Road to Avenidas
Mit den blutigen Nasen verwachsener Schelte
Harren sie im Unbeirr’n
Spart Euch das noch nicht Gebellte!
Einfach mal souverän weiterstudier’n …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte mit politischem Hintergrund oder entsprechender Attitüde.

Road to Avenidas
Mit den blutigen Nasen verwachsener Schelte
Harren sie im Unbeirr’n
Spart Euch das noch nicht Gebellte!
Einfach mal souverän weiterstudier’n …

Die Malhalblangmachungsvorsätze Ellis und ihre Sondierung
Du sonderst dich oft ab, als würd‘, werte Elli
Ein Grund dieser Welt „Jetzt sei sonderbar!“ schrei’n
Doch es gibt auf dem Kreisrund von uns’rem Erdbälli
Schon längst keinen Grund mehr zum Sonderbarsein

Tigerstaaten
Im Schatten einer neuen Welt
Die faktisch wie taktisch sich klüger aufstellt
Schleicht sich katzengleich tödlicher Unbestand an
Und er betet sein wissendes „Wir irgendwann!“
Schon stürmt es durch die Zeichen, es
Türmt sich Unverzeihliches
Unser Jetzt knibbelt längst am Vergangenem rum
Und das Netz der Geschmähten bewirbt sich gern um:
Das Königreich der Kleinigkeiten
Inklusive der in ihnen brütenden Weiten

Schwuppdiekrupp
Schwupps – der Krupp vom Ruhrgebiet
Stillt den Wachstumsappetit,
Schickt den Stahl aus seinem Stall
Weltallweit ins Überall.
Von der höchsten Eisenbahn
Bis zum bösen Größenwahn –
Unser Krupp, der tut dat wuppen!
Macht Tuff-Tuff und tough die Truppen.
Aber nach zwei Weltkriegsrunden
Kann der Krupp nur kurz gesunden,
Stahl sich fort und ward vergessen:
Schwuppdiwupp, der Krupp aus Essen.

Erdenkind
Es entspricht der Natur aller seltenen Erden
Dass sie durch den Abbau nur seltener werden
Wir sollten beim restliche-Erden-Abbauen
Es nicht mit der einen uns auch noch versauen
– Mehr Gedichte zu politischen Themen –

Integration
Mit klaffenden Wunden
Zwischen schlafenden Hunden
Kläffe ich schlaff
Zweimal „Wau!“, einmal „Waff!“

Der Charly (Das Lotterleben nach der Revolution)
Die Könige sind alle längst pensioniert
Und Karl Marx sagt, dass hätte er so nicht gewollt
In Freizeitgewändern wird hier nun flaniert
Selbst Karl Moik hat genervt mit den Augen gerollt

Die erste Version von „Slammed!“ ist vollendet – passenderweise zur Leipziger Buchmesse. Und ein Verlagsvertrag unterschrieben …
Stammwürze
Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
An schwierigen Tagen geht a Liebstöckel auch
Doch Majoran und Koriander
Bringen’s zu sehr durcheinander
Das brauch ich gar nicht zu entdecken
Hat auch der fremder Länder Brut Flut
‚Ne Freud dran, hin und her zu schmecken –
Ich weiß, was meinem Magen gut tut
Und das Normale schmeckt nur fad
Weil es in einer Ordnung harrt
Ein Teller ist halt kein Bazar
Wenn’s euch gefällt – na, wunderbar!
Ich muss nichts Unbekanntes kauen
Vom Tellerrand nach sonstwo schauen
Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
Und an schwierigen Tagen tut’s a Liebstöckel auch
Vom Würzen wird der Mensch nicht satt
Grad, wenn es keine Ordnung hat
Und Majoran und Koriander
Die machen schwirr und durcheinander
Was soll man da jetzt übertreiben?
Was richtig war, darf’s doch auch bleiben
Integrieren ist löblich, nur nicht gleich ins Essen
Wir haben hier so was auch sonst nicht gegessen!
Mag sein, dort locken arabische Schätze
Und da asiatischer Kräuterfuror
Erspart mir die Mätzchen osmanischer Meze
Ich muss auch nicht essen wie irgendein Mohr
Ein Teller ist halt kein Bazar
Mir rücken die Würzstreuer einfach zu nah!
Schon droh’n sie: Wir kämen schon auf den Geschmack
Und treten das Glück unsrer Ordnung zu Scherben
Bald führt uns kein Weg mehr zurück und dann, zack:
Wird die letzte Kartoffel an Rosmarin sterben!
Ich pflanz‘ auf ihr Grab Petersilie und Lauch
In solch schwerer Zeit ginge Liebstöckel auch
Und andres Gewürz kommt mir nicht in den Bauch!
So will es die Ordnung, so will es der Brauch …

Ausgerechnet Bananen!
Ausgerechnet Bananen
Unter blauen Planen
Bilden eine Republik
Die dann mit sich selbst im Krieg
Schon wird chemisch abgekeult
Luftangriffe scharf geflogen
Bis das Land komplett verbeult –
Was hat wen dazu bewogen?
Es gibt sie, diese schlimmen Finger
Die sich versteh’n auf krumme Dinger
Auf fremder Länder Böden steh’n –
Wenn die veröden, weitergeh’n …
Doch das Gedächtnis wird nicht kleiner!
Ausgerechnet hat das keiner

Oh, wie schön ist Ramadan
Oh, wie schön ist Ramadan
Und erst der Fünfjahresplan!
Das Glaubensbekenntnis und Leistungsprinzip
Die Nutzungserlaubnis – ich hab euch so lieb!
Ach, wie rar ist Schönheit erst
Die du frontal überfährst
Weil dir jed‘ Pamphlet gefällt
Das zerregelt diese Welt!
Oh, wie schön ist Ramadan …
Nee, da haste dir vertan!
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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