Drei Nächte (The Open-Minded)
Ich bewohne ’ne
Heliconie
Im Blätterspross links, Level acht
Auch rechts schräg daneben
Gibt’s irgendein Leben
Ich habe da einmal drei Nächte verbracht
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte vom Wandeln in Natur und Wald sowie Gedichte, in denen andere Pflanzen die Hauptrolle spielen.

Drei Nächte (The Open-Minded)
Ich bewohne ’ne
Heliconie
Im Blätterspross links, Level acht
Auch rechts schräg daneben
Gibt’s irgendein Leben
Ich habe da einmal drei Nächte verbracht

Ausgerechnet Bananen!
Ausgerechnet Bananen
Unter blauen Planen
Bilden eine Republik
Die dann mit sich selbst im Krieg
Schon wird chemisch abgekeult
Luftangriffe scharf geflogen
Bis das Land komplett verbeult –
Was hat wen dazu bewogen?
Es gibt sie, diese schlimmen Finger
Die sich versteh’n auf krumme Dinger
Auf fremder Länder Böden steh’n –
Wenn die veröden, weitergeh’n …
Doch das Gedächtnis wird nicht kleiner!
Ausgerechnet hat das keiner

Von Diven und Dienern
Beim Anblick der Pracht in botanischen Gärten
Mag sich wohl bei manchem der Eindruck erhärten
Der Natur Gestaltungskraft
Sei doch eher stümperhaft
Denn erst durch der Menschenhand fördernde Güte
Gelangt so ein Pflanzbestand wirklich zur Blüte
Mit dem, was wir da kultivieren
Darf sich dann die Natur verzieren
Die selbst ja nur das Wuchern kennt
Nicht zwischen Wuchs und Unwuchs trennt
Es könnt‘ ihre Schönheit doch gar nicht besteh’n
Würd‘ sie nicht auf unsere Baumschulen geh’n

Immergrünus tropicans
Nimmersatte Pflanzen quengeln:
„Regen! Regen!“ und „Mehr Licht!“
Drum sagt Petrus seinen Engeln:
„Morgen wieder Extraschicht!“
Es gibt in den Tropen stets doppelt viel Wetter
Es ist auch der Regen hier irgendwie netter

Die Sommersimulation Münchens läuft weiter! Trotzdem beiße ich mich an den Herbstgedichten fest.
Herbstgedicht für seltsame Kinder
Kastanien, Kastanien
Kastraten und Knast-Arien
Arkadiens krasse Nagetiere
Und Katasteramtspapiere
Karstig knacken die Cassetten
Gleich Kastiliens Kastagnetten:
„Was haste getan, Ian!?“
Überall Kastanien!

Indian Summer
In Erinn’rung an die Sonne
Wechseln Blätter ihre Farbe
Dass man all der Wärme Töne
Besser im Gedächtnis habe

Mit dem Seychie-ÖPNV Richtung Anse Intendance und Anse Takamaka.
50 Shades of Green
Nach Takamaka mit dem Tata
Vollgepacktes Brummgeratter
Anse an Anse ans andre Ende
Pflanzenparadiesgelände
Gleißend grüßt türkis das Meer …
Doch überwiegt das Grün so sehr
In Üppigkeit und Wachtumsdrang
Dass mir bei seinem Anblick bang
Ist, ob man da sogar als Mann
Vom Hinseh’n schwanger werden kann

Die Baobab-Allee
Palastsäulenartig erhebt sich der Stamm
Aus dem Kern seiner Masse zur Krone empor
Es ist Ehrfurcht, die ich in die Herzkammern ramm‘
Und in ratloser Andacht steh‘ ich nun davor
Jene Allee, die solch Solitäre formiert
Zum Sinnbild von einem gebeutelten Land
Und unbeirrt beugsam majestätisiert
Als Letzte des Urwalds, der hier einmal stand
Denn dies ist ein Friedhof, der sagt dir: Gedenke
All jener gekappten Idyllengelenke
Dem die mächtigen Bäume nur Kreuze sind
Die allein über eintausend Jahre gerettet
Dass durch sie die Reue der Gläubigen rinnt
Dass Heiligkeit sie an Unfällbarkeit kettet
Einsam thront der Baobab
Die Asche um ihn schon verweht
Er steht als Kreuz auf einem Grab
In einem Reich, das untergeht

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Ohne WC und Dusche, aber mit solch passablen Alternativen. Drumherum ist das Land dagegen oft gerodet – und verheizt.
Holzkohle
Hier wär soviel Nistplatz für ein Paradies
Sofern man der Zeit etwas Atemraum ließ

Ein Koalagedicht. Der erwähnte Baum ist lediglich eine madagassische Unterart des Eukalyptus, der eben die erwähnte papierne Rinde aufweist. Der abgebildete Koala ist ebenfalls endemisch und heißt Coquerel-Sifaka (über den es aber schon in „Mehr Kacheln!“ ein entsprechendes Gedicht gibt). Er ist der letzte Überlebende einer Sifaka-Familie, die es auf der Palmarium-Insel nicht geschafft hat.
Beweggrund für ein Koalagedicht
Wär ich Bär, oha, ich wär
Gerne ein Koalabär
Denkt’s mich unterm Eukalyptus
Aufgehängt im Rebootrhythmus
Längst vom scharfen Saft belämmert
Dessen Vorschlagskraft jetzt hämmert:
Es kann doch nichts okayeres geben
Als so ein Koalaleben!
Und des Baums beleb’nder Duft
Nebelt in die steh’nde Luft
Und will mich mit Menthol betören
Dass ich mich im Hirne winde:
„Könnt‘ ich doch hierhin gehören!“
Kraxelnd an papierner Rinde …
So atemfrisch ist ungefähr
Das Leben vom Koalabär
So dacht es mich dereinst am Strand
In einem fern geleg’nen Land …
Letztlich blieb doch einfach alles beim Alten
Ich wollt nur den Duft in Erinn’rung behalten
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