Milchshake am Abend, letzter
Ein Melonenmilchshake vorm großen Abschied
Vom Tage, von Stränden und Feriengefühl …
Millionen davon, bro, man, is all that you need!
So sämig, so träge, so süß und so kühl …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Milchshake am Abend, letzter
Ein Melonenmilchshake vorm großen Abschied
Vom Tage, von Stränden und Feriengefühl …
Millionen davon, bro, man, is all that you need!
So sämig, so träge, so süß und so kühl …

In dochfremden Städten
Der Sog der Vertrautheit in dochfremden Städten
Entlockt dir raren Übermut.
Aber irgendein Ankerpunkt wird dich schon retten!
So nah und so fern vom „Okay, alles gut!“ …

Meine Füße
Sag: schuhlos, barfuß, bloße Quanten!
Mach: jene zwei zu frei Benannten!

Zum Geburtstag
Heut‘ warnt die DIN vom Candlelight:
Ein weit’res Jahr ist abgelaufen!
Es türmt sich die vertane Zeit
Zu einem übergroßen Haufen.
Dir winken weder neues Glück,
Noch höhere Gehälter –
Du kriegst ein schönes Kuchenstück
Und bist ein Jährchen älter.

Von glücklichen Hühnern
„Tock, tock, tock!“, gluckt’s aus der Henne,
Die ich gockelglücklich nenne,
Wie sie sich mit Nochschopf regt!
Eh man sie zum Kochtopf legt.

Vom Reisen
Nichts könnte mir je die Erinn’rung vergällen,
Die mir dieser Erde besondere Stellen
In Demut tief ins Hirn gebrannt!
Fast scheint’s, man tankte von der Weisheit,
Als ob solch Seelenspeis‘ uns einweiht
In Orte, die noch unbekannt …

Der Komfortzonenkünstler
Der Komfortzonenkünstler kann, was er kann,
Und er weiß, seit er’s weiß: Das kommt an.
Er wagt sich an alles im Kleinen heran,
Ihn hält steter Applaus stets im Bann.
Der Komfortzonenkünstler bleibt fest überzeugt,
Die Welt sei ’ne dienstbare Scheibe,
Die ihn als ihr Schäfchen verlässlich besäugt –
Er sucht keine größere Bleibe.

Schwyzertütsch an Stränden
Du schienst mir ein „Ich hab mich niedlich forever!“
Und schillerst nun plötzlich ganz garstig im Sand.
Dein Sang ist auch hier nicht zu artifiziell, er
Zerlöscht nur all das, was ich mit ihm verband.
Wir können, was wir lieb gewannen,
Nicht ungeprüft begreifen.
Willst du dein Herz für immer bannen,
Muss es auch weiter schweifen!

Menschen
Es ist gar nicht notwendig, Menschen zu essen,
Um menschlichen Wohlgeschmack nicht zu vergessen.
Wir können die Nähe von Körpern genießen,
Auch ohne die Zahnreihen um sie zu schließen –
Zur Sättigung lässt man das Augenlicht stöhnen
Und wohlig Odeure das Stammhirn verwöhnen.
Es braucht auch im Abstand das stiere Begehren,
Um menschliche Leiber mit Anstand zu ehren –
Von sexuellen Attraktionen,
Die in jedem Hinblick lohnen,
Muss niemand die sinnlichen Fingerchen lassen!
Doch schmause auch vom Unbekannten,
Drück dich nicht vor Varianten –
Es gibt so viel Menschen, um nichts zu verpassen!

Going on a Tata to Anse Takamaka
Wroom, the indian engine roars,
Wroom, click, gear-gear, roaaaamm …
And the multitude of rupee coins
In the driver’s plastic bag
Clicker-di-click-click
Like the treasures of a pirate’s chest
But there’s no way out of Victoria
Without getting … stuck … in … traffic …
Stuck … in … traffic … stuck
And the fully packed rumbler sighing:
How did all these cars get on that island?
But after the airport – we fly away
On and on and on and on and anse on anse on anse on anse …
Passing 150 shades of green in a lushness
And lust for growth
That it bothers me
That just by looking at it
Even as a man you could get pregnant
And on and on and anse on anse …
We call „Devan!“ by the sight of palm trees –
Leaving the Tata for Anse Takamaka,
Understanding in the shimmering sand
That we’ve never understood the colour blue
And would never be able to describe
Anyone this range of blueness –
Except for saying
That we
Were
There.
– Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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