Sonnenuntergang
Für ein kleines „Erledigt!“ als Wohlfühlmoment
Gibt das Abendrot dir grünes Licht.
In der Haut schlummert Sonne, die immer noch brennt
Und die Nacht löscht in Schönheit das Licht.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Sonnenuntergang
Für ein kleines „Erledigt!“ als Wohlfühlmoment
Gibt das Abendrot dir grünes Licht.
In der Haut schlummert Sonne, die immer noch brennt
Und die Nacht löscht in Schönheit das Licht.

Tauchen
Das Wasser allüberall Wasser nur ist,
Mag uns die Chemie zwar erzählen –
Dass mancherorts es selbst das Nasssein vergisst,
Kann ich mit Erinn’rung vermählen.
Da neigt sich der Himmel, die Wellen zu küssen,
Strahlt Erstklassigkeit auf zur Sonne,
Wird Wasser zum größten von allen Genüssen,
Umfasst mich mit ureigner Wonne!

Das Unzählbare
Dem Unzählbaren nachzuspüren,
Es mit demutverbundener Vagheit zu nennen,
Vergoldet den Kitzel vom Nicht-mal-berühren
Und heilsam verdächtigen Wiedererkennen.

Milchshake am Abend, letzter
Ein Melonenmilchshake vorm großen Abschied
Vom Tage, von Stränden und Feriengefühl …
Millionen davon, bro, man, is all that you need!
So sämig, so träge, so süß und so kühl …

In dochfremden Städten
Der Sog der Vertrautheit in dochfremden Städten
Entlockt dir raren Übermut.
Aber irgendein Ankerpunkt wird dich schon retten!
So nah und so fern vom „Okay, alles gut!“ …

Meine Füße
Sag: schuhlos, barfuß, bloße Quanten!
Mach: jene zwei zu frei Benannten!

Zum Geburtstag
Heut‘ warnt die DIN vom Candlelight:
Ein weit’res Jahr ist abgelaufen!
Es türmt sich die vertane Zeit
Zu einem übergroßen Haufen.
Dir winken weder neues Glück,
Noch höhere Gehälter –
Du kriegst ein schönes Kuchenstück
Und bist ein Jährchen älter.

Von glücklichen Hühnern
„Tock, tock, tock!“, gluckt’s aus der Henne,
Die ich gockelglücklich nenne,
Wie sie sich mit Nochschopf regt!
Eh man sie zum Kochtopf legt.

Vom Reisen
Nichts könnte mir je die Erinn’rung vergällen,
Die mir dieser Erde besondere Stellen
In Demut tief ins Hirn gebrannt!
Fast scheint’s, man tankte von der Weisheit,
Als ob solch Seelenspeis‘ uns einweiht
In Orte, die noch unbekannt …

Der Komfortzonenkünstler
Der Komfortzonenkünstler kann, was er kann,
Und er weiß, seit er’s weiß: Das kommt an.
Er wagt sich an alles im Kleinen heran,
Ihn hält steter Applaus stets im Bann.
Der Komfortzonenkünstler bleibt fest überzeugt,
Die Welt sei ’ne dienstbare Scheibe,
Die ihn als ihr Schäfchen verlässlich besäugt –
Er sucht keine größere Bleibe.
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