Am Rückzug
Walze, Walze, falze mich
Gestalte gewaltsam mein haltloses Ich
Hilf mir, den sperrigen Unrat an Schmerzen
Aus meinem Schicksal auszumerzen
Ich möchte glatt geschliffen sein
Denn was ich hoffte, trifft nicht ein …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte zur Kunst und der künstlerischen Inbrunst nebst dem entsprechenden Leiden.

Am Rückzug
Walze, Walze, falze mich
Gestalte gewaltsam mein haltloses Ich
Hilf mir, den sperrigen Unrat an Schmerzen
Aus meinem Schicksal auszumerzen
Ich möchte glatt geschliffen sein
Denn was ich hoffte, trifft nicht ein …

Hochofen
Verweile Moment, derweil Du nicht schön bist!
Dass Stroh prächtig brennt, denkt, wer Flammen in Höh’n misst
Doch, wenn ich von Flammen schwärme
Mein‘ ich eher deren Wärme

Dem Detail
Und doch habe ich nie an der Schönheit gezweifelt
Ich vermisste nur etwas Verstand
Und böt‘ sich die zweite Chance, blieb es dabei, Welt:
Ich behielt‘ diesen zahnlosen Trumpf auf der Hand
Um ihn mir stündlich anzuseh’n
Und sein täglich Erwachen zu preisen
Das Wissen genießend, hier richtig zu steh’n
Und schmähendes Mitleid strikt von mir zu weisen
Denn niemals hat diese Schönheit an Wert eingebüßt
Nur sie traf nicht sehr oft auf Versteh’n
Sie hat unbeirrt weiter die Ahnung versüßt
In den totesten Winkeln vom Tagesgescheh’n
Dem trüben Blick fehlt das Detail
Doch entscheidet nicht er, ob es da ist
Sein Urteil ist auch gar nicht nötig mehr, weil
In diesem Moment Du schon ungewohnt nah bist!

Manege
Nichts weiter denn Ferne
Als nächstes Ziel
Und der Plan: Es geht ewig so weiter
Das Kippeln des Sternenzelts
Schwappt unterm Kiel
Und es glüht die Grandezza der Reiter
Die Kippe
Von der Wippe schnipple ich
Neugierig und kippelig
An dem Haar von neuen Wurzeln
Freu mich aufs Hinunterpurzeln!

Der Kompromiss
Nun ist das letzte Eis gebrochen
(wie man sich vom Gespräch versprochen)
Und alles schwelgt in Harmonie
Ich frag mich: Wofür brauch ich die …?

Der Start in in dritte Woche nach Re-Aktivierung dieses Blogs. Wie versprochen, soll es 2017 fünf Gedichte pro Woche geben. Eigentlich an jedem Werktag. Aber manchmal bin ich als mobiler Offliner etwas spät dran … Geduld – am Ende werden es spätestens zum Sonntag fünf Gedichte sein!
Bärenhunger
Ein paar Tage vor dem Fasten
Hasten all die Cineasten
Nach Berlin – zur Berlinale
Und verteilen zum Finale
Fast erlegt – das Fell der Bären
Unter den’n, die fällig wären
Den’n hingegen nichts verlieh’n
Die da hungern statt zu fasten –
Sie dreh’n sich nochmal gen Berlin
So wie fast alle Cineasten

Der Turm und die geteilte Freude
Du wolltest noch erzählen
Von Zielen größ’ren Werts
Von Wegen, die zu wählen
Und spürtest nur: „Wen schert’s?!“
Du wolltest nicht verstummen
Doch alle Welt schien taub
So blieb dir nur zu brummen
„Ich geh dann, mit Verlaub!“
Du wolltest immer teilen
Die Ernte deines Glücks
Verzweifelt klang bisweilen
Dein „Schau, da hängt’s doch – pflück’s!“
Du wolltest hinterlassen
Und warst doch längst enteilt
Dir bangt, du wirst erblassen
Im Glück, das ungeteilt
Du solltest nicht der Freuden
Verdopplung ihres Werts
Noch weit’re Zeit vergeuden
Sag selber mal: „Wen schert’s?!“

Wem man so alles im Garten begegnet. Das tatsächlich lauteste Tier der Welt. Versammelt sich jeden Morgen um halb Acht neben meiner Hütte und grölt.
Brüllaffe (Punks not dead)
Du musst nicht gut sein, aber laut
Wer hätte dir das zugetraut
Dass all die streng gesetzten Hürden
Dich gar nicht int’ressieren würden?
(Derweil sie denken, du kannst nicht versteh’n
Hangelst du dich von der Acht auf die Zehn)
Und mosert wer: „Ganz schön bequem!“ – sagst du: „Nein
Die Lautstärke Halten kann anstrengend sein!“
Wo And’re von And’ren Gelehrtes verwalten
Musst du stetig Nichts zu was Großem gestalten

Die Distinguierten
Wir schlendern umher wie durch sichere Zeiten
Als würd die Verlässlichkeit niemals gestutzt
Wir geben uns achtlos, wir schreiten und gleiten
Und selbst die Galoschen sind immer geputzt
Polizei und auch Policen
Blieben immer ungenutzt
Wir, die wir uns sorglos hießen
Haben jeder Angst getrutzt
Was für uns gegolten
Gilt schon längst nicht mehr
Unreinheit und Wolken
Reimen immer näh’r
Narrenhände
Schreiben schon
Unser Ende
In ihr Droh’n
Keiner
Sah
Die Ge-
Fahr
Wir schlendern umher wie durch sichere Zeiten
Als würd die Verlässlichkeit niemals gestutzt
Wir geben uns achtlos, wir schreiten und gleiten
Und selbst die Galoschen sind immer geputzt
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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