Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Allgemein


  • Festbeleuchtung & das zweitausendeinhundertachtundsechzigste Gedicht

    Das Atomium bei Nacht

    Ripostegedicht auf gleich drei vom Publikum gewünschte Ursprungstexte: „Oktoberfest 100 Jahre“ von Ludwig Thoma, „Was ich habe, will ich nicht verlieren“ von Thomas Brasch und das anonym verfasste „hic liber est mein“ aus dem 18. Jhd.

    Oktoberfest 187 years, aber

    It’s raining all day cats und Hunde, aber
    I don’t care und dreh a Runde, aber
    I neverever drank my Maß im Steh’n, aber
    So far i have no free’et Plätzchen geseh’n, aber
    The price for a beer is too high zum Verwässern, aber
    The weather refrains from mal endlich Verbessern, aber
    As soon as the people stand up on the Bierbank
    Entstehender Zwischenraum frohlockt auch dir, Frank! Aber
    The music is boring and absolute fad, aber
    To wish the song „Layla“ erscheint mir too hart (to be honest) aber
    After two year’s break this song’s the einzige Chance
    For an alle verpflichtenden Bierbänketanz, aber
    To sing this song eckt echt rebellious an –
    We’re fast like the awesome young girls im Iran, aber bei uns heißt’s
    Nach ProTEST ProSIT der Gemütlichkeit
    Coronavir’nempfangsbereit (feel free)
    Denn we all came here trotz cough and nies’n
    Auf a covidliche Wies’n!


  • Expo 1956 & das zweitausendeinhundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Blick auf das Atomium von der Messe

    Brüssel

    Brüssel scheint artig pompös, fast phlegmatisch,
    Etwas Paris, nur sozialdemokratisch –
    Ein Amsterdam, dem man die Schärfe entzogen.

    Die Heimeligkeit heischt nicht gar so verlogen
    Wie die Willenskulissen beliebterer Städte –
    Hier gilt als Idyllenprämisse das Nette
    Und streckt oder reckt sich ins Unterpompöse,
    Wird ständig beklampft von dem Dampf der Fritteuse,
    Im „Lass ‚ma gut sein!“ eingeparkt.

    Ich nehm ein Bier, falls jemand fragt …


  • Design Museum & das zweitausendeinhundertsechsundsechzigste Gedicht

    Sammlung von Plastik Verzierungen im Brüssler Designmuseum

    Pommespsalm

    So gab uns Gott in seiner Güte
    Jesus und die Pommestüte.

    Doch Jesus lebt ja nun nicht mehr
    Und deshalb gab uns Gott, der Herr,
    Auch jene Frau, die unbeirrt
    Am Pommesstand für uns frittiert.

    Sind wir auch tieftaligst umtost,
    So spendet Mayonnaise Trost,
    Wenn reich sie über Fritten läuft,
    Alsbald das Fett im Fett ersäuft,

    Auf dass dies unsern Hunger stille,
    Denn alles das ist Gottes Wille!


  • Brüssler Fassaden & das zweitausendeinhundertfünfundsechzigste Gedicht

    Eine von unzähligen Comic-Fassaden in Brüssel

    Allein vorm Bistro

    Die Muße zum Mut zu Gemütlichkeiten
    Muss ohne dein Zutun ich müd unterschreiten,
    Denn ohne dein Zutun komm ich nicht dazu:
    Der Gütigkeit Gründe bist immerzu du!


  • Eine von 6.700 & das zweitausendeinhundertvierundsechzigste Gedicht

    Felsen in der 6.700-Inselwelt von Aland

    (…) II

    Ich liege bar in einem Strom – 
    Nur Himmelblau und Wolken. 
    Beim Reset auf mein Erstgenom 
    Werd ich vom Fluss gemolken.
    Ein sprudelnd Dudeldiedelei 
    Bespült und kühlt mein Köpfchen high – 
    Nur Himmelblau und Wolken.
    Und nun ersäuft’s mir allen Reim 
    Im murmelndgurgelnden Daheim – 
    Nur Himmelblau und Wolken. 

    Es umströmt und umströmen mich Reinheit und Klarheit 
    Wie göttlich zur Wurzel gereichende Wahrheit  – 
    Nur Himmelblau und Wolken. 

    Bis Narrenhandwerk, ungeübt,
    Den Fluss zu solch Erkenntnis trübt,
    Das stolz zu dies erlaubt sich glaubt
    Und sich im Raubbau selbst beraubt,
    Im Immergrau der Wolken.

    Ausarbeitung/Fortsetzung vom gleichnamigen Text vom 22. Juli 2022


  • Strandvägenwagen & das zweitausendeinhundertdreiundsechzigste Gedicht

    Blick auf die Hafenpromenade Strandvägen von Östermalm

    Fernverbindung

    Zunächst dröhnt uns der Schwall einer Rettungssirene
    In meinen empfindsamen Handyempfang –
    Da ich doch allein deine Stimme ersehne
    In alle Gerätschaft verleugnendem Klang!

    Später donnert es in einer Bahnunterführung
    Im Takt vom geschürten Verkehrsflussgebell.
    Das desavouiert jeden Ton meiner Rührung –
    Und alles, was ist, ist es nicht mehr reell.

