Diese unverwandt wasserhervorigen Steine
Sind seltsam glatt und weichgestalt
Beinahe organischen Ursprungs. Ich meine
Auch, dass sich bei Sonnenbescheinung recht bald
Aus dem Innersten mählich die Steinhaut erwärmt
Und Grad um Grad Körper die Poren beschwärmt
Das kenn‘ ich von Reptilien
Die bis zum Temp’raturbehag
Strecken sich zur Sonne hin
Erst dann bereit sind für den Tag
Nennt mich sehr gern einen Voll-Übertreiber
Doch vielleicht sind’s versteinerte Saurierleiber!?
Diese Felsen in Wasser und sonnigem Scheine
Sind einfach zu seltsam für „einfach nur Steine“
Aber irgendwas müssen die Felsen ja sein
Vielleicht also Saurier. Gefällt euch das? Nein?
Fürs Abendlicht, fürs Abendlicht
Gab’s sicherlich schon manch Gedicht
Drum halt ich meins gleich eher schlicht
Gibt’s halt eins mehr – das schadet nicht
Nichts ist so warm wie der Tag nach dem Tag nach dem Tag des gebrochenen Sommerversprechens
Man strauchelt zurück an den Ort des Verbrechens
Und ich wag und ich wag und ich mag es kaum hoffen
Hinterm Vorhang steht einer und ruft: Überraschung!
Das Ende des Vorgangs steht immer noch offen
Ich sag mir: Nu lüg dir nich selbs in die Tasch, Jung!
Es ist noch nicht Sommer, komm, bild dir nichts ein!
Doch allein von der Wärme, da könnt er’s fast sein …
Der zweite Tag in Finnland ist recht grau. So grau, dass sich auch die Bäume auf Schwarz-Weiß beschränken
Die Birken
Als der Leopard ums Zebra
Zärtlich seine Arme warf
War den Amourierten eh klar
Dass man derlei gar nicht darf
Doch Leo sagt Zebi – den Huf in der Pfote:
Ein Zweig wahrer Liebe entmachtet Verbote!
Seitdem wächst für der beiden Traum
Sogar auf kargem Grund ein Baum
Die Fellmuster beider Tiere vereinend
Die Grenze zu dem, was nicht sein kann, verneinend
Singet nun ein Lob den Birken
Und sagt’s auch den andern Tierken!
Die Karelische Pirogge (Pirakka) ist hier eine wichtige Grundlage meiner tagtäglichen Mästung. Gerne in ihrer schmucklosen Urform. Warum eigentlich?
Pirakka
Die Pirakka schmeckt wie ein junges Versprechen
Die Geschmacksknospen maulen: „Öhm, kommt da noch was?!“
Wenn roggenmehlsämig Erwartungen brechen
Döst nur noch die Haptik zu geltendem Maß
So würzt Zurückgenommenheit
Dies kleine Stück Vollkommenheit
Zu ’nem Etwas, das wie nichts fast schmeckt
Macht die mulmige Speise
Zum Start einer Reise
Auf der man nicht einfach von selbst was entdeckt
Trotz frühlings- bis sommerhaften Wetters sind die Parks noch voller Schneereste. Und die Eisflächen um die Schären sind gerade mal brüchig geworden.
Die Tage vor dem Tauen
Nun ist das Eis zwischen uns endlich geschmolzen
Jetzt gilt es, den Inselwald niederzuholzen
Um taugliche Kanus für Fahrten zu bauen
Die wir in Tagen vor dem Tauen
Problemlos bewältigt mit kindlichen Schlitten
Mal wieder in Berlin. Und endlich mal wieder in der Ritter Butzke. Nach dreimal Schwänzen.
Ritter sein
Ich würd‘ ja gern ein Ritter sein
Dann tränke ich zwei Liter Wein
Bloß um im nächsten Schritt zu schrei’n:
„Da passt auch noch ein dritter rein!“
Dann tät‘ – um wieder fit zu sein
Ich in den Pool von Britta spei’n
Die schaute wohl verbittert drein
Doch ich, ich würde Ritter sein
Wenn wer vor Wut entrüstet‘ sich
Stünd‘ immer gut gerüstet ich