Und Unmut zieht ungut im Land seine Bahnen …
Was zum ersten März die Militärs sehr empört:
Der Russe hat uns abgehört!
Ein dämlicher Infos-aus-höchstem-Geschoss-Klau
Grüßt arg beschämend uns aus Moskau.
Ja, vor eigener Dummheit … – gut, kennen wir ja
Doch nur drei Wochen drauf wurde schlagartig klar:
Nichts ahnte man derweil vom Anschlagsplan
Des IS-Outlets Tadschikistan:
Ein Konzertsaal, 130 Tote – wie bringt man’s ins Reine?
„Naja, das war halt die Ukraine –
Das war die Ukraine mit Hilfe vom Westen!“ –
Gut, die einfachsten Lösungen sind oft die Besten.
Und kurz drauf krönt solch Propagandaerlebnis
Noch Putins Wahl-Rekordergebnis!
Was gab’s noch neben Sieger- und Siegerreichpose?
Kate Middleton outet ’ne Krebsdiagnose (und das, wo King Charles‘ Prostata Im Vormonat schon Thema war),
Vorm Tesla-Werk fallen die Strommasten um (tja, halt Berliner Publikum),
Der NATO tritt Schweden bei – Staat 32.
Ist das Grund zu feiern? Ej, Leute, was weiß ich …
Der Papst plädiert plötzlich für mehr weiße Fahnen,
In Haiti kann niemand vor gar nichts mehr warnen,
Das Rote Meer ist endlich Huthi-bereinigt
Und die GDL hat mit der Bahn sich geeinigt.
Entwickelt sich alles in bessere(n) Bahnen?
Man kann, wie gesagt, gar nicht laut genug warnen!
Sodann beschloss der Februar,
Dass dieses Jahr ein Schaltjahr war.
Und man schalt einander bis zur Spaltung,
Verdammte stets die Ampelschaltung:
„Leuchten Rot, Gelb und Grün – heißt das Fahr‘n oder Halten?!“
Ist ein Schaltjahr die Chance, einmal schneller zu schalten?
Die Fregatte „Hessen“ kriegt ihr Go!,
Den „Taurus“ bremst das Kanzler-“No!“
Der Ukrainekrieg feiert den zweiten Geburtstag,
Macron denkt ob Bodentruppeinsätze kurz nach,
Es lässt die Wut im Gazastreifen
Die nächste Brut der Hamas reifen,
Zum Berlinale-Finale lärmen Antisemiten
Und die Bild fragt: „Frau Roth, lassen Sie sich das bieten?“
Ja, die Welt scheint in Entscheidungsnot:
Wie, wann und wo intervenieren?
Plötzlich heißt es, pardauz!, „Der Nawalny ist tot!“
Ja, wie konnte denn sowas passieren?
Die Konflikte, die Krisen, die Kriege – sie drängeln,
Dringen uns ins Gemüt wie Saharasand –
Vielleicht gräbt das Bezahlkarten-Flüchtlinge-Gängeln
Einen dichteren Ruhewall um unser Land!?
Drinnen jagen wir emsig RAF-Pensionäre –
Auf dass die Welt bald sich‘rer wäre.
Was sie am letzten Februar
Dann leider Gottes doch nicht war.
Was gab’s, was war und was geschah
Im damals ja noch neuen Jahr
Im ersten Monat Januar?
Ja nu, a-nfangs sah man da,
Dass Japan erbebte
An Neujahr, Margrethe
Von Dänemark hat abgedankt,
Ecuador
Erfasst Furor –
Vom Drogenhandel vollgetankt,
Treckerbauern und Beckenbauer
Belegen die Zitzen der Titelblattspalten.
Wo erstere sich auf Berlin-Fahrt erhitzen,
Muss jener nach Abpfiff in Salzburg erkalten.
Es enthüllt und entmüllt uns das Correctiv
Den Potsdam-Kotzkram-Vorjahrsmief –
Da erlern’n wir das Mordswörtchen Remigration
Und zu Pfingsten auf Sylt, da beherrscht man es schon.
Doch rekordzahl’nverdächtig formiert sich Protest
Zum Quod-erat-demonstrandum-Fest.
War ganz schön was los, da in unseren Straßen –
’ne Werteunion (so ganz ohne Herrn Maaßen).
Ich sitze am Smartphonefeed.
Mein Radar kommt auf Fahrt.
Ich kann mir nichts leisten, wenn die Preise fallen.
Ich kann mir nichts leisten, wenn die Preise steigen.
Warum sehe ich den Zeitenwechsel
Mit Zukunftsangst?
Bevor alles beim Alten bleibt,
Wappnen wir uns fürs Rückschritte-Rennen.
Es ist ja egal, wer nun wie übertreibt,
Da wir beide Seiten schon kennen.
Doch schon wieder ertappst du dich, mehr zu erwarten –
Treu verfolgst du die Phalanx der Prognosen!
Ob der Möglichkeit anderer Kann-Kandidaten
Hortest du Hope – in nicht-impfbaren Dosen.
Litaneien von „Eigentlich kann das nicht sein!“
Setzt Realität unter Dauerbeschuss.
Sie krächzen und ächzen ihr stöhnendes „Nein …!“,
Steh’n fassungslos vor – scheint’s gewöhnbarem – Stuss.
Wir haben das nicht mehr für möglich gehalten –
Ohne Chancen, auf and’res zu hoffen.
Es gilt, die Prinzipien im Off zu verwalten,
Als stünd das Ergebnis noch offen.
Der weiße Raja schmunzelt seinem Denkmalsturz entgegen …
Weißheit ohne Weisheit fand zu oft Erfolges Segen –
Mag sein, dass Löschbedürfnisse auch seinem Sockel gelten,
Doch in den Jalans, allgemein, sind Standardflüche selten.
Sarawak poetisiert „dum spiro spero“-Zukunftsdrang,
Von aufgeklärtem Geist filtriert (geschah gewiss nicht ohne Zwang).
Mit musealer Muße wappt der fleißig-plumpe Dachs –
Dekoloniale Säuberung? Vollzieht der Stolze lax.