Nun, das hat die Zeit einfach verschwinden lassen
Unter den Mantel des Schweigens.
Den Eindruck könn’n Nachrücker nur noch verpassen
Im Kanon des neuen Vergeigens.
Doch wie vielem gebührt es, Vermisstes zu sein
Und was kürt man als Beifang nur mit?
Das Unwerte deiner Vergangenheit ist ein
Dich mit Gegenwart prügelnder Tritt.
Keine Nachrichten mehr aus der Verbannung
Und das Grübeln im Felde stirbt aus.
Für den Lohn einer falschen Entspannung
Loopt ums Weltbild ein scharfer Applaus.
Das entwaffnende Bild einer Klarheit
Übertönt, was per se überhört.
Darin tollt ein Versprechen von Wahrheit
Und tilgt aus, was man hierfür zerstört.
Wann strandete ich vor solch steilen Klippen
Mit meinem als Schoner bezeichneten Boot,
Um jäh von der Kante zur Seite zu kippen?
Wann wand sich der Ausgleich vom pendelnden Lot?
Wann hat man klammheimlich die Lager geräumt,
Sich erlaubt zu vertau’n meine missliche Lage?
Wann hat man das Salz aus den Trümmern geschäumt?
Ist überhaupt „Wann?“ die mich kümmernde Frage?
Ja, wenn so ein Kuckuck das Nachsehen hat,
Dann tut es gleich doppelt so weh!
Den Doppelkuck fuchzt‘s: „Bin vor Sehnsucht stets platt,
Wenn ich einen Siehssieh-Film seh –
Würd mich gern selbst mit Siehssieh trauen,
Anstatt nur guckguck zuzuschauen!“
Ja, wenn so ein Kuckuck das Nachsehen hat,
Dann plagt ihn das große Wehweh!
Das macht aus nem Au, au!
Nen blauzüngelnd Wau-Wau –
Als Chow-Chow sagt Siehssieh der Kuckuck Ade.
Pizzaboten liefern halt
Nicht in dichten Kiefernwald,
Lassen lieber ihre Pfoten
Von dem Platz, wo Kitze koten,
Die von roten Rickenzitzen
Gierig Rohmilch-Shots stibitzen.
Die Pizzaboten liefern stattdessen
Lieber in Städte die Delikatessen,
Wo bekiffte Showbiz-Spitzen
Schon als Kids sich Botox spritzen –
Zotenreich und witzig motzend
Vor die City-Bauten kotzend –
Wohlumworben von devoten
Pizzabotenidioten.
Waldbewohner wie -besitzer
Warten wie gewohnt auf Pizza.
Deren Boten liefern halt
Nicht in dichten Kiefernwald.
Ich würd‘ fortan lieber in Schönheit mich ausruh’n,
Mich fläzen im reibungslosedlen Daheim!
Und was ich noch täte – ich könnt’s im Zuhaus‘ tun
Und freut‘ mich gemütlich am formschönen Reim.
Ich ging‘ nie alleine und zeitig zu Bett,
Entnabelt auch vom Internet.
Und das Ich! wird wieder mal größer geschrieben,
Derweil sie das Wir! simulieren
Und den letzten Rabatz aus den Freiräumen schieben
Aus purer Freud am Kasernieren.
Und die Blockwarte schreien auf Online-Geheiß:
„Ein Richtig! lässt sich stetig steigern!“
Tief in Kopfschüttelskepsis erschlägt mich ihr Fleiß.
Ich habe mein Schiff vor dem Sinken gerettet,
Habe Planke um Planke durch Frischholz ersetzt,
Die Durchlässigkeit mit Lasuren befettet
Und schwimme nun wie runderneuert im Jetzt.
So trägt mich noch immer die alte Gestalt,
Da ich selbstüberholt endlich seetüchtig bin.
Bis mein Kurs sich verflüchtigt im schwellenden Bald
Und kein Wort sich noch fügt auf die Frage „Wohin?“.