    Letztlich haken nur hässliche Netzartefakte –
    Jede Funklocherrettung scheint gleich überbucht!

    Tief in deinem Herzen bin ich der Benackte,
    Der armselig dich zu erreichen versucht.


  • Granitbewuchs & das zweitausendeinhundertzweiundsechzigste Gedicht

    Bewuchs der Granitfelsen bei Vardo

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Alle Lieben in einem Leib (Todo en un solo cuerpo)

    Denk ich an Liebe in der Nacht,
    Fragt mich meine Muse, ob ich je bedacht,
    Welche der Lieben – soweit mir bekannt,
    Sei die bekrönenswert schönste im Land.

    Nun, alle sind die Schönsten hier. Und überall!
    Bei mancher sind männliche Mienen der Fall,
    Der sie antreibt zum Himmelsritt über die Sterne,
    And’re seh’n den Poem einer Weiblichkeit gerne,
    Mal ist’s Heftigkeit, wonach die Hüften begehren,
    Mal sind’s Scham, Brüste, Straffheit, die alles verzehren.
    Und doch ist es nicht mehr als ’ne Wahl, die man traf,
    Einer Vorliebe, die keiner Wertung bedarf.

    Um im gleichen Recht auf Liebe zu koexistieren,
    Lasst uns nun gemeinsam zum Kreuzzug marschieren,
    Die patriarchalen Strukturen planieren,
    Die Mauern der sturen Zensur ruinieren!

    Wir sind Feministen, Dissidenten, ein Heer –
    Und die Zügel der Zeit sollen brennen!
    Lesben, schwarz, Prostituierte und mehr –
    In aller Verschiedenheit nicht mehr zu trennen:

    Ein Leib einer Zukunft auf wertem Niveau!
    Go women, go! Go women, go!


  • Malecón & das zweitausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Am Malecón in Havanna

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Prächtige Lady (Suntuosa Dama)

    Du sperrst dich immer noch unverschämt gegen die Zeit,
    Doch bist stets für Besucher zu lächeln bereit
    Und küsst sie mit wispernden Winden vom Meer,

    Unter Gittern von Balkonen, vor barocker Fassade 
    Und im tiefsten Innern pocht dein Herz vor Begehr-
    En derer, die innig dich lieben, nur schade:

    Sie werden dich verlassen, Havanna,
    Oh du prächtige Dame, Havanna!

    Ich liebe dich mit aller Verbundenheit,
    Von Geburt an Kokon, Brut von Freude und Leid.
    Durch Buntglasfenster geschienene Blüten,

    Zum Seufzen der Menschen, der Pflastersteinmythen
    Einer Palme, die unter den Sturmböen ächzt.
    Das kristallklare Meer, das türkisfarben lechzt,

    Flüstert Sprichwörter reizvollster Intensität,
    Wenn verführerisch lächelnd dein Mondschein verweht
    Alle Nebel, was mich zum Bolero einlädt 

    Im Regen von Sternen, Gestirnen, gedreht
    Fallen Drosseln, Kolibris, Hügelketten,
    Verführerisch lächelnd, mich in Dir zu betten,

    Du Schöpferin von solchen tropischen Reizen,
    Ohne dabei mit Gefühlen zu geizen,
    Havanna, oh meine prächtige Lady,

    Havanna, Havanna, Havanna!


  • Bergedorf & das zweitausendeinhundertsechzigste Gedicht

    Bergedorfer Mühle

    Erwachen

    Das Augenreiben besiegelt
    Den Abschied von nächtlichen Träumen,
    Jede Pforte zurück ist verriegelt –
    Und so schau ich bedrückt ins Versäumen.


  • Landhandel & das zweitausendeinhundertneunundfünfzigste Gedicht

    Auslage in Wennströms Landthandel Museum auf Vårdö

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Die Ahnen (Egungun)

    Im Erahnen der Ahnen
    Und ihren weisen Hinweisen
    Besänftigt sich meine Tortur.
    Sie rüsten mich fürs Überwinden,
    Aus zähem Dunkel rauszufinden,
    Sind Licht und Lichtung pur,
    Greifen ein wie ein Handwink, der meinen Weg leitet,
    Sind das Nichts, das den Körper als Seele begleitet,
    Ein spirituelles Vermächtnis,
    Dessen Schatz testamentlos hier echt ist
    Und sich üppig wie endlos vererbt.
     
    Auch ungeglaubt entern sie Wirklichkeitssphären,
    Wie als Teenager mir meine Oma erschien,
    Entflammt aus der Ahn‘reihen magischem Schwären,
    Unfassbar real, seither nicht zu entzieh‘n,
    Spür ich ihre Präsenz, nachts im Traum, jederzeit,
    Und wenn ich einst geh, steh‘n die Ahnen bereit,
    Mich einzubinden in ihrem Geflecht
    Von Stämmen, Historie, Familiengeschlecht,
    Bis dass ich vollends Ahnin bin,
    Dass ein Enkelkind oder Großenkelin
    Als spirituelle Verbindung auf Erden,
    Meine Seele ruft, wiedergeboren zu werden.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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