Weihnachtsmarkt
Wenn wir raus ins Kühle schwärmen,
Uns mit Glühwein aufzuwärmen,
Bis man weihnachtsmannbemützt
Nach und nach einander stützt,
Sich zum Heimweg unterhakt,
Dann ist wieder Weihnachtsmarkt!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Weihnachtsmarkt
Wenn wir raus ins Kühle schwärmen,
Uns mit Glühwein aufzuwärmen,
Bis man weihnachtsmannbemützt
Nach und nach einander stützt,
Sich zum Heimweg unterhakt,
Dann ist wieder Weihnachtsmarkt!

Der Aufgussmann (singt für mich den Mittelmaßblues)
Der Aufgussmann ist der bestangezo-
Gene Mensch einer sehr kleinen Welt.
Im Opernhaus säh man das sicher nicht so –
Was er trägt, ist kein Alltagsgefällt.
Sich solche Wirkwelt auszuwählen,
Hab ich all mein Leben lang niemals gepackt.
Ich trug durch die Zeit immerfort dieses quälen-
De Wissen: Ich bin hier trotz Kleidung nur nackt.

Danke für das Knie
Dies‘ wie noch nicht entschiedene Werden
Zwischen Vollzeitstudentin und Frau,
Es pflügt sich entspannt in ihr frommes Gebärden –
Man stellt sich gern ungern zur Schau.
Nun, Schönheit wurd‘ hier nicht echt üppig gesät,
Doch sie blüht ihr Gerade Soviel,
Nach dem mein verschlagener Blickgenuss späht
(Er ist nicht auf Suche nach Stil).
Was kümmern mich Moden, die ich nicht verstehe?
Dieser Hosenrock müffelt nach langer Entscheidung.
Und doch ist’s Betrübnis, die ich in ihm sehe –
Nur willenschicfehlerbekundende Kleidung.
Wohl passt’s zu der Plumpheit, mit der sie dort sitzt –
Junges Leben ergötzt sich am Warten.
Da wird Vorfreude forsch in die Achseln geschwitzt,
Braucht Erfolg noch kein Zeugnis von Taten.
Ihre Physiognomie ist bemerkenswertlos
(So was besssert sich nicht mit den Jahren) –
Wo das eine zu seicht ist, ist and’res zu groß,
All dies weckt mein Verlangen zu sparen.
Und doch bleibt mein Augenlicht mit ihr vertaut,
Mich beseelen das Dass und das Wie,
Es ist ihrer Ödnis Oase die Haut
Vom durchs Nylonschwarz schimmernden Knie.
Vermutlich hat sie der Knie zweie gehabt,
Aber ich hab das eine geseh’n.
So ist der Mensch oft nur in einem begabt.
So einsam, so wahr und so schön.

Kleiner Fortschritt
Frug da wer wen, was gescheh’n is,
Gluckst‘ die Welt nur: „Penis, Penis!“
Schrie ein Unrecht bis zum Himmel,
Hieß die Antwort: „Pimmel, Pimmel!“
Lud man einst zum Totentanz
Schlug der Taktstock: „Schwanz, Schwanz, Schwanz!“
Ruht man heut im Bauch des Bösen
Heißt’s auch manchmal: „Mösen, Mösen!“

Kleiner Trost
Es wird Verluste geben,
Wie jederzeit im Leben,
Uns bleibt nur auszuwählen,
Wie viele davon zählen.

Als hätte der Herrgott
Schau, mein Schätzchen, merkste, gell:
Heute wird es nicht mehr hell!?
Ein mordend Himmel, drückend gräulich,
Als hätte morgens ohne Scheu sich
Der Herrgott mit dreckigem Arsch auf den Horizont gesetzt
Und ihn schmierig geformt zu dem stickigen Jetzt,
Das sich hoffnungstaub als neuer Tag präsentiert
Und den Schmerz in uns nagt, dass auch nichts mehr passiert.
Später fällt nur noch mehr Regen.
Der Tag hat begonnen und weiß nicht weswegen.

Beides geht nicht
Magst du nackert den Kuss eines Nussknackers schmecken
Oder mal mit Genuss an ’nem Busfahrer lecken?
Man weiß ja um den Reiz von beiden,
Drum dräng’n die Herrn dich zu entscheiden.

Fürchtet Euch nicht!
Kriegst beim Baumeln der Christbaumkugeln du
’n bisschen Schiss vom Guckenzu,
Vertrau dem klugen Rat der Alten:
Der Christbaumkugeldraht wird halten.

Windiger Vorschlag
Der Wind selber ist gar nicht zu sehen,
Nur durch die, die sein Dasein bewegt.
Keine Fahne gelangt je zum Wehen,
Wenn kein Lüftchen durch Sichtfelder fegt.
So mag beides ja durchaus bestehen,
Aber niemand wird ihrer gewahr.
Und von daher mein Vorschlag: Wir gehen
Durch das Leben fortan als ein Paar.

Möglichkyten
Das Du und Vergang’ne eint treufest ein Bund
Mit der Wolkenpräsenz vom entlaufenen Hund,
Ja, du erinnerst alles
Immer noch als Möglichkeit.
Oh, du weigerst dich strandhaft den Abstand zu messen
Und entlässt keinen Fußabdruck in das Vergessen,
Nein, dir scheint alles
Unauffindbar, doch bereit!
Nur das Jetzt, wie es ist, hast du niemals erlernt.
Und das Flattern des Surferverkehrs
Ist von dir schon in Kleinigkeit so weit entfernt
Wie das andere Ufer des Meers.
